Der „Arbeits­kreis prä­ven­ti­ve Fami­li­en- und Jugend­hil­fe” ist kürz­lich zusam­men­ge­kom­men, um sie mit „Cyber­mob­bing, Gefah­ren in Sozia­len Netz­wer­ken” zu befas­sen. Dar­über berich­tet der Arbeits­kreis in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Wer­ner Kauf­mann, Poli­zei­ober­kom­mi­sar und Jugend­sach­be­ar­bei­ter beim Poli­zei­re­vier Schram­berg, refe­rier­te zu die­sem The­ma beim jüngs­ten Tref­fen des Arbeits­krei­ses. Die­ser wird abwech­selnd von AWO, Kin­der­schutz­bund und der  Gemein­de­rats­frak­ti­ons­ge­mein­schaft SPD-Bunt­specht orga­ni­siert und vor­be­rei­tet. Wer­ner Kauf­mann beleuch­te­te in sei­nem Vor­trag  unter­schied­li­che Facet­ten: So beschrieb er „Tas­teless-Ange­bo­te“: Inter­net­sei­ten, die geschmack­lo­se, gewalt­ver­herr­li­chen­de Bil­der, Bil­der von Ver­letz­ten, Getö­te­ten, Ver­un­stal­te­ten zei­gen. Sie reiz­ten Kin­der und Jugend­li­che zum Anschau­en, so Kauf­mann im Sin­ne einer „vir­tu­el­len Mut­pro­be“.

Ein wei­te­rer Aspekt war die Inter­net­kri­mi­na­li­tät, die­se bie­tet vie­le Vor­tei­le für die Täter: Sie tre­ten nicht phy­sisch in Erschei­nung, son­dern errei­chen über Län­der­gren­zen hin­weg in hoher Geschwin­dig­keit eine gro­ße Zahl von Opfern. „Die Ermitt­lung und Ver­fol­gung gestal­tet sich dage­gen sehr schwie­rig“, so der erfah­re­ne Poli­zei­be­am­te.

Sehr beliebt: „Porno”

Unge­fähr 920 Mil­lio­nen Tref­fer gibt es, wenn man bei Goog­le und Yahoo den Such­be­griff „Por­no“ ein­gibt. Die Sei­ten sind leicht zugäng­lich, eine wir­kungs­vol­le Alters­be­schrän­kung gibt es nicht.  Als Gefahr sieht Kauf­mann hier eine „dro­hen­de sexu­el­le Ver­wahr­lo­sung“.

Chat-Räu­me, wie www.facebook.com,  www.instagram.com oder www.snapchat.com bie­ten unter ande­rem Mög­lich­kei­ten für  Cyber­mob­bing. Kin­der und Jugend­li­che belei­di­gen sich gegen­sei­tig, ohne sich per­sön­lich gegen­über zu ste­hen. Die Täter sehen die Reak­ti­on des Opfers nicht, sie han­deln im ver­meint­li­chen Schutz der Anony­mi­tät. Dadurch sinkt die Hemm­schwel­le. Die Opfer kön­nen sich kaum dage­gen weh­ren. Cyber­mob­bing  sei für die Opfer noch viel schlim­mer, als klas­si­sches Mob­bing, so Kauf­mann. Die Cyber­at­ta­cken ver­brei­ten sich in Win­des­ei­le und sind im Inter­net für jeden ein­seh­bar und sind kaum zu löschen.

Eine Stu­die der Uni­ver­si­tät Müns­ter aus dem Jahr 2011 ergab, dass jeder drit­te Jugend­li­che von betrof­fen sei, so Rena­te Much in ihrer Begrü­ßung.

Was tun?

Kauf­mann rät, mög­lichst weni­ge per­sön­li­che Daten im Inter­net preis zu geben. Wer sich gemobbt fühlt, soll­te Screen­shots als Beweis machen und spei­chern. Eltern soll­ten sich selbst mit dem Inter­net aus­ken­nen und früh­zei­tig mit ihren Kin­dern Regeln für die Inter­net­nut­zung fest­le­gen.

Tech­ni­sche Tipps kön­nen Eltern im Inter­net zum Bei­spiel unter www.bsi-fuer-buerger.de oder www.klicksafe.de fin­den.

Kauf­mann und sein Kol­le­ge Rei­ner Urner bie­ten Auf­klä­rung bei Eltern­aben­den in den Grund­schu­len ab Klas­se 3, in den Schul­klas­sen selbst ab Klas­se 6. Wich­tig für sie ist, dass die Eltern und Jugend­li­chen Ver­trau­en in die Arbeit der Poli­zei haben und sich bei Betrof­fen­heit schnell Hil­fe holen.

Beim nächs­ten Tref­fen will sich der Arbeits­kreis mit dem The­ma: „Recht auf Bil­dung – Gefah­ren der Benach­tei­li­gung im länd­li­chen Raum“ befas­sen.