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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Schram­berg ”Es ist noch viel schlim­mer gewe­sen, als man es sich vor­ge­stellt hat“

”Es ist noch viel schlimmer gewesen, als man es sich vorgestellt hat“

Schü­ler der Klas­sen­stu­fe 9 der Erhard-Jung­hans-Schu­le besu­chen das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Natz­wei­ler-Strut­hof im Elsass

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Schram­berg. Es ist ein hei­ßer Som­mer­tag, der Him­mel blau und der Blick schweift über die idyl­li­sche Hügel­land­schaft der Voge­sen. Es ist schwer fass­bar, welch unmensch­li­chen Vor­gän­ge sich hier vor fast 80 Jah­ren abge­spielt haben. So beginnt der Bericht der Erhard-Jun­g­hans-Schu­­le über den Besuch der Schü­ler der Klas­sen­stu­fe 9 im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Nat­z­wei­­ler-Stru­t­­hof. Über den Besuch infor­miert die Schu­le in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Bereits nach einer Stun­de Rund­gang durch das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Nat­z­wei­­ler-Stru­t­­hof bei über 30 Grad Hit­ze stöh­nen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­sen­stu­fe 9 der Erhard-Jun­g­hans-Schu­­le Schram­berg, die mit ihren Lehr­kräf­ten Tobi­as Buss, Maria Deu­fel, Susan­ne Wer­ner, Car­men Urbat und den Refe­ren­da­ren Mar­t­he Sie­­ben-Prinz und Han­nes Bochin­ger die Gedenk­stät­te erkun­den. Sie kön­nen nur ansatz­wei­se erah­nen, unter welch schreck­li­chen Bedin­gun­gen die Lager­in­sas­sen bei sol­chen Tem­pe­ra­tu­ren im Stein­bruch gear­bei­tet haben.

Auch wenn Nat­z­wei­­ler-Stru­t­­hof kein Ver­nich­tungs­la­ger war, wie bei­spiels­wei­se Dach­au oder Ausch­witz, son­dern ein Straf- und Arbeits­la­ger, fan­den dort zahl­rei­che Men­schen den Tod durch unmensch­li­che Arbeits- und Haft­be­din­gun­gen, Gewalt, Hun­ger, Erschöp­fung oder medi­zi­ni­sche Expe­ri­men­te. Die­je­ni­gen, die ver­such­ten sich auf­zu­leh­nen, wur­den hin­ge­rich­tet. Man kann den Hin­rich­tungs­platz mit Gal­gen heu­te noch sehen, und Depor­tier­te, die einen Flucht­ver­such wag­ten oder ein­fach nur ver­däch­tigt wur­den, eine Flucht zu pla­nen, wur­den zum Tode durch dem Strang oder durch das Erschie­ßungs­kom­man­do ver­ur­teilt.

Hen­ri Gayot, Zei­chen­leh­rer und Wider­stands­kämp­fer, hat sowohl dies als auch das Leben im Lager und die Schi­ka­nen der Lager­auf­se­her in beein­dru­cken­den Zeich­nun­gen fest­ge­hal­ten und so sind es gera­de die­se Zeich­nun­gen, die die Schü­le­rin­nen und Schü­ler wäh­rend ihres Rund­gangs beglei­ten und auf beson­de­re Art und Wei­se berüh­ren, weil sie sehr gut den täg­li­chen Schre­cken des Lager­all­tags wie­der­ge­ben.

Die Geschich­te des Lagers Strut­hof vor Ort zu erle­ben beweg­te die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Erhard-Jun­g­hans-Schu­­le sehr, wie man an fol­gen­dem Kom­men­tar einer Schü­le­rin sieht: „Durch die Vor­be­rei­tung im Geschichts­un­ter­richt hat­te ich eine Vor­stel­lung, wie das Lager aus­se­hen könn­te. Aber hier vor Ort, bei­spiels­wei­se in der Arrest­bar­ra­cke, im Kre­ma­to­ri­um oder am Todes­strei­fen wird einem deut­lich, dass es noch viel schlim­mer gewe­sen sein muss, als man es sich vor­ge­stellt hat.“

 

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