Ein Erlebnis, das unter die Haut geht”

Heiligenbronner im Gespräch mit Papst Franziskus über Kloster und Stiftung

Begegnung mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom: hier sind Dr. Michael Wollek, Vorstand der Stiftung, und Generaloberin Schwester Agnes Löber vom Kloster Heiligenbronn, mit ihm im Gespräch. Foto: L’Osservatore Romano

Ein “beein­druck­endes und inspiri­eren­des Erleb­nis” sei die Begeg­nung mit Papst Franziskus für vier ihrer Führungskräfte gewe­sen, berichtet die Stiftung St. Franziskus  aus Heili­gen­bronn. Gen­er­aloberin Schwest­er Agnes Löber vom Kloster, die Vorstände Hubert Bern­hard und Dr. Michael Wollek sowie Altenhil­fe-Leit­er Boris Strehle Papst Franziskus auf dem Peter­splatz in Rom bei ein­er Audienz zusam­men gekom­men und kon­nten mit dem Heili­gen Vater per­sön­lich sprechen.

Ange­bah­nt wurde dieser Besuch beim Patrozini­um des Tut­tlinger Altenzen­trums St. Anna, dessen Gottes­di­enst ein Gastp­far­rer hielt. Altenhil­fe-Leit­er Boris Strehle kam mit Pater Dr. Markus Solo aus Indone­sien ins Gespräch. Er ist als Päp­stlich­er Rat für den inter­re­ligiösen Dia­log in der Römis­chen Kurie tätig und damit direkt dem Papst unter­stellt. So fragte ihn Boris Strehle an, ob er nicht eine Ein­ladung zur Audienz mit Papst Franziskus bewirken könne.

Und tat­säch­lich: Im ver­gan­genen Dezem­ber kam von Präfekt Erzbischof Georg Gän­swein eine Ein­ladung zur Teil­nahme an der Gen­er­alau­dienz des Heili­gen Vaters in der „pri­ma fila“, in der ersten Rei­he, nach Heili­gen­bronn. Eine kurze per­sön­liche Begeg­nung mit dem Papst sei dabei möglich.

Die bei­den Stiftungsvorstände Hubert Bern­hard und Dr. Michael Wollek, der neben­beru­flich auch als Diakon tätig ist, Boris Strehle und die Gen­er­aloberin des Franziskaner­in­nen­klosters Heili­gen­bronn, Schwest­er Agnes Löber, reis­ten also nach Rom.

Mit dabei im Gepäck eine kleine Franziskus-Fig­ur, die in der Werk­statt für behin­derte Men­schen in Heili­gen­bronn an einem Fünf-Achs-CNC-Bear­beitungszen­trum von Hermle gefräst wurde. Sie ist ein Übung­sob­jekt für die drei­di­men­sion­ale Bear­beitung, das in nur weni­gen Exem­plaren hergestellt wurde. Vor­bild hier­für war die einges­can­nte Franziskus-Skulp­tur von August Hoff­mann, die die Stiftung vom Kloster geschenkt bekam und die auch im Logo der Stiftung abge­bildet ist.

Am Vor­abend der Audienz holten die Rom-Fahrer aus Heili­gen­bronn im Vatikan ihre Karten für den näch­sten Tag ab und bewun­derten den Peters­dom, der nicht wie die meiste Zeit im Jahr von Men­schen über­füllt war. Am Mor­gen der Audienz ging es mit vie­len „Grüezi viel­mals“ an den Posten der Schweiz­er Garde vor­bei auf den Peter­splatz – nicht ohne eine gewisse Ner­vosität, ob es wirk­lich klappt mit dem Gespräch.

Kommt er oder kommt er nicht?

Das Papa-Mobil mit Franziskus fuhr dann schon eine Vier­tel­stunde früher wie geplant ein. Der Papst berichtete zunächst in sein­er all­ge­meinen Ansprache über seine Reise nach Peru und Chile. Zunächst ver­schwand der Heilige Vater wieder im Inneren, weil er kranke Jugendliche seg­nete, für die es auf dem Peter­splatz zu kalt gewe­sen wäre.

Dann schritt Franziskus bei den Gästen der ersten Rei­he ent­lang, begleit­et von Sicher­heit­skräften und Fotografen. Bei der Heili­gen­bron­ner Gruppe angekom­men, stellte Michael Wollek die Anwe­senden auf Ital­ienisch vor. Der Papst antwortete dann jedoch auf Deutsch, das er sich während seines Stu­di­en­aufen­thalts in Deutsch­land angeeignet hat­te.

Sehr aufmerk­sam hörte er den Aus­führun­gen von Schwest­er Agnes und den drei Stiftungs-Vertretern zu, nahm sich Zeit und stellte mit großem Inter­esse Fra­gen, wie die Rom-Pil­ger bericht­en.

Altenhil­fe-Leit­er Boris Strehle (links) und Vor­stand Hubert Bern­hard über­re­ichen dem inter­essierten Heili­gen Vater eine Franziskus-Fig­ur, die in der Werk­statt für behin­derte Men­schen ent­standen ist.
Foto: L’Osservatore Romano

Altenhil­fe-Leit­er Boris Strehle über­re­ichte ihm dann die gefräste Fig­ur aus der Werk­statt: „Ein Franziskus für Franziskus!“ Der Heilige Vater nahm das Geschenk aus Heili­gen­bronn lachend ent­ge­gen und betra­chtete es freudig. Zum Abschluss gab er den Gästen aus Stiftung und Kloster auf den Weg: „Betet für mich und hal­tet zusam­men!“ Auch mit Erzbischof Gän­swein unter­hiel­ten sich die Heili­gen­bron­ner Gäste noch.

Tief beein­druckt und beglückt von dieser Begeg­nung mit dem Heili­gen Vater ver­bracht­en die Heili­gen­bron­ner Rom-Fahrer noch einen Tag in der Ewigen Stadt und erzählten nach ihrer Rück­kehr mit Begeis­terung davon. Der 81-jährige Papst, berichtet Michael Wollek, schien ihm 20 Jahre jünger gewor­den zu , sobald er mit den Men­schen auf dem Platz ins Gespräch kam. Für Hubert Bern­hard war es „ein Erleb­nis, das wirk­lich unter die Haut gegan­gen ist“.