So werden Autofahrer den Faulturm sehen. Fotomontage: Stadt Schramberg

Am Ende stimm­ten alle zu: Auch die drei CDU-Mit­glie­der im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik bil­lig­ten den neu­en Faul­turm­ent­wurf, den Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager vor­ge­stellt hat­te.  Er wird mit 18 Metern etwa zwei­ein­halb Meter nied­ri­ger als ursprüng­lich geplant, die Auf­bau­ten auf dem Turm ver­schwin­den.

Die CDU-Frak­ti­on hat­te sich gegen den Platz am Schiltach-Ufer gewandt und für einen optisch weni­ger auf­fal­len­den Stand­ort ein­ge­setzt. Dies sei aus tech­ni­schen und aus Kos­ten­grün­den nicht mög­lich, hat­ten die Fach­leu­te argu­men­tiert. Des­halb plä­dier­te die CDU dafür, den Turm mög­lichst unauf­fäl­lig zu kaschie­ren oder ihn als „Eye­cat­cher“ für Stadt­wer­bung her­aus­zu­stel­len.

Rudolf Mager beton­te in Anspie­lung auf eine Kari­ka­tur von Uwe Rett­kow­ski im Schwarz­wäl­der Boten, die Stadt wol­le „kein Kuckucks- oder Über­ra­schungs­ei prä­sen­tie­ren“. Es gehe um ein tech­ni­sches Bau­werk für 1,8 Mil­lio­nen Euro, das 40 Jah­re hal­ten soll.

Als „Eye­cat­cher“, also Blick­fang, sei der Turm aber unge­eig­net. Wer von Schiltach mit dem Auto kom­me habe  auf den 120 Metern, die der Turm sicht­bar sei gera­de mal sechs Sekun­den Zeit, um das Bau­werk wahr zu neh­men. Viel auf­fäl­li­ger sei der Stein­bruch. Stadt­aus­wärts blie­ben nur drei Sekun­den. „Im Grun­de kön­nen nur die Mit­ar­bei­ter auf der Klär­an­la­ge sehen, was drauf steht.“

Kein Eyecatcher an dieser Stelle

Eine Außen­fas­sa­de aus grau­em Tra­pez­blech ähn­le in ihrer Struk­tur einem Nadel­wald und wir­ke „unauf­ge­regt“. Wäh­rend der Vege­ta­ti­ons­pe­ri­ode ver­deck­ten Bäu­me gro­ße Tei­le des Tur­mes sowie­so. Für einen „Eye­cat­cher“ sah Mager bes­se­re Mög­lich­kei­ten in Schram­berg.

CDU-Stadt­rat Ulrich Bauknecht plä­dier­te für eine Fas­sa­den­ge­stal­tung mit Hil­fe moder­ner Foli­en, wie sie Schnei­der in Ten­nen­bronn oder am thyssenkrupp-Test­turm in Rott­weil ein­ge­setzt wur­den. Damit könn­te man den Turm „ent­we­der völ­lig ver­ste­cken oder farb­lich toll gestal­ten“. Um sei­nen Vor­schlag zu unter­strei­chen, hat­te Bauknecht einen Rah­men mit­ge­bracht, in den eine sol­che Folie ein­ge­spannt war. Die Kos­ten schätz­te er auf 10.000 bis 25.000 Euro.

Das führ­te zum Hin­weis von Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog, dass die an der Klär­an­la­ge betei­lig­ten Kom­mu­nen Hardt und Lau­ter­bach nur für die Tech­nik nicht aber für die opti­sche Gestal­tung mit bezah­len woll­ten.

Technik nicht verstecken

Von Sei­ten der Frak­ti­on SPD-Bunt­specht wur­de erklärt, dass der CDU-Wunsch nach einer dezen­te­ren Gestal­tung des Turms doch weit­ge­hend erfüllt wer­de und ihr behar­ren inso­fern erfolg­reich war. Ande­rer­seits hand­le es sich nun mal um ein tech­ni­sches Bau­werk, das zu einer tech­nisch aus­ge­rich­te­ten Stadt wie Schram­berg pas­se. Gefragt, ob die Umpla­nung der Turm­auf­bau­ten zu höhe­ren Kos­ten füh­re, beton­te Mager, nein, man blei­be bei 1,8 Mil­lio­nen Euro und errei­che sogar Ver­bes­se­run­gen.

Für die Freie Lis­te fand Emil Rode, man dür­fe das „Gestal­tungs­the­ma nicht über­stra­pa­zie­ren“. Rein­hard Gün­ter von der  SPD-Bunt­specht-Frak­ti­on wur­de grund­sätz­lich: Klär­an­la­gen sei­en „eine der größ­ten Errun­gen­schaf­ten des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts“ und damit posi­tiv besetzt. Das dür­fe man im Vor­bei­fah­ren auch sehen.

Ralf Rück­ert (Freie Lis­te) könn­te sich Wer­bung für das „bad­sch­nass“ und das Ten­nen­bron­ner Frei­bad vor­stel­len, die den Blick vom Stein­bruch weg­len­ken wür­de. Ulrich Bauknecht fand das Blech­kleid schließ­lich auch in Ord­nung. „Damit machen wir nichts kaputt.“ Denn wenn sich spä­ter „die hal­be Stadt spä­ter über den Turm auf­regt, kön­nen wir ihn immer noch ver­edeln“.