Vor dem Vortrag in der Mediathek gab es eine Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus. Foto: him

Aus Anlass des „Gedenk­tags für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus“ haben Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und sein ehren­amt­li­cher Stell­ver­tre­ter Udo Neu­deck am Mahn­mal für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus am Müh­len­gra­ben einen Kranz nie­der­ge­legt.

In sei­ner Anspra­che beton­te Her­zog, wie wich­tig die Erin­ne­rung an die Ver­bre­chen der NS-Dik­ta­tur auch heu­te noch ist: Erschre­ckend vie­len Schü­lern sage der Begriff  Ausch­witz nichts: „Es liegt in unse­rer Ver­ant­wor­tung als Eltern, als Leh­re­rin­nen und Leh­rer, Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker, als Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger hier dran­zu­blei­ben und die Erin­ne­rung an die Ver­bre­chen der Natio­nal­so­zia­lis­ten wach­zu­hal­ten.“

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und sein Stell­ver­tre­ter Udo Neu­deck nach der Kranz­nie­der­le­gung.
Fotos: him

Es gel­te die Leh­ren aus die­ser Zeit an die nächs­te Genera­ti­on wei­ter­zu­ge­ben.  „Wir dür­fen nicht taten­los zuse­hen, wie sich die Geschich­te wie­der­holt. Unse­re Demo­kra­tie wird heu­te in Deutsch­land, in Euro­pa, ja welt­weit auf die Pro­be gestellt. Popu­lis­ten und Dik­ta­to­ren, Radi­ka­li­sie­rung und Het­ze, Aus­gren­zung und Ras­sis­mus grei­fen wie ein Lauf­feu­er um sich und gefähr­den einen Frie­den, des­sen wir uns manch­mal schein­bar zu sicher sind.“

Her­zog erklär­te, er freue sich, dass die Gedenk­ver­an­stal­tun­gen seit eini­gen Jah­ren mit Vor­trä­gen über Per­so­nen und Gescheh­nis­sen berei­chert wer­den, die einen loka­len Bezug zu unse­rer Stadt haben. „Auch hier wur­den Schram­ber­ge­rin­nen und Schram­ber­ger von den Nazis drang­sa­liert, ins Exil getrie­ben oder ermor­det.“ In die­sem Jahr berich­te­te Gün­ter Buch­holz über Moritz Mey­er, ein Leben zum Wohl der Stadt Schram­berg – wir berich­ten noch aus­führ­lich.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog bei sei­ner Anspra­che beschirmt von Abtei­lungs­lei­te­rin Susan­ne Gorgs-Mager.

Der Gedenk­tag die­ne auch dazu Inne zu hal­ten, „denn die Rück­kehr rech­ten Gedan­ken­guts und völ­ki­scher Phra­sen mit­ten in den deut­schen Bun­des­tag darf hier natür­lich nicht unkom­men­tiert blei­ben, darf nicht mit einem blo­ßen Kopf­schüt­teln und einem ‚Naja, die wer­den sich schon von selbst erle­di­gen‘ abge­tan wer­den“.  

Das Blech­blä­ser­quin­tett der Stadt­mu­sik.

Her­zog dank­te den  etwa 25 Teil­neh­mern an der Kund­ge­bung, die trotz unge­müt­li­cher Wit­te­rung zum Gedenk­stein für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus und zum Mahn­mal „Des Bru­ders Tod“ gekom­men waren, „um der Men­schen zu geden­ken, die dem Ras­sen­wahn, dem Ver­fol­gungs- und Ver­nich­tungs­wahn der Natio­nal­so­zia­lis­ten zum Opfer fie­len“.  Er dank­te auch den Musi­kern des Blä­ser­quin­tetts der Stadt­mu­sik Schram­berg, die all­jähr­lich bei Wind und Wet­ter dazu bei­trü­gen, der Gedenk­stun­de einen wür­di­gen Rah­men zu ver­lei­hen.