NRWZ.de, 12. November 2020, Autor/Quelle: Gastbeitrag

Großes Interesse an der Heimat

Zehn Jahre Heimathaus Tennenbronn Teil 3: Viele Vorträge zur Dorfgeschichte

Das Tennenbronner Heimathaus feiert seinen 10. Geburtstag. Eigentlich sollte dieses kleine Jubiläum mit einer Sonderausstellung und einem Fest rund um das Heimathaus im September gefeiert werden. Durch die Corona-Pandemie war dies nicht möglich. Deshalb wird Robert Hermann in einer kleinen Artikelfolge auf die zehn Jahre zurückblicken.

Teil 3: Die Vorträge

Kurz nach der Einweihung hat die Projektgruppe ein Leitbild erarbeitet, in dem die Ziele des Heimathauses festgelegt wurden. Dort heißt es: „Wir wollen die Geschichte Tennenbronns erforschen, bewusst machen und dauerhaft erhalten.“ Um dies zu erreichen wurden von Anfang an Vorträge angeboten, in welchen historischen Gegebenheiten aber auch heimatkundliche Themen angeboten wurden. Ursprünglich war als Räumlichkeit hierfür der Multimediaraum im Heimathaus vorgesehen. Schnell zeigte sich, dass das Interesse an den Vorträgen bei der Bevölkerung viel größer als erwartet war. So zog man zunächst in den Sitzungssaal des Rathauses und als auch dieser bald zu klein war zog man in den katholischen Pfarrsaal um.

Zwischenzeitlich erfreuen sich die Vorträge so großer Beliebtheit, dass selbst die Plätze des katholischen Pfarrsaals bei einigen Vorträgen nicht mehr ausreichten. Der Zuspruch bei den Veranstaltungen überraschte uns immer wieder. An manchem Abend mussten zusätzliche Stühle herbeigeschafft oder konnten nur noch Stehplätze angeboten werden. Wir sehen dies in keiner Weise als selbstverständlich an und sind sehr dankbar für das anhaltende große Interesse. Wir bewerten dies auch als Anerkennung unserer Aktivitäten.

Präsentatuion des Flyers für die Vorträge 2013.

Über 50 Vorträge wurden seit 2011 angeboten, bis die Vorträge durch die Coronakrise im März 2020 eingestellt werden mussten. In einer kleinen Rückschau sei an einige Vorträge beispielhaft erinnert. Meist wurden die Vorträge von Referenten aus der Heimathausgruppe gehalten. Neben vielen anderen sind ins besonders Alfred Kunz, Edwin Klausmann, Fritz Wöhrle oder Maria Fleig zu nennen. Sehr dankbar ist die Heimathausgruppe auch für die Begleitung und die hervorragenden Vorträge unseres Stadtarchivars Carsten Kohlmann.

Der Tennenbronner Geschichte auf der Spur

Eine Vielzahl der Vortragsthemen befasste sich mit der Geschichte unseres Dorfes. So gab es Vorträge zur Geschichte des Ortskerns, zu unserem alten Stabswirtshaus „Krone“ oder zu verschiedenen Tennenbronner Urhöfen. Auch die Herrschaft Schramberg oder Hans von Rechberg standen bei mehreren Vorträgen im Fokus. Als Schwerpunkt 2013 wurde in mehreren Vorträgen das Leben in Tennenbronn um 1900 aufgearbeitet.

Ende 2014 waren die Forschungen von Martin Grießhaber über die Tennenbronner Tracht ein ganz besonderes Highlight. Beim Reformationsjubiläum 2017 wurde in einer Vielzahl von Veranstaltungen und Vorträgen die Reformation in Tennenbronn beleuchtet. Mit der Aufarbeitung des bisher verschwiegenen Zeitabschnitts des Nationalsozialismus befassten sich mehrere bewegende Vorträge ab 2016, welche diesen schicksalsschweren Zeitabschnitt unserer Geschichte erstmals aufgearbeitet haben.

Auf großes Interesse stieß auch die Vortragsreihe „Tennenbronner Zinken“. 2012 wurde in einem Vortrag an unsere Ehrenbürger Esther und Erwin Haas erinnert, ohne deren Wirken das Heimathaus gar nicht hätte entstehen können. Zum 50. Schuljubiläums unserer Schule beteiligte sich die Heimathausgruppe mit dem Vortrag „Tennenbronner Schulgeschichte(n)“. Erwähnt seien auch die Vorträge 2014 zu den Tennenbronner Kleindenkmalen, welche eine AG erfasst und dokumentiert hat.

Heimat- und naturkundliche Themen

Beispielsweise beteiligte sich die Projektgruppe beim Bürgertag im autofreien Bernecktal mit dem Vortrag „Das Bernecktal im Wandel der Zeit“ sowie „Die Geschichte des Steinbruchs“. Dagegen stand die „Geschichte der Auerhahnjagd in Tennenbronn“ bei der Eröffnung des Auerhahnweges auf dem Programm. Weitere heimatkundliche Themen waren „Tennenbronn im Wandel der Jahreszeiten“, der sehr gut besuchte Vortrag „Juwelen der Lüfte“, die „Kruste, auf der wir leben“ oder der Vortrag „Unser Kostbares Wasser“. Als letzter Vortrag vor dem Coronastillstand konnte zum 100. Jubiläum der Vortrag über die Tennenbronner Stromversorgung unter dem Titel „Es werde Licht“ gerade noch abgeschlossen werden.

Überörtliche Themen

Gleich im ersten Jahr wurde das Thema „Frauenschicksale auf den Schwarzwaldhöfen“ ergänzt mit einer Sonderausstellung im Heimathaus angeboten. Im Reformations-Jubiläumsjahr wurde das Thema „Freud und Leid von konfessionsverschiedenen Ehen“ angeboten. Die Vorträge „Keltische Steingrabhügel auf dem Ramstein“ oder der Vortrag das „Schwarzwaldhaus – weltbekannt oder doch nicht?“ durch Dr. Stefan Blum im vergangenen Jahr erfuhren einen überraschend großen Zuspruch. Viele Gäste sorgten beim Vortrag dafür, dass der Pfarrsaal aus allen Nähten platzte und einige Gäste sogar wieder nach Hause gehen mussten.

 

Großes Interesse an der Heimat