Einzigartige, handgemalte Papierkunst aus dem 18. Jahrhundert

Die Schweizer’sche Weihnachtskrippe im Stadtmuseum Schramberg

Heilige Familie, Figurengruppe aus der „Schweizer’schen Weihnachtskrippe“, die vom 30. November 2018 bis 3. Februar 2019 zum ersten Mal im Stadtmuseum Schramberg gezeigt wird. Fotos: pm

Am kom­men­den Frei­tag lädt das Stadt­mu­se­um Schram­berg zur Eröff­nung sei­ner tra­di­tio­nel­len Weih­nachts­krip­pen­aus­stel­lung ein. Dar­über berich­tet Muse­ums­lei­ter Cars­ten Kohl­mann:

Mit der „Schweizer’schen Weih­nachts­krip­pe“ wird eine der ältes­ten Papier­krip­pen in Süd­deutsch­land zum ers­ten Mal der Öffent­lich­keit gezeigt. Die „Schweizer’sche Weih­nachts­krip­pe“ ist die wert­volls­te bis­her in Schram­berg bekannt gewor­de­ne Weih­nachts­krip­pe, die Teil einer so genann­ten „Jah­res­krip­pe“ ist. Sie wur­de 2016 bei der Auf­lö­sung des Nach­las­ses von Hans-Joa­chim Schwei­zer (1930–2015) ent­deckt und von sei­ner Fami­lie dem Stadt­mu­se­um geschenkt.

In einer alten Papp­schach­tel auf dem Spei­cher des Gebäu­des Haupt­stra­ße 34 („Eisen-Schwei­zer“) hat­te die umfang­rei­che Papier­krip­pe aus dem spä­ten 18. Jahr­hun­dert die Zei­ten über­dau­ert. Die Jah­res­zei­tenkrip­pe besteht aus ins­ge­samt 296 Figu­ren, Pflan­zen, Tie­ren, Gerä­ten und Kulis­sen mit Bibel­sze­nen aus dem Alten und Neu­en Tes­ta­ment. Sie wur­de mit gro­ßer Kunst­fer­tig­keit von Hand gemalt.

An der Ent­ste­hung der Jah­res­krip­pe waren meh­re­re bis­lang noch unbe­kann­te Künst­ler betei­ligt. Ein Teil stammt jedoch offen­sicht­lich aus der Umge­bung der bay­risch-schwä­bi­schen Krip­pen­haupt­stadt Augs­burg, da der dafür als Mate­ri­al ver­wen­de­te Papier­ab­fall aus die­sem Raum stammt. Das Ensem­ble gehört zu den ältes­ten in Süd­deutsch­land erhal­ten geblie­be­nen Papier­krip­pen aus dem Spät­ba­rock. Für die Krip­pen­stadt Schram­berg ist die „Schweizer’sche Weih­nachts­krip­pe“ ein außer­ge­wöhn­li­cher und kost­ba­rer Fund, den es zu erhal­ten gilt.

Die Hir­ten

Die ursprüng­li­che Auf­stel­lung der Jah­res­krip­pe ist nicht über­lie­fert. Nach der Inven­ta­ri­sie­rung durch Julia Kien­in­ger (Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr) haben die ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter des „Arbeits­krei­ses Krip­pen“, Wal­ter Hart­mann, Richard Mar­te, Fer­di­nand Moos­mann und Tho­mas Rapp, mit Unter­stüt­zung durch Anto­nia Amann (Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr) in mehr­mo­na­ti­ger Arbeit eine Land­schafts­ku­lis­se für die erst­ma­li­ge Prä­sen­ta­ti­on eines gro­ßen Tei­les der Jah­res­krip­pe geschaf­fen. Die Restau­ra­to­rin Sabi­ne Grim­mig hat ein Drit­tel des Bestan­des kon­ser­va­to­risch bear­bei­tet. Zur Fort­set­zung der kon­ser­va­to­ri­schen Maß­nah­men sam­melt das Stadt­mu­se­um Spen­den und bie­tet Paten­schaf­ten für Figu­ren, Pflan­zen, Tie­re, Gerä­te und Kulis­sen an.

Mit der Son­der­aus­stel­lung ist vom ers­ten Advent bis Maria Licht­meß auch die Dau­er­aus­stel­lung mit der Krip­pen­samm­lung des Stadt­mu­se­ums wie­der geöff­net. Sie wird in der Sai­son 2018/19 durch eini­ge Uhren­kas­tenkrip­pen von Karl­heinz Simon aus Schram­berg ergänzt, wel­che die Dau­er- und Son­der­aus­stel­lung durch einen „Krip­pen­weg” mit­ein­an­der ver­bin­den.

Zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung am Frei­tag, 30. Novem­ber, 19.30 Uhr, im Stadt­mu­se­um sind alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger will­kom­men. Nach der Begrü­ßung durch Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog wer­den Cars­ten Kohl­mann und Annet­te Hehr vom Stadt­mu­se­um über die „Schweizer’sche Weih­nachts­krip­pe“ in der süd­deut­schen Papier­krip­pen­welt und als kon­ser­va­to­risch-musea­le Auf­ga­be spre­chen. Die Aus­stel­lungs­er­öff­nung wird durch Annet­te Kasen­ba­cher (Gesang) und Clau­dia Haber­mann (Kla­vier) musi­ka­lisch umrahmt.

Für Fami­li­en gibt es am Eröff­nungs­tag von 15 bis 17 Uhr mit Annet­te Hehr und Raphae­la Schnei­der vom Stadt­mu­se­um die Gele­gen­heit, die „Schweizer’sche Weih­nachts­krip­pe“ mit einem Kin­der­pro­gramm vor­ab erle­ben zu kön­nen. Im Anschluss kön­nen Sche­ren­schnitt-Fens­ter­bil­der mit Krip­pen­mo­tiv gebas­telt wer­den. Es ist kei­ne Anmel­dung erfor­der­lich, die Teil­nah­me ist kos­ten­los.

Figu­ren­grup­pe aus der „Schweizer’schen Weih­nachts­krip­pe“

Info: Die Aus­stel­lung „Die Schweizer’sche Weih­nachts­krip­pe“ wird vom 1. Dezem­ber bis 3. Febru­ar 2018 im Stadt­mu­se­um gezeigt (Diens­tag bis Sams­tag 13 bis 17 Uhr, Sonntag/Feiertag 11 – 17 Uhr, Hei­lig­abend, Sil­ves­ter und Neu­jahr geschlos­sen). Zur Aus­stel­lung erscheint eine neue Post­kar­te, die als Weih­nachts­gruß ver­wen­det wer­den kann und für einen Euro im Stadt­ar­chiv und Stadt­mu­se­um erhält­lich ist. Als Begleit­pu­bli­ka­ti­on wird ein Bericht in der neu­en Aus­ga­be der Zeit­schrift „Der Baye­ri­sche Krip­pen­freund“ für 1.50 Euro ange­bo­ten.