In einer Vitrine im Rathausfoyer zeigt der Frauenbeirat derzeit Gegenständer, Postkarten und Dokumente zu 100 Jahre Frauenwahlrecht. Daneben Barbara Olowinsky, Barbara Kunst und Simone Hangst (von links). Foto: him

SCHRAMBERG – Die Vor­sit­zen­de des städ­ti­schen Frau­en­bei­rats, Bar­ba­ra Kunst, hat über die  zahl­rei­chen Aktio­nen des Frau­en­bei­rats in die­sem Jahr zum The­ma Wahl­recht und Kom­mu­nal­wahl berich­tet. Sie hat das beschei­de­ne Ergeb­nis – gera­de mal drei Frau­en im  Gemein­de­rat beklagt: „Es hät­te dem Gre­mi­um gut getan, wenn in allen Frak­tio­nen die weib­li­che Sicht ein­ge­bracht wer­den könn­te.“

Ober­bür­ger­meis­te­rin Doro­thee Eisenlohr gra­tu­lier­te ein­gangs Kunst und ihrer Stell­ver­tre­te­rin Bar­ba­ra Olo­win­sky zu ihrer Wie­der­wahl im Frau­en­bei­rat.

Kunst erläu­ter­te dem Gre­mi­um, wel­che Grup­pie­run­gen  im Frau­en­bei­rat ver­tre­ten sind: Neben Ver­tre­te­rin­nen aus allen im Rat ver­tre­te­nen Par­tei­en und Grup­pie­run­gen sind es die gewähl­ten Gemein­de­rä­tin­nen und Ort­schafts­rä­tin­nen. Außer­dem ent­sen­den der Katho­li­sche Frau­en­bund Schram­berg-Tal­stadt und Sul­gen, der Eli­sa­be­then­ver­ein Schram­berg und ElKi­Co Schram­berg Ver­tre­te­rin­nen in den Frau­en­bei­rat. Als Geschäfts­füh­re­rin unter­stützt Simo­ne Hangst vom JUKS nun den Frau­en­bei­rat. Die bis­he­ri­ge Geschäfts­füh­re­rin Anni­ka Erath ist in Mut­ter­schutz und Eltern­zeit gegan­gen.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Etli­che frau­en­po­li­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen habe der Frau­en­bei­rat in den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten orga­ni­siert: Ange­fan­gen vom Inter­na­tio­na­len Tag gegen Gewalt an Frau­en am 25. Novem­ber über einen  Vor­trag von Gise­la Lix­feld „100 Jah­re Frau­en­wahl­recht“ im Janu­ar und die Akti­on des Katho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des „Wir zie­hen den Hut“ eben­falls zum The­ma „100 Jah­re Frau­en­wahl­recht“  und einen Antrag auf Benen­nung neu­er Stra­ßen nach den ers­ten drei Gemein­de­rä­tin­nen bis zu Aktio­nen zur Kom­mu­nal­wahl im Mai.

In einem  Fly­er warb der Frau­en­bei­rat für die Stär­kung der Frau­en­quo­te im Gemein­de­rat. Die Kan­di­da­tin­nen aller Lis­ten ver­teil­ten die­sen Fly­er gemein­sam Ende April. Die Wer­bung um Kan­di­da­tu­ren von Frau­en sei inso­weit erfolg­reich gewe­sen, „dass vie­le, auch bekann­te und enga­gier­te Frau­en als Kan­di­da­tin­nen auf den Lis­ten ver­tre­ten waren“, so Kunst. „Dass aber letzt­end­lich nur drei Frau­en den Ein­zug in den Gemein­de­rat geschafft haben“, sei scha­de.

Mehr Frau­en hät­ten dem Rat gut getan, ist Kunst über­zeugt. „Wir sehen daher wei­ter die Not­wen­dig­keit, als Frau­en­bei­rat – soweit es uns mög­lich ist – zu kom­mu­nal­po­li­ti­schen The­men Stel­lung zu neh­men bezie­hungs­wei­se in unse­ren Grup­pie­run­gen auf­zu­neh­men.“

„Sichere Orte für Kinder“

In den kom­men­den Wochen und Mona­ten will der Frau­en­bei­rat wie­der mit Fah­nen und einem Info­stand in der Buch­le­se auf den Akti­ons­tag am 25. Novem­ber „Nein zu Gewalt an Mäd­chen und Frau­en“ hin­wei­sen.

Als Schwer­punkt­the­ma hät­ten sie sich vor­ge­nom­men, dar­über zu bera­ten, ob die Ein­rich­tung von Anlauf­stel­len für Kin­der im Stadt­ge­biet – soge­nann­te „siche­re Orte“ – in Schram­berg umsetz­bar wäre. Als wei­te­re Neue­rung kün­dig­te Kunst an, dass der Frau­en­bei­rat sei­ne Sit­zun­gen auch in den Stadt­tei­len Wald­mös­sin­gen und Ten­nen­bronn ab hal­ten wer­de.

„Es war auch der Wählerinnenwille“

Als „eine der weni­gen Frau­en im Rat“ dank­te Tan­ja Wit­kow­ski (SPD-Bunt­specht) dem Frau­en­bei­rat für sei­ne Arbeit. Dass das Frau­en­wahl­recht nicht zum Selbst­läu­fer gewor­den sei, zei­ge das  „nicht zufrie­den­stel­len­de“ Kom­mu­nal­wahl­er­geb­nis. „Die Frau­en­sicht ist bei man­chen The­men anders, als die Män­ner­sicht“, bestä­ti­ge Wit­kow­ski. Sie begrüß­te, dass sich der Frau­en­bei­rat des The­mas „Siche­re Orte für Kin­der“ anneh­men wol­le.

Tho­mas Brant­ner (CDU) bedau­er­te eben­falls den gerin­gen Frau­en­an­teil, und das, obwohl „alle Lis­ten gute Frau­en auf­ge­stellt hat­ten.“ Es sei für ihn schwie­rig, für das schlech­te Abschnei­den der frau­en Grün­de zu fin­den. Auf der CDU-Lis­te sei fast die Häl­fe weib­lich gewe­sen. „Aber das Ergeb­nis ist der Wäh­ler­wil­le.“ Durch die Wahl von Doro­thee Eisenlohr zur Ober­bür­ger­meis­te­rin sei der weib­li­che Anteil im Rat aller­dings ein wenig gestie­gen, füg­te er schmun­zelnd hin­zu.

Udo Neudeck(Freie Lis­te) hat­te eben­falls kei­ne Erklä­rung für das schwa­che Abschnei­den der Frau­en: „Wir hat­ten so vie­le Kan­di­da­tin­nen wie noch nie.“ Bernd Rich­ter (ÖDP) bemerk­te zum Wahl­ver­hal­ten: „Es war auch der Wäh­le­rin­nen­wil­le.“ Bei ihnen wür­de immer­hin eine Frau nach­rü­cken, soll­te ein Rat aus­schei­den.

Mit Bei­fall dank­te der Aus­schuss schließ­lich dem Frau­en­bei­rat und ihrer Vor­sit­zen­den für ihre Arbeit.