SCHRAMBERG  – Die Schnee­fäl­le der ver­gan­ge­nen Wochen haben dazu geführt, dass am Rand des Schul­hofs an der Ten­nen­bron­ner Grund­schu­le ordent­lich hohe Schnee­hau­fen ent­stan­den. Idea­le Spiel­mög­lich­kei­ten für die Grund­schü­ler.

Doch mit der Zeit wur­de der Schnee immer här­ter und ver­eis­te. Die Kin­der tob­ten dar­auf her­um, schubs­ten sich und schlit­ter­ten ste­hend hin­un­ter. „Das wird uns jetzt zu gefähr­lich“, dach­te die Leh­rer­schaft, und so ver­bot Schul­lei­te­rin Tan­ja Wit­kow­ski das auf die Schnee­bur­gen Klet­tern.

Aber da hat­te sie die Rech­nung ohne ihre Demo­kra­tie-geüb­te Schü­ler­schar gemacht: „Seit bald acht Jah­ren gibt es bei uns Klas­sen­spre­cher­wah­len schon ab der ers­ten Klas­se“, erzählt Wit­kow­ski. Übli­cher­wei­se wird erst an den wei­ter­füh­ren­den Schu­len ab Klas­se 5. gewählt und eine Schü­ler­mit­ver­ant­wor­tung gebil­det. In Ten­nen­bronn tref­fen sich die Klas­sen­spre­che­rin­nen und -spre­cher mehr­mals im Jahr. Sie tre­ten auch bei offi­zi­el­len Anläs­sen auf und dür­fen dann eine klei­ne Rede hal­ten.

Die Unter­schrif­ten­lis­te der Ten­nen­bron­ner Grund­schü­ler. Foto: Schu­le

Aber sie kön­nen auch ihre Inter­es­sen vor­brin­gen. Kaum war das „Schnee­bur­gen­ver­bot“ erlas­sen, sam­mel­ten die Kin­der Unter­schrif­ten dage­gen und über­reich­ten die Lis­te ihrer Schul­lei­te­rin. Wit­kow­ski und ihre Leh­rer­kol­le­gen „fan­den das super, das ist ja genau, was wir wol­len, dass sich die Kin­der betei­li­gen“. In der nächs­ten gro­ßen Pau­se berief sie eine Ver­samm­lung ein, und die Kin­der berie­ten Regeln für das gefahr­lo­se Her­um­to­ben auf den Schnee­bur­gen: „Nicht im Ste­hen rut­schen, kei­ne ande­ren Kin­der schub­sen, nicht strei­ten.“

Die Kin­der ver­spra­chen, sich an die selbst gege­be­nen Regeln zu hal­ten – und Tan­ja Wit­kow­ski hob das Schnee­burg­be­tre­tungs­ver­bot wie­der auf. Bis­her habe es funk­tio­niert, sie habe kei­ne Kla­gen gehört, erzählt sie. Ihr impo­nie­re, „dass sich die Kin­der trau­en und selbst orga­ni­sie­ren“.

Natür­lich sei auch jetzt die Gefahr, dass sich ein Kind auf den Schnee­bur­gen weh tut, nicht ganz  gebannt. „Aber durch die ver­ein­bar­ten Ver­hal­tens­re­geln wis­sen jetzt alle Kin­der genau, was sie beim Toben auf den Schnee­bur­gen beach­ten müs­sen, damit sie sich nicht weh­tun.“