Fundtierpauschale: Tierschutzverein muss warten

AUT vertagt Entscheidung auf Januar / Konkrete Zahlen fehlen

Vor vier Wochen besichtigte der Ausschuss für Umwelt und Technik die Tierheimbaustelle im Paradieshof. Der Vereinsvorsitzende Claudio di Simio (zweiter von rechts) stand Rede und Antwort. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Der Auss­chuss für Umwelt und Tech­nik (AUT) hat eine Entschei­dung zur Erhöhung der Fundtier­pauschale vertagt. Der Tier­schutzvere­in Schram­berg hat­te beantragt, statt bish­er 30 Cent solle Schram­berg kün­ftig 1,50 Euro je Ein­wohn­er bezahlen.

Vor den recht zahlre­ich in roten Vere­in­s­jack­en erschiene­nen Mit­gliedern des Tier­schutzvere­ins legte Fach­bere­ich­sleit­er Peter Weiss­er dar, dass die 2014 auf 30 Cent fest­ge­set­zte  Fundtier­pauschale auf 1,50 Euro erhöht wer­den soll. Der Vere­in begründe dies damit, dass die Aufwen­dun­gen sehr stark gestiegen seien. „Umliegende Gemein­den haben schon erhöht“, so Weiss­er. Auch Rot­tweil wolle die derzeit gezahlte Pauschale von 1,20 Euro angeben und zahle dann „deut­lich mehr“ als Schram­berg.

Statt der bish­er 6.300 Euro werde Schram­berg von 2018 an jährlich 31.500 Euro an den Vere­in abführen. Ober­bürg­er­meis­ter Thomas Her­zog ergänzte, dass der Vere­in ehre­namtlich eine Pflich­tauf­gabe der Kom­mune übernehme.

Für CDU-Stad­trat Jür­gen Kaupp fehlten belast­bare Zahlen, die eine solch starke Erhöhung begrün­den wür­den. Volk­er Lieber­mann, ÖDP, ver­sicherte, auch bei ein­er Erhöhung  der Pauschale auf 1,50 Euro seien die Kosten nur zu 87 Prozent gedeckt. „Der Vere­in ist drin­gend auf das Geld angewiesen.“

Mirko Witkows­ki (SPD-Buntspecht) fragte, weshalb ein Ver­fünf­fachen nötig sei. Darauf antwortete der Vor­sitzende des Tier­schutzvere­ins Clau­dio Di Simio, die Stadt habe eben in der Ver­gan­gen­heit zu wenig gezahlt. „Die Tier­arztkosten sind sehr hoch.“ Zusät­zlich entstün­den dem Vere­in Kosten durch die Nutzung des Gebäudes Paradieshof. Auch rechne er mit Per­son­alkosten für eine Vol­lzeitkraft.

Verein betreut 60 bis 100 Tiere pro Jahr

Auf Nach­frage aus dem Gremi­um berichtete di Simio, der Vere­in nehme zwis­chen 60 und 100 Tiere pro Jahr auf. Der Schram­berg­er Anteil seien etwa 60 bis 70 Tiere. Das seien über­wiegend Katzen, aber auch Hunde, Hasen, Schafe und Schlangen habe der Vere­in schon betreut. Bei ander­er Gele­gen­heit hat­te di Simio dem Gremi­um berichtet, die Katzen blieben „im Schnitt 30 Tage hier“. Bei Hun­den fän­den sich die Besitzer viel schneller.

Die Betreu­ung der Tiere sei unter­schiedlich inten­siv und verur­sache unter­schiedliche Kosten. Für die  Berech­nung der Pauschale habe er mit Tier­arztkosten zwis­chen 12.000 und 15.000 Euro kalkuliert, beim Fut­ter mit 11.000 Euro. Für Heizung, Wass­er und Strom  4.500 Euro und für den Lohn ein­er haup­tamtlichen Kraft 26.000 Euro. „Unter dem Strich 70.000 Euro“, so di Simio. Schram­bergs Anteil  daran  betrage 41.000 Euro, die fehlen­den knapp 10.000 Euro müsse der Vere­in über Spenden finanzieren.

Auch wenn Fach­bere­ich­sleit­er Weiss­er mehrfach ver­sicherte, die Ver­wal­tung habe die Zahlen geprüft und die seien in Ord­nung — mit sieben zu drei Stim­men beschloss der Auss­chuss, eine Entschei­dung zu verta­gen. Zumal der Vere­in Betriebs-Kosten für das immer noch im Bau befind­liche und nicht als solch­es genutzte Tier­heim anset­zt. Beim Paradieshof soll der erste Bauab­schnitt laut Di Simio „im Jahr 2018“ fer­tig wer­den. Bei der Vorstel­lung des Pro­jek­tes 2013 im Gemein­der­at hat­te der Vere­in angekündigt, man werde 2014/15 einziehen.