Michael Pfaff arbeitet an der Kopie von Erich Hausers Schild.Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Bald sechs Jahr­zehn­te stand ein Hau­ser-Kunst­werk im „Park der Zei­ten“. Tau­sen­de haben es gese­hen, und nur die wenigs­ten wuss­ten wohl, dass sie ein Werk des welt­be­rühm­ten Bild­hau­ers Erich Hau­ser vor sich hat­ten.

Nun liegt es in einer Schrei­ner­werk­statt auf dem Sul­gen. Bevor Sie, lie­be Lese­rin­nen und Leser, nun glau­ben, jetzt ist der Schrei­ber völ­lig durch­ge­dreht, der Hau­ser hat doch mit Edel­stahl geschafft, hier die Erklä­rung:

Er war jung und brauchte das Geld

In sei­nen Anfangs­jah­ren hat Erich Hau­ser auch als Holz­bild­hau­er gear­bei­tet. Der Stein­metz­meis­ter Sieg­fried Schaub räum­te ihm in sei­ner Werk­statt in der Tier­stein­stra­ße einen Arbeits­platz frei.  Da es Hau­ser in den 50er Jah­ren wirt­schaft­lich eher schlecht ging, nahm er alles an Auf­trä­gen an, was er haben konn­te. So auch den Auf­trag, für den dama­li­gen Stadt­park bei der Vil­la Jung­hans Schil­der her­zu­stel­len, die die Bür­ger zum pfleg­li­chen Umgang mah­nen soll­ten.

So stand das Hau­ser­sche Kunst­werk bis vor einem Jahr im „Park der Zei­ten“. Foto: him

Eine die­ser Tafeln ver­schwand vor etli­chen Jah­ren, die zwei­te aber  in der Nähe des unte­ren Park­ein­gangs  blieb. Doch der Zahn der Zeit nag­te an dem Hau­ser­schen Früh­werk. Letz­tes Jahr hat der Bau­hof es abge­nom­men und ein­ge­la­gert. Die­ses Jahr hat die Stadt den Sul­ge­ner Schrei­ner­meis­ter Micha­el Pfaff und sei­ne Frau Andrea beauf­tragt, eine ori­gi­nal­ge­treue Kopie anzu­fer­ti­gen.

Kopie soll Original retten

Pfaff hat mit Trans­pa­rent­pa­pier die Kon­tu­ren und die Schrift erfasst und auf ein Eichen­brett über­tra­gen. „Ich habe dann die Form von Hand raus gear­bei­tet“, so Pfaff. „So kann man sich dem Ori­gi­nal am bes­ten nähern.“ Etwa vier Tage sei er bis­her dran gewe­sen. Sei­ne Frau mache die Fein­ar­bei­ten, berich­tet Pfaff, aber das meis­te sei nun fer­tig.

Fehlt noch die Far­be. Pfaff will schau­en, was unter der Lack­schicht ist und  hebt vor­sich­tig eine abblät­tern­de Stel­le  an. Es sei nicht ganz ein­fach, die ursprüng­li­che Lackie­rung von Hau­ser zu rekon­stru­ie­ren: „Hau­ser hat nicht mit weiß grun­diert“, stellt Pfaff fest, „und spä­ter haben noch vie­le dran rum­ge­stri­chen.“ Wahr­schein­lich wird er die Tafel so strei­chen, wie sie zuletzt aus­sah. Das blau etwas dunk­ler, das haben die Jah­re aus­ge­bleicht. Und wel­che Far­be? Ganz ein­fa­che, bil­li­ge. Far­be eben, wie sie Erich Hau­ser in sei­nen Schram­ber­ger Anfangs­jah­ren sich geleis­tet haben dürf­te.

Wenn die Kopie fer­tig ist, wird sie am alten Platz im Park der Zei­ten ange­bracht und das Ori­gi­nal bekommt ein Plätz­chen im Muse­um.

Hauser-Führung am Sonntag

Info: Im Rah­men des 150-jäh­ri­gen Stadt­ju­bi­lä­ums bege­ben sich am Sonn­tag, 12. Novem­ber  Hans Haa­ser und Arn­hold Budick auf Spu­ren­su­che: „Hau­ser in Schram­berg – ein kost­ba­rer Mosa­ik­stein in der Stadt­ge­schich­te“.

Der Bild­hau­er Erich Hau­ser war zu Beginn sei­ner Kar­rie­re als frei­schaf­fen­der Künst­ler in Schram­berg und hat hier sehr unter­schied­li­che Kunst­wer­ke hin­ter­las­sen. Die Füh­rung beginnt um  15 Uhr im Schloss. Zum  Abschluss zeigt Peter Renz den von Erich Hau­ser ent­wor­fe­nen Tep­pich in sei­nen Geschäfts­räu­men in der Haupt­stra­ße 12.