Erdrutsch: Imbisswagen verschüttet

Oliver Langpohl hat Existenzsorgen / Baugesuch: Stadt prüft "wohlwollend"

Von den Schlammmassen zerdrückt „Oli`s 73er“-Imbisswagen auf dem Parkplatz beim Thomas Philipps-Markt. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Als vor einem Monat ein gewal­ti­ger Erd­rutsch vom Park­platz  beim Schilteck­hof auf  den Park­platz beim Tho­mas-Phil­ipps-Markt her­un­ter rausch­te, da ging nicht nur das frü­he­re Gebäu­de mit der Pfandan­nah­me zu Bruch. Da wur­de nicht nur der Markt mit einer brau­nen Lehm­brü­he geflu­tet und  der kom­plet­te Ein­gangs­be­reich ver­schüt­tet – da haben Schlamm und Geröll auch einen Imbiss­wa­gen kom­plett ein­ge­drückt.

Bis heu­te steht „Olis 73er“ ein­ge­keilt und uner­reich­bar zwi­schen der  Pfand­häus­le­rui­ne und den Schutt­ber­gen. Oli­ver Lang­pohl, der auf dem Sul­gen an der Hei­li­gen­bron­ner Stra­ße einen Imbiss betreibt, hat mit dem Imbiss­wa­gen eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le ver­lo­ren. Zum einen natür­lich, weil beim „Tho­mas Phil­ipps“ auf abseh­ba­re Zeit kei­ne Kun­den vor­bei kom­men, zum ande­ren, weil er den Imbiss­wa­gen nicht für Fes­te  nut­zen kann. „Der hängt im Geröll.“

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass er für eine Ver­si­che­rung Bil­der machen müss­te, um den Scha­den mel­den zu kön­nen. Zwar sehe man schon, wie es von außen aus­sieht. Aber was mit den Küchen­ge­rä­ten im Inne­ren ist, weiß kei­ner. Er hof­fe auf die Ele­men­tar­scha­dens­ver­si­che­rung des Eigen­tü­mers des Flur­stücks.

Wann zahlt die Versicherung? Ungewiss

Lang­pohl hat sich inzwi­schen einen ande­ren Imbiss­wa­gen  gemie­tet. Der steht neben sei­nem Imbiss auf dem Sul­gen. „Aber ich muss erst noch die Gerä­te dafür besor­gen“, so Lang­pohl. Und dafür fehlt das Geld. „Im Moment kann ich nichts machen.“

In bes­se­ren Zei­ten: Oli­ver Lang­pohl ser­viert Cur­ry­wurst in sei­nem Imbiss­wa­gen. Archiv-Foto: him

Im Inter­net habe eine Kun­din einen Hil­fe­auf­ruf für ihn gestar­tet, berich­tet Lang­pohl. Der Text sei ihm etwas zu rühr­se­lig aus­ge­fal­len, es habe lei­der auch nega­ti­ve Reak­tio­nen gege­ben. Den­noch freue ihn die Soli­da­ri­tät auch der Vil­lin­gen­dor­fer Cave­men, die ein Bene­fiz­kon­zert für ihn orga­ni­sie­ren. „Ich hab denen damals Essen spen­diert, als deren Ver­eins­heim abge­brannt war“, erzählt Lang­pohl.

Stadt will helfen

Weil im Win­ter das Imbiss­ge­schäft nicht so gut läuft, hat Lang­pohl neben sei­ner Koch­hüt­te ein Zelt auf­ge­stellt. Aber das sei nur ein Pro­vi­so­ri­um. Bei der Stadt habe er einen Bau­an­trag ein­ge­reicht. „Ich will einen Anbau machen, damit mei­ne Gäs­te beque­mer und wär­mer sit­zen kön­nen“, erzählt er von sei­nen Zukunfts­plä­nen. Wegen einer Plan­än­de­rung muss­te der Plan aller­dings erneut den Behör­den vor­ge­legt wer­den. Aber, wie Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog ver­si­chert, die Stadt wer­de Lang­pohls Vor­ha­ben „wohl­wol­lend prü­fen und bear­bei­ten“.