Vor vier Wochen besichtigte der Ausschuss für Umwelt und Technik die Tierheimbaustelle im Paradieshof. Der Vereinsvorsitzende Claudio di Simio (zweiter von rechts) stand Rede und Antwort. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) hat eine Entscheidung zur Erhöhung der Fundtierpauschale vertagt. Der Tierschutzverein Schramberg hatte beantragt, statt bisher 30 Cent solle Schramberg künftig 1,50 Euro je Einwohner bezahlen.

Vor den recht zahlreich in roten Vereinsjacken erschienenen Mitgliedern des Tierschutzvereins legte Fachbereichsleiter Peter Weisser dar, dass die 2014 auf 30 Cent festgesetzte  Fundtierpauschale auf 1,50 Euro erhöht werden soll. Der Verein begründe dies damit, dass die Aufwendungen sehr stark gestiegen seien. „Umliegende Gemeinden haben schon erhöht“, so Weisser. Auch Rottweil wolle die derzeit gezahlte Pauschale von 1,20 Euro angeben und zahle dann „deutlich mehr“ als Schramberg.

Statt der bisher 6.300 Euro werde Schramberg von 2018 an jährlich 31.500 Euro an den Verein abführen. Oberbürgermeister Thomas Herzog ergänzte, dass der Verein ehrenamtlich eine Pflichtaufgabe der Kommune übernehme.

Für CDU-Stadtrat Jürgen Kaupp fehlten belastbare Zahlen, die eine solch starke Erhöhung begründen würden. Volker Liebermann, ÖDP, versicherte, auch bei einer Erhöhung  der Pauschale auf 1,50 Euro seien die Kosten nur zu 87 Prozent gedeckt. „Der Verein ist dringend auf das Geld angewiesen.“

Mirko Witkowski (SPD-Buntspecht) fragte, weshalb ein Verfünffachen nötig sei. Darauf antwortete der Vorsitzende des Tierschutzvereins Claudio Di Simio, die Stadt habe eben in der Vergangenheit zu wenig gezahlt. „Die Tierarztkosten sind sehr hoch.“ Zusätzlich entstünden dem Verein Kosten durch die Nutzung des Gebäudes Paradieshof. Auch rechne er mit Personalkosten für eine Vollzeitkraft.

Verein betreut 60 bis 100 Tiere pro Jahr

Auf Nachfrage aus dem Gremium berichtete di Simio, der Verein nehme zwischen 60 und 100 Tiere pro Jahr auf. Der Schramberger Anteil seien etwa 60 bis 70 Tiere. Das seien überwiegend Katzen, aber auch Hunde, Hasen, Schafe und Schlangen habe der Verein schon betreut. Bei anderer Gelegenheit hatte di Simio dem Gremium berichtet, die Katzen blieben „im Schnitt 30 Tage hier“. Bei Hunden fänden sich die Besitzer viel schneller.

Die Betreuung der Tiere sei unterschiedlich intensiv und verursache unterschiedliche Kosten. Für die  Berechnung der Pauschale habe er mit Tierarztkosten zwischen 12.000 und 15.000 Euro kalkuliert, beim Futter mit 11.000 Euro. Für Heizung, Wasser und Strom  4.500 Euro und für den Lohn einer hauptamtlichen Kraft 26.000 Euro. „Unter dem Strich 70.000 Euro“, so di Simio. Schrambergs Anteil  daran  betrage 41.000 Euro, die fehlenden knapp 10.000 Euro müsse der Verein über Spenden finanzieren.

Auch wenn Fachbereichsleiter Weisser mehrfach versicherte, die Verwaltung habe die Zahlen geprüft und die seien in Ordnung – mit sieben zu drei Stimmen beschloss der Ausschuss, eine Entscheidung zu vertagen. Zumal der Verein Betriebs-Kosten für das immer noch im Bau befindliche und nicht als solches genutzte Tierheim ansetzt. Beim Paradieshof soll der erste Bauabschnitt laut Di Simio „im Jahr 2018“ fertig werden. Bei der Vorstellung des Projektes 2013 im Gemeinderat hatte der Verein angekündigt, man werde 2014/15 einziehen.