Getrennte Wege: CDU-Fraktion und Johannes Grimm+++aktualisiert

Maurer: Anderer Politikstil / Grimm: Keine Stellungnahme zu Listenplänen

Johannes Grimm. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Stadt­rat Johan­nes Grimm wird künf­tig nicht mehr an CDU-Frak­ti­ons­sit­zun­gen teil­neh­men. Er blei­be aber Mit­glied der CDU-Frak­ti­on, stellt der Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de Tho­mas Brant­ner klar.

CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Cle­mens Mau­rer hat im Gespräch mit der NRWZ dies damit begrün­det, dass Grimm mög­li­cher­wei­se auf einer ande­ren Lis­te für die Gemein­de­rats­wah­len kan­di­die­re. „Der Vor­stand von BMW nimmt ja auch nicht an den Vor­stands­sit­zun­gen bei Daim­ler teil.”

Dass zwi­schen dem frü­he­ren CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­den Johan­nes Grimm und der CDU-Frak­ti­on die Stim­mung nicht die bes­te ist, das war spä­tes­tens seit dem Raus­wurf von Jür­gen Reu­ter aus der Frak­ti­on Ende Janu­ar 2016 allen im Gemein­de­rat und der Ver­wal­tung klar. Grimm hat­te sich damals für ein hal­bes Jahr von den Sit­zun­gen beur­lau­ben las­sen.

Im Janu­ar die­ses Jah­res  ver­zich­te­te er auf eine Wie­der­wahl ins Amt des CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­den und ver­si­cher­te der NRWZ, dies habe „nichts mit der Frak­ti­on zu tun.” Er ver­wies auf sei­ne gro­ße Fami­lie, um die er sich stär­ker küm­mern wol­le.

Nun scheint das Tisch­tuch end­gül­tig zer­schnit­ten. Nach sei­ner Andeu­tung, sich mit einer eige­nen Lis­te bei den Gemein­de­rats­wah­len im kom­men­den Jahr bewer­ben zu wol­len, hat­te sich die Stim­mung inner­halb der Frak­ti­on deut­lich ver­schlech­tert. Jetzt zie­hen bei­de Sei­ten dar­aus die Kon­se­quenz.

Die Nicht­teil­nah­me an den Frak­ti­ons­sit­zun­gen haben wir gemein­sam, ein­ver­nehm­lich ver­ein­bart“, betont Mau­rer, die Lis­ten­plä­ne sei­en „allei­ni­ge Ent­schei­dung von Johan­nes Grimm“. Grimm habe der Frak­ti­on zunächst signa­li­siert, dass er gar nicht mehr kan­di­die­ren wol­le, es sich nun aber wohl anders über­legt.

Grimm begrün­det sei­nen Schritt damit, dass er „Impul­se aus dem Gemein­de­rat“ ver­mis­se. Er kri­ti­siert „Groß­pro­jek­te, die die Gemein­de­fi­nan­zen auf Jah­re hin­aus dros­seln“, zitiert der Schwarz­wäl­der Bote Grimm. Wei­ter erklärt er, er wol­le sich auch als frak­ti­ons­lo­ser Gemein­de­rat für sei­ne Hei­mat­stadt arbei­ten und sei­nem Man­dat wid­men.

Für CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Cle­mens Mau­rer liegt das Zer­würf­nis ins­be­son­de­re dar­in begrün­det, dass Grimm einer­seits und die übri­gen zehn CDU-Rätin­nen und -Räte ande­rer­seits „auf eine unter­schied­li­che Art und Wei­se Poli­tik machen” woll­ten.

Er ver­weist dar­auf, dass die CDU-Frak­ti­on vie­les vor­an­ge­bracht habe, was auch Grimm gefor­dert habe. Grimm habe aber oft am Ende nicht zuge­stimmt oder Gemein­de­rats­ent­schei­dun­gen nicht mit­ge­tra­gen. Als Bei­spie­le nennt Mau­rer den Kom­pro­miss zum Schul­cam­pus in der Tal­stadt oder Grimms nach­träg­li­che Kri­tik an der Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung. Die  zehn ande­ren CDU-Stadt­rä­tin­nen und Räte hät­ten da „eine ande­re Her­an­ge­hens­wei­se”.

Um eine Stel­lung­nah­me gebe­ten, ver­weist  Grimm auf Cle­mens Mau­rer, mit dem er ver­ein­bart habe, „dass er die Pres­se­ar­beit in die­ser Sache macht”.

Die NRWZ hat­te vor der Som­mer­pau­se dar­über berich­tet, dass eini­ge CDU-Mit­glie­der, unter ihnen Grimm und Reu­ter, erwö­gen, mit einer eige­nen Kom­mu­nal­wahl­lis­te anzu­tre­ten. Ob dies mit den Par­tei­sta­tu­ten ver­ein­bar ist, ist auch CDU-intern umstrit­ten. Mau­rer erklärt dazu, man wol­le kei­ne par­tei­ju­ris­ti­schen Strei­te­rei­en. Er sei über­zeugt, sei­ne Par­tei wer­de eine sehr gute Kan­di­da­ten­lis­te zusam­men­stel­len kön­ne. „Der Gestal­tungs­wil­le ist bei uns nach wie vor­han­den”, ver­si­chert Mau­rer.

Grimm selbst hält sich, wie Ende Juli, mit Aus­künf­ten sehr zurück. Gefragt,wie weit denn die Lis­ten­plä­ne inzwi­schen gedie­hen sind, ant­wor­tet er: „Zu den Lis­ten­plä­nen neh­me ich der­zeit nicht Stel­lung.”

Schon lan­ge nah bei­ein­an­der: Johan­nes Grimm und Jür­gen Reu­ter bei einem Vor-Ort-Ter­min des Aus­schus­ses für Umwelt und Tech­nik im Kirn­bach­tal im Som­mer 2015. Archiv-Foto: him

Ob die Kon­kur­renz­lis­te tat­säch­lich zustan­de kommt, wird in CDU-Krei­sen – auch wegen der par­tei­in­ter­nen Kon­se­quen­zen – noch bezwei­felt.