Ein Ruck geht durch Schramberg“

Das „Medzentrum“ Sulgen ist in Betrieb / Gut zwei Millionen Euro investiert / Demnächst Baubeginn im Tal

SCHRAMBERG  (him) –  Nicht ein­mal neun Mona­te Bau­zeit waren nötig, um das neue Ärz­te­haus hin­ter der Ortho­kli­nik zu  errich­ten. Am Sams­tag hat das „Med­zen­trum“ Sul­gen  mit einem „Tag der offe­nen Tür“ Eröff­nung gefei­ert. Die Regi­odocs und das Ortho­pä­die­haus Sti­nus hat­ten ein­ge­la­den.

Nach einem Fest­akt Gäs­te am Vor­mit­tag konn­ten von 13 bis 16 Uhr alle Pati­en­ten, Kun­den, Nach­barn und ande­re Neu­gie­ri­ge sich im Neu­bau umse­hen.

In sei­ner Begrü­ßung hat Dr. Geb­hard Pfaff für die „Regi­odocs“ auf eine mehr­fa­che Lücken­schlie­ßung durch den Neu­bau hin­ge­wie­sen. Für die Pra­xis­ge­mein­schaft gebe es mehr Platz Die Haus­arzt­ver­sor­gung auf dem Sul­gen wer­de ver­bes­sert. Mit Simon Krau­se sei ein wür­di­ger Nach­fol­ger für Gün­ter Argast gefun­den, der mit 70 Jah­ren in den Ruhe­stand gehe. „Auf dem Gelän­de schließt sich eine Lücke, weil von drei mög­li­chen Ein­hei­ten nach der Ortho­kli­nik die mitt­le­re Ein­heit ergänzt wur­de.“

Pfaff dank­te der HFBP-Grup­pe, die das Ärz­te­haus­pro­jekt erst mög­lich gemacht habe. „Sie haben dicke Bret­ter gebohrt und Stei­ne aus den Köp­fen aus dem Weg geräumt“, lob­te Pfaff. Auch Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog, Fach­be­reichs­lei­ter Uwe Weis­ser und dem Gemein­de­rat dank­te er für die Unter­stüt­zung.

Neben den Regi­odocs zieht das Ortho­pä­die­haus Sti­nus in das neue Gebäu­de am Kirch­platz ein. Sti­nus-Geschäfts­füh­rer Fer­di­nand Weber hob die Bedeu­tung der Schnitt­stel­le Arzt und Ortho­pä­die­hand­wer­ker her­vor. „Wir brau­chen den Aus­tausch.“ Des­halb sei die Nähe zu den Ortho­pä­den und All­ge­mein­me­di­zi­nern so wich­tig. Sein Unter­neh­men habe sich einen Traum ver­wirk­licht und bie­te auf den Sul­gen sei­nen Kun­den grö­ße­re, bar­rie­re­frei gestal­te­te Räu­me und bes­se­re Park­mög­lich­kei­ten als bis­her in der Tal­stadt. Sti­nus hat­te vor zehn Jah­ren die Fir­ma Wel­ler über­nom­men.

Für die HFBP-Grup­pe hat Alex­an­der Becht­ler die extrem kur­ze Bau­zeit her­vor­ge­ho­ben. Nor­ma­ler­wei­se brau­che der Neu­bau eines sol­chen Ärz­te­hau­ses  zwölf bis 15 Mona­te. Er erin­ner­te dar­an, dass die Gedan­ken an Schram­ber­ger Ärz­te­häu­ser im Zusam­men­hang mit der Schlie­ßung des Kran­ken­hau­ses ent­stan­den. „Es herrsch­te eine nach hin­ten gerich­te­te Stim­mung.“ In Zusam­men­ar­beit mit OB Her­zog und Uwe Weis­ser und dank der posi­ti­ven Stim­mung in der Ärz­te­schaft sei dann aber „ein Ruck durch Schram­berg“ gegan­gen. Mit dem Ärz­te­haus auf dem Sul­gen und dem auf dem Carl-Haas-Gelän­de ent­ste­hen­den Med­zen­trum sei klar: „Schram­berg wird in den kom­men­den Jahr­zehn­ten eine her­vor­ra­gen­de medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung genie­ßen.“

Medzentrum Tal: Baubeginn im Frühsommer

Mit Blick auf das Pro­jekt in der Tal­stadt nann­te Becht­ler den Nach­bar­schafts­streit und die dadurch ent­stan­de­ne Ver­zö­ge­rung „ärger­lich und blöd“. Er füg­te aber hin­zu: „In Deutsch­land funk­tio­niert der Rechts­staat.“ Wer sich falsch behan­delt füh­le, kön­ne die Gerich­te anru­fen und dort klä­ren lassen.“Die frei­heit­li­che Grund­ord­nung funk­tio­niert.“ Wie wich­tig das sei, kön­ne man an den Ereig­nis­sen in der Tür­kei sehen.

Nach­dem vom Gericht Ende März ein „Frei­fahrt­schein aus­ge­stellt wor­den sei, so Rechts­an­walt Kay Schulz sei­en nun die recht­li­chen Pro­ble­me für das Med­zen­trum im Tal über­wun­den. Die  letz­ten Unter­la­gen sei­en bei der Stadt ein­ge­reicht. „Wir wer­den im Lau­fe des Früh­som­mers mit den Bau­ar­bei­ten begin­nen.“

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog erin­ner­te dar­an, dass das Sul­ge­ner Pro­jekt „eher ein Neben­pro­dukt des Med­zen­trums im Tal“ sei, das die­ses nun über­holt habe. Der HFBP-Grup­pe sei es bes­ser gelun­gen als zuvor der Stadt, „die Ärz­te zusam­men­zu­brin­gen um die­sen Weg zu gehen“.

Dr. Susan­ne And­reae dank­te ihrer­seits den Pla­nern und ins­be­son­de­re Ina Ham­pel vom Bau­trä­ger IWG: „Immer wenn es nicht mehr wei­ter ging, hieß es: ‚Ruf‘ Frau Ham­pel an!‘“

Die Besu­cher konn­ten sich anschlie­ßend in den neu­en Pra­xis­räu­men umschau­en. Außer­dem ist eine Aus­stel­lung mit Bil­dern des Schram­ber­ger Malers Jür­gen Born­schein zu sehen. Bei Sti­nus boten die Fach­leu­te den Besu­chern unter ande­rem eine Rücken-, Fuß­druck- oder Venen­mes­sung sowie eine Lauf­band­ana­ly­se an.

Info:  Das Med­zen­trum Sul­gen ver­fügt über etwa 550 Qua­drat­me­ter Pra­xis- und Gewer­be­flä­che. Bau und die Innen­aus­stat­tung haben mehr als zwei Mil­lio­nen Euro gekos­tet.