Filmtalk mit Lilith Jörg aus Tennenbronn in Mannheim und großes Kino

Schramberg-Tennenbronn. „Man muss nicht in großen Metropolen wie Berlin, München oder Frankfurt leben, um richtig gute Filme zu machen.“, betonte die künstlerische Leiterin Ruth Hutter, als über Lilith Jörgs Film „Fortissimo“ im Filmtalk beim Girls Go Movie Filmfestival am vergangenen Samstag im Mannheimer Cinemaxx Kino gesprochen wurde. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Der Film stach nicht nur als einzig nominierter StopMotion-Film, sondern auch thematisch heraus. Zumeist waren die Themen in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen überwiegend kritisch und ernsthaft, von Borderline-Erlebnissen über Klimaschutz bis hin zu Mobbing.

Morticia Zschiesche (von links) mit Lilith Jörg und der Moderatorin Janina Klabes bei der Preisübergabe.

Lilith Jörg überzeugte durch ihren feinsinnigen Humor in Gestalt eines kauzigen Cellisten, der immer auf’s Neue von seinem musikalischen Vortrag abgehalten wird. Ihre frische und authentische Art lockerte die Gesprächsrunde der ausgewählten Filmemacherinnen ungemein auf. So hatte sie ihren Protagonisten dabei, berichtete über ihre Arbeit zum Film, den technischen Anforderungen, den einfachen Mitteln, mit denen sie ihr Filmset baute und gab zur Unterhaltung des Publikums die eine und andere Anekdote preis.

Beeindruckt zeigte sich Ruth Hutter auch vom Erfolg, den der Film bereits hatte. Bisher wurde er mit vier internationalen Preisen prämiert (Deutschland, USA, Serbien) und kam bei zahlreichen Wettbewerben in die offizielle Auswahl. Auch in dieser Hinsicht unterschied sich die junge Tennenbronnerin von den anderen Filmemacherinnen. Für sie ist das Internet in ihrem Heimatort ein wichtiges Tor zur Welt und sie nutzt die weltweiten Netzwerke, um ihren Film bei verschiedenen Festivals einzureichen.

Lilith Jörg im Interview mit metropolregion TV, einem lokalen Fernsehsender.

„Ein solches Talent muss unbedingt weiter gefördert werden, daher werde ich Dich dem Festivaldirektor Burkhard Inhülsen von ‚up and coming‘ (Anm.: Deutscher Nachwuchsfilmpreis, Nachwuchsförderung) weiterempfehlen.“, war Ruth Hutter überzeugt.
Bei der Preisverleihung am darauffolgenden Sonntagabend war die Spannung auf dem absoluten Höhepunkt. Sieben Preise, davon zwei gestiftete Sonderpreise, in zwei Altersklassen gab es zu gewinnen. Lilith wurde durch die hochkarätige Jury des Festivals mit dem höchsten Preis für den „besten Film“ in ihrer Alterskategorie ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die Filmwissenschaftlerin und Autorin Dr. Morticia Zschiesche, die ebenfalls die Begabung der Filmemacherin würdigte, mit reduzierten Mitteln eine Geschichte dramaturgisch wohl durchdacht und präzise auf den Punkt zu bringen.

Danach war das Medieninteresse an der Preisträgerin groß. Zahlreiche Fotos und ein Interview für einen lokalen Fernsehsender wurden gemacht und einmal mehr heißt es ‚großes Kino made in Tennenbronn‘.

 

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