Blick auf die Stadt Nischni Nowgorod an der Wolga. Foto: Ebding/Preuß

Schram­berg (ck). In einer Rei­he lädt das Stadt­mu­se­um Schram­berg inter­es­san­te Zeit­ge­nos­sen zu Gesprä­chen, Lesun­gen und Vor­trä­gen ein. In die­sem Jahr beginnt die Rei­he mit einem Vor­trag von Rose Ebding und Hans-Joa­chim Preuß, die am Frei­tag, 22. März 2019, über „Drei Jah­re an der Wol­ga“ spre­chen wer­den.

Die Rei­he „Zu Gast im Stadt­mu­se­um Schram­berg“ begann im letz­ten Jahr mit einem Gespräch mit der aus Schram­berg stam­men­den und heu­te in Zürich woh­nen­den Uhr­ma­che­rin Mar­got Facon-Lickl, die aus ihrer Kind­heit und Jugend im Schwarz­wald und über ihre Berufs- und Lebens­jah­re in den USA erzähl­te.

Die ers­ten Gäs­te im neu­en Jahr, Rose Ebding und Hans-Joa­chim Preuß, wer­den dage­gen über Russ­land berich­ten, wo sie von 2014 bis 2017 in der Stadt Nisch­ni Now­go­rod gelebt haben. Rose Ebding ist die Toch­ter des welt­läu­fi­gen und sprach­ge­wand­ten Bäcker­meis­ters, Ver­kehrs­amts­lei­ters und vhs-Dozen­ten Franz Bau­mann (1914–1998), der im Zwei­ten Welt­krieg in der Sowjet­uni­on in Kriegs­ge­fan­gen­schaft gera­ten war und dort die Gele­gen­heit zum Ler­nen der Lan­des­spra­che nutz­te. Nach dem Abitur im Jahr 1970 am Gym­na­si­um Schram­berg stu­dier­te Rose Ebding an der Uni­ver­si­tät Kon­stanz Anglis­tik und Sla­wis­tik. Sie erwarb Aus­lands­er­fah­rung in den 1970er- und 1980er-Jah­ren in Jugo­sla­wi­en und Groß­bri­tan­ni­en und unter­rich­te­te von 1989 bis 2014 als Ober­stu­di­en­rä­tin am Imma­nu­el-Kant-Gym­na­si­um in Lein­fel­den-Ech­ter­din­gen. Zum Ende ihrer Berufs­lauf­bahn war sie von 2014 bis 2017 Lan­des­pro­gramm­leh­re­rin für das Fach Deutsch am „Gym­na­si­um Num­mer 1“ in Nisch­ni Now­go­rod. Ihr Ehe­mann, der Inge­nieur Hans-Joa­chim Preuß, hat sie bei die­sem Aus­lands­auf­ent­halt beglei­tet.

Die Mil­lio­nen­stadt Nisch­ni Now­go­rod liegt 400 Kilo­me­ter öst­lich von Mos­kau und zählt zu den bedeu­tends­ten poli­ti­schen, kul­tu­rel­len und wirt­schaft­li­chen Zen­tren Russ­lands. In ihrem Vor­trag berich­ten die bei­den Refe­ren­ten über die Lehr­tä­tig­keit, das All­tags­le­ben und von „pur­zeln­den Vor­ur­tei­len“. Dabei gehen sie auf die Fra­gen ein, wie die Rus­sen ihre Frei­zeit ver­brin­gen, wie es um die Mei­nungs­frei­heit bestellt ist und wie sich die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che in den letz­ten Jahr­zehn­ten gewan­delt hat. Zahl­rei­che Bil­der, Fil­me und Musik ermög­li­chen einen „ande­ren“ und emo­tio­na­len Blick auf das von Medi­en und Poli­tik oft unver­stan­de­ne Land.

Der Vor­trag fin­det am Frei­tag, 22. März 2019, 19 Uhr, im Foy­er des Stadt­mu­se­ums Schram­berg im Schloss statt (Bahn­hof­stra­ße 1). Der Ein­tritt ist frei. Die Refe­ren­ten freu­en sich über Spen­den für ein deutsch-rus­si­sches Schul­pro­jekt.