Endlich auch ein geräuscharmes Flugzeug

Endlich auch ein geräuscharmes Flugzeug

Hinten auf dem Spielplatzflieger turnten schon die Mädels rum, während sich auf dem neuen Bouleplatz am „Kleinen Flugplatz“ in Fluorn-Winzeln die  verschiedenen am Bau beteiligten Akteure zur feierlichen Eröffnung mit Banddurchschneidzeremonie und Sekt-Orange versammelt hatten.

Der Vorsitzende des des Luftsportvereins Schwarzwald Lars Willems begrüßte die zahlreichen Gäste und erzählte, wie aus ganz persönlicher Betroffenheit Projektleiter Andreas Lamprecht auf die Idee gekommen war, der in die Jahre gekommen Spielplatz beim Flugplatz  hätte dringend eine Sanierung nötig: Seine Frau erwartete ein Kind.

Spielgeräte aus dem Katalog

Lamprecht hatte Kontakt zur Fachhochschule in Nürtingen, und Studierende entwarfen 2017 Pläne für einen neuen Spielplatz. Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer gab den Tipp, bei „LEADER“ einen Zuschussantrag zu stellen. Jens Farras plante dann den neuen Spielplatz neben der Fliegerklause. Die Mitglieder richteten die Fläche her und entfernten Baumstümpfe. Schließlich, so Willems, habe man die Spielgeräte aus einem Katalog ausgesucht, um die TÜV-Abnahme zu erleichtern.

Lars Willems (rechts) berichtet vom mühsamen Weg von der Idee bis zur Einweihung des neuen Spielplatzes. Foto: him

In seinem Grußwort meinte Fluorn-Winzelns Bürgermeister Bernhard Tjaden, es sei in der heutigen Zeit ja schon ungewöhnlich, drei Gemeindeoberhäupter gleichzeitig zu treffen. Er erinnerte daran, dass vor genau fünf Jahren der neue Tower am Flugplatz eingeweiht worden war. Bei den Kosten von gut 140.000 Euro hätte LEADER von den anrechenbaren Kosten von  100.000 Euro einen Anteil von 60 Prozent gezahlt, wenn auch die Kommune zehn Prozent übernehme.

Drei Kommunen beteiligten sich

Mit dem Wunsch nach einer Kofinanzierung sei er in Schramberg und Aichhalden auf offene Ohren gestoßen. Schließlich lägen Aichhalden und Heiligenbronn deutlich näher am Spielplatz als Winzeln, so sein Argument. Schrambergs damaliger OB Thomas Herzog habe sofort zugesagt, ein Drittel zu übernehmen,  Aichhaldens Michael Lehrer ebenfalls. “Der Spielplatz ist ein interkommunales Projekt, das sich sehen lassen kann.“ Der Spielplatz passe in seiner Gestaltung zum Flugplatz und werde sicher „ein Ort der Lebensfreude“, so Tjaden.

Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr freute sich mit Blick auf die spielenden Kinder, dass der Platz ja eigentlich schon eröffnet sei, und lobte die große Eigenleistung des Vereins. Auch sie würdigte das Projekt als kommunalübergreifend.

Aichhaldens Bürgermeister Lehrer fand den Spielplatz „wirklich gelungen“. Ihn freue besonders, dass dieses Flugzeug hier „so geräuscharm ist“, in Anspielung an die immer wieder aus Rötenberg geäußerte Kritik am vom Flugplatz ausgehenden Fluglärm. Er ermunterte die anderen Teilnehmer, sich um LEADER Mittel zu bewerben: „Da muss man schlau sein und sich trauen.“

Löwenanteil aus Fördermitteln der EU und des Landes

Als Vertreter von LEADER  beziehungsweise des Vereins Regionalentwicklung Mittlerer Schwarzwald erklärte dessen Vorsitzender Henry Heller, das Spielplatzprojekt sei schon 2018 ausgewählt worden, habe dann aber wegen der Kosten nochmals überarbeitet werden müssen und sei 2019 bewilligt worden.

Ziel sei, „die Lebensqualität für jung und als auf dem Land zu verbessern und eine touristische Attraktion zu schaffen“. Von LEADER stammten knapp 62.000 Euro, davon trage die EU 37.000 Euro und das Land knapp 25.000 Euro. Heller überreichte an den Vereinschef Willems eine Plakette.

Beim Band durchschneiden (von links): Bernhard Tjaden, Henry Heller, Lars Willems, Dorothee Eisenlohr und Michael Lehrer. Foto: him

Pfarrer Johannes Götschke aus Aichhalden-Rötenberg sprach schließlich noch ein Segensgebet, bevor dann Dorothee Eisenlohr, Bernhard Tjaden und Michael Lehrer ans Band-Durchschneiden gingen. Für die Gemeindeoberhäupter folgte noch ein Rundflug  über Schramberg, Fluorn-Winzeln und Aichhalden – wegen der anbrechenden Dämmerung (und der ausgiebigen Reden) allerdings ein wenig abgekürzt.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 21. September 2020 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/schramberg/endlich-auch-ein-geraeuscharmes-flugzeug/274455