SCHRAMBERG (him) – In der über­füll­ten Stadt­kir­che fei­er­ten die evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­den aus Sul­gen, Röten­berg, Lau­ter­bach, Locher­hof und Schram­berg den 500. Refor­ma­ti­ons­tag.

Zum Ein­zug der Pfar­rer und der Kir­chen­ge­mein­de­rä­te san­gen und spiel­ten die Chö­re und Blä­ser der betei­lig­ten Kir­chen­ge­mein­den „Ein fes­te Burg ist unser Gott“.
Pfar­re­rin Hei­drun Sto­cker kün­dig­te drei Lesun­gen aus der Bibel an, aus ganz ver­schie­de­nen Zei­ten, denn „als Glau­ben­de sind wir auf dem Weg durch die Zeit“. Der Pro­phet Jesa­ia „Mei­ne Wege sind nicht eure Wege.“ Pau­lus: „Der Gerech­te wird aus Glau­ben leben” und die Geschich­te vom „Haupt­mann von Kapernaum”.

In sei­ner Begrü­ßung wies „Haus­herr” Pfar­rer Micha­el Jonas dar­auf hin, man feie­re nicht Mar­tin Luther „und schon gar nicht uns, son­dern die Grund­la­ge unse­res Glau­bens: Jesus Chris­tus“.

In sei­ner – mit viel Humor gewürz­ten – Fest­pre­digt hat der Sul­ge­ner Pfar­rer Mar­kus Krim­mer über die Macht der Wor­te gespro­chen. Begin­nend von Luthers „Hier ste­he ich, ich kann nicht anders“ über den Satz des Mond­lan­ders Neil Arm­strong: „Ein klei­ner Schritt für mich, ein gro­ßer für die Mensch­heit.“ Sol­che Wor­te präg­ten. Auch ganz per­sön­lich, erin­ne­re man sich bestimmt, wann man das ers­te Mal „‘Ich lie­be Dich‘ gehört hat – hof­fent­lich auch noch, von wem.“

Das Wort sei die „Zünd­kap­sel der Refor­ma­ti­on“ gewe­sen. Zwei Begrif­fe stün­den im Mit­tel­punkt: Das Evan­ge­li­um und der Glau­be. Das Evan­ge­li­um als die gute Bot­schaft, die Kraft Got­tes, die selig macht. Zu Luthers Zei­ten hät­ten die Men­schen über­legt: „Wie schaf­fe ich es, Gott gnä­dig zu stim­men?“ Heu­te den­ke so man­cher: „So schlecht bin ich auch wie­der nicht.“

Glau­be ist kein Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel

Dem ent­geg­net Krim­mer: „Ich bin Sün­der und muss geret­tet wer­den.“ Und das gehe nur durch Jesus. Über den Zorn Got­tes, die Höl­le und Ver­damm­nis zu spre­chen, sei nicht popu­lär. Aber man sol­le als Christ eben „kein Fähn­chen im Wind“ sein. Ret­tung sei nicht durch gute Wer­ke, son­dern nur durch den Glau­ben mög­lich. Und Glau­be gehe nur 100 Pro­zent. Man kön­ne ihn nicht als „Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel“ neben ande­ren Din­gen begrei­fen: „Gott will dei­ne Lebens­grund­la­ge sein.“

Nach wei­te­ren Lie­dern, den Für­bit­ten und dem „Vater unser” bedank­te sich Pfar­rer Jonas bei allen Betei­lig­ten. Er freu­te sich ins­be­son­de­re, dass unter den Got­tes­dienst­teil­neh­mern auch viel Katho­li­ken sei­en, dar­un­ter auch die Pfar­rer Rüdi­ger Kocholl und Mein­rad Herr­mann. (Auch Pfar­rer Chris­ti­an Albrecht aus Wald­mös­sin­gen war gekom­men, Jonas aber in der gro­ßen Schar der Got­tes­dienst­be­su­cher wohl nicht auf­ge­fal­len.) Es freue ihn, dass es bei die­sem Refor­ma­ti­ons­fest nicht um Gegen­sät­ze gehe, son­dern es „in geschwis­ter­li­cher Ver­bun­den­heit“ gefei­ert wer­de.

Jonas dank­te auch der Stadt und Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog, der mit sei­ner Fami­lie gekom­men war. Er hob die gute Zusam­men­ar­beit etwa bei den Kin­der­ta­ges­stät­ten her­vor. Dem Dank an die Sän­ge­rin­nen und Musi­ker schlos­sen sich die Kirch­gän­ger mit lan­gem Bei­fall an.

Nach dem Got­tes­dienst zogen die Kirch­gän­ger zum Rat­haus­platz. Dort genos­sen sie bei strah­len­dem Son­nen­schein in und vor dem Fest­zelt eine „Luther-Wurst”, ein „Luther Bier”, ein Mine­ral­was­ser oder Spe­zi. Musi­ka­lisch beglei­tet vom Posau­nen­chor aus Röten­berg.