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Mittwoch, 26. Februar 2020

Freibad in Tennenbronn: AUT stimmt Vorplanung zu

Geschätzte Kosten: 4,3 Millionen Euro

SCHRAMBERG  (him) – Es ist vollbracht: Nach dem Ortschaftsrat empfiehlt auch der Ausschuss für Umwelt und Technik  dem Gemeinderat, die abgespeckte Variante 9 für die Sanierung des „Schramberger Freibads im Ortsteil Tennenbronn“ – so die offizielle Sprachregelung – umzusetzen.

Oberbürgermeister Thomas Herzog begrüßte in der Sitzung am Donnerstag die Architekten Uwe Keppler und Artur Stajszczyk vom Büro Schick aus Karlsruhe. Stadtwerkeleiter Peter Kälble gab einen Rückblick auf den Planungsprozess mit Exkursion und zahlreichen Arbeitsgruppensitzungen. Nun stehe die Variante 9 zur Diskussion. Im gesamten Prozess zur Modernisierung des Freibads stehe man allerdings noch am Anfang.

Der nächste Schritt sei eine konkrete Kostenberechnung. Kälble mahnte: „Wir sollten nicht nur auf die Kosten schauen, sondern auch, ob durch mehr Attraktionen mehr Besucher und damit höhere Einnahmen zu erzielen sind.“  Beim derzeitigen niedrigen Zinsniveau ließe sich mit 80.000 Euro Mehreinnahmen eine Million Euro auf 15 Jahre finanzieren. Allerdings sei der Freibadbesuch, wie der schlechte Sommer 2017 zeige, stark vom Wetter abhängig.

Der lange Weg zur Freibad-Variante 9

Uwe Keppler und Artur Stajszczyk vom Büro Schick bei der Präsentation (von links).

Uwe Keppler beschrieb den Planungsprozess, von der ursprünglichen Variante 1 für 3,5 Millionen bis zur Variante 9 zu 4,8 Millionen Euro – die die Arbeitsgruppe wieder auf 4,3 Millionen Euro herunter gestrichen habe. Die aktuelle Lösung bedeute eine Wasserfläche von 986 Quadratmetern, brächte eine Schwimmerbeckenlänge von 33 Metern und sechs Bahnen. Für diese Wassermenge sei ein neues Filtergebäude in Einfachstbauweise nötig. Daran werde ein Umkleide-, Toiletten und-Wickelbereich angegliedert.

Gespart werde an der Sanierung der Sitztreppen, an den Sprudeldüsen, bei der Bepflanzung, beim Pflaster oben. Spender sollen den Spielplatz finanzieren, ergänzte Peter Kälble. Zwei weitere Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren, liegen im Zeitplan: Wenn das Bad im Sommer umgebaut wird, könnten die Ausschreibungsergebnisse um 100.000 Euro günstiger ausfallen. Außerdem fallen die Kosten für eine Saison in Höhe von etwa 200.000 Euro weg. So lande man schließlich bei 4,3 Millionen Euro.

Zustimmung im Ausschuss

Die Fraktion SPD-Buntspecht werde dem Plan zustimmen, versicherte deren Vertreter. Die Arbeitsgruppe habe einen tragfähigen Kompromiss gefunden. Beim Abwägen „Sprungbereich oder Rutsche“ hätten alle von der Arbeitsgruppe befragten Badbetreiber zu Rutschen geraten, weil diese viel stärker genutzt würden. Die – etwa 150.000 Euro teurere – Ausstattung mit Edelstahl statt einer Mischung aus Kunststoff und Edelstahl rechtfertige die  längere Lebensdauer und einfacherer Wartung über den Winter.

Für die CDU-Fraktion nannte Ulrich Bauknecht die jetzt gefunden Variante die erste, die ihn zu 100 Prozent überzeuge. Er sei einer der schärfsten Kostenkritiker gewesen. Die Platzierung des Kleinkinderbereichs unten, die Möglichkeit im Schwimmerbecken für Nichtschwimmer Gymnastik anbieten zu können, seien zwei Punkte, die ihm gefielen.

Auch er plädierte für den Verzicht auf den Sprungbereich, weil wegen des erhöhten Personalbedarfs die Sprungbretter oft geschlossen bleiben müssten. Nach zwei tragischen Todesfällen würden die Vorschriften nochmals verschärft. Es sei sicher, „der Segen der CDU kommt.“

Zusammen gerauft

SPD-Buntspecht Rat Reinhard Günter aus Tennenbronn erinnerte daran, dass auch bei den Hallenbadplänen im Vorfeld „nicht alles glatt lief“.

OB Herzog beschrieb den weiteren Gang: Nach einem Gemeinderatsbeschluss zur Variante 9 sei eine Bürgerinformation vorgesehen. Dann komme die eigentliche Planung, in der die Stadt auch die Stellplatzfrage klären werde. Sobald eine Baugenehmigung vorliege, werde der Rat die endgültige Entscheidung treffen.

Peter Kälble bedankte sich schließlich bei allen Beteiligten: „Wir haben uns ordentlich gerauft, teilweise war es sehr emotional, aber jetzt passt‘s.“ Die Lösung sei ein guter Kompromiss und „die Bürger die Gewinner“. Bei einer Gegenstimme (Emil Rode, Freie Liste) empfiehlt der Ausschuss dem Gemeinderat, die Variante 9 weiter zu verfolgen.

 

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