So stellen sich die Planer die Variante 9 aus der Vogelperspektive vor. Fotos: him

SCHRAMBERG  (him) – Es ist voll­bracht: Nach dem Ort­schafts­rat emp­fiehlt auch der Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik  dem Gemein­de­rat, die abge­speck­te Vari­an­te 9 für die Sanie­rung des „Schram­ber­ger Frei­bads im Orts­teil Ten­nen­bronn“ – so die offi­zi­el­le Sprach­re­ge­lung – umzu­set­zen.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog begrüß­te in der Sit­zung am Don­ners­tag die Archi­tek­ten Uwe Kepp­ler und Artur Sta­jsz­c­zyk vom Büro Schick aus Karls­ru­he. Stadt­wer­ke­lei­ter Peter Kälb­le gab einen Rück­blick auf den Pla­nungs­pro­zess mit Exkur­si­on und zahl­rei­chen Arbeits­grup­pen­sit­zun­gen. Nun ste­he die Vari­an­te 9 zur Dis­kus­si­on. Im gesam­ten Pro­zess zur Moder­ni­sie­rung des Frei­bads ste­he man aller­dings noch am Anfang.

Der nächs­te Schritt sei eine kon­kre­te Kos­ten­be­rech­nung. Kälb­le mahn­te: „Wir soll­ten nicht nur auf die Kos­ten schau­en, son­dern auch, ob durch mehr Attrak­tio­nen mehr Besu­cher und damit höhe­re Ein­nah­men zu erzie­len sind.“  Beim der­zei­ti­gen nied­ri­gen Zins­ni­veau lie­ße sich mit 80.000 Euro Mehr­ein­nah­men eine Mil­li­on Euro auf 15 Jah­re finan­zie­ren. Aller­dings sei der Frei­bad­be­such, wie der schlech­te Som­mer 2017 zei­ge, stark vom Wet­ter abhän­gig.

Der lange Weg zur Freibad-Variante 9

Uwe Kepp­ler und Artur Sta­jsz­c­zyk vom Büro Schick bei der Prä­sen­ta­ti­on (von links).

Uwe Kepp­ler beschrieb den Pla­nungs­pro­zess, von der ursprüng­li­chen Vari­an­te 1 für 3,5 Mil­lio­nen bis zur Vari­an­te 9 zu 4,8 Mil­lio­nen Euro – die die Arbeits­grup­pe wie­der auf 4,3 Mil­lio­nen Euro her­un­ter gestri­chen habe. Die aktu­el­le Lösung bedeu­te eine Was­ser­flä­che von 986 Qua­drat­me­tern, bräch­te eine Schwim­mer­be­cken­län­ge von 33 Metern und sechs Bah­nen. Für die­se Was­ser­men­ge sei ein neu­es Fil­ter­ge­bäu­de in Ein­fachst­bau­wei­se nötig. Dar­an wer­de ein Umkleide‑, Toi­let­ten und-Wickel­be­reich ange­glie­dert.

Gespart wer­de an der Sanie­rung der Sitz­trep­pen, an den Spru­del­dü­sen, bei der Bepflan­zung, beim Pflas­ter oben. Spen­der sol­len den Spiel­platz finan­zie­ren, ergänz­te Peter Kälb­le. Zwei wei­te­re Mög­lich­kei­ten, die Kos­ten zu redu­zie­ren, lie­gen im Zeit­plan: Wenn das Bad im Som­mer umge­baut wird, könn­ten die Aus­schrei­bungs­er­geb­nis­se um 100.000 Euro güns­ti­ger aus­fal­len. Außer­dem fal­len die Kos­ten für eine Sai­son in Höhe von etwa 200.000 Euro weg. So lan­de man schließ­lich bei 4,3 Mil­lio­nen Euro.

Zustimmung im Ausschuss

Die Frak­ti­on SPD-Bunt­specht wer­de dem Plan zustim­men, ver­si­cher­te deren Ver­tre­ter. Die Arbeits­grup­pe habe einen trag­fä­hi­gen Kom­pro­miss gefun­den. Beim Abwä­gen „Sprung­be­reich oder Rut­sche” hät­ten alle von der Arbeits­grup­pe befrag­ten Bad­be­trei­ber zu Rut­schen gera­ten, weil die­se viel stär­ker genutzt wür­den. Die – etwa 150.000 Euro teu­re­re – Aus­stat­tung mit Edel­stahl statt einer Mischung aus Kunst­stoff und Edel­stahl recht­fer­ti­ge die  län­ge­re Lebens­dau­er und ein­fa­che­rer War­tung über den Win­ter.

Für die CDU-Frak­ti­on nann­te Ulrich Bauknecht die jetzt gefun­den Vari­an­te die ers­te, die ihn zu 100 Pro­zent über­zeu­ge. Er sei einer der schärfs­ten Kos­ten­kri­ti­ker gewe­sen. Die Plat­zie­rung des Klein­kin­der­be­reichs unten, die Mög­lich­keit im Schwim­mer­be­cken für Nicht­schwim­mer Gym­nas­tik anbie­ten zu kön­nen, sei­en zwei Punk­te, die ihm gefie­len.

Auch er plä­dier­te für den Ver­zicht auf den Sprung­be­reich, weil wegen des erhöh­ten Per­so­nal­be­darfs die Sprung­bret­ter oft geschlos­sen blei­ben müss­ten. Nach zwei tra­gi­schen Todes­fäl­len wür­den die Vor­schrif­ten noch­mals ver­schärft. Es sei sicher, „der Segen der CDU kommt.“

Zusammen gerauft

SPD-Bunt­specht Rat Rein­hard Gün­ter aus Ten­nen­bronn erin­ner­te dar­an, dass auch bei den Hal­len­bad­plä­nen im Vor­feld „nicht alles glatt lief“.

OB Her­zog beschrieb den wei­te­ren Gang: Nach einem Gemein­de­rats­be­schluss zur Vari­an­te 9 sei eine Bür­ger­infor­ma­ti­on vor­ge­se­hen. Dann kom­me die eigent­li­che Pla­nung, in der die Stadt auch die Stell­platz­fra­ge klä­ren wer­de. Sobald eine Bau­ge­neh­mi­gung vor­lie­ge, wer­de der Rat die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen.

Peter Kälb­le bedank­te sich schließ­lich bei allen Betei­lig­ten: „Wir haben uns ordent­lich gerauft, teil­wei­se war es sehr emo­tio­nal, aber jetzt passt‘s.“ Die Lösung sei ein guter Kom­pro­miss und „die Bür­ger die Gewin­ner“. Bei einer Gegen­stim­me (Emil Rode, Freie Lis­te) emp­fiehlt der Aus­schuss dem Gemein­de­rat, die Vari­an­te 9 wei­ter zu ver­fol­gen.