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Donnerstag, 27. Februar 2020

Herzog: „Unsere Demokratie wird auf die Probe gestellt“

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Aus Anlass des „Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus“ haben Oberbürgermeister Thomas Herzog und sein ehrenamtlicher Stellvertreter Udo Neudeck am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Mühlengraben einen Kranz niedergelegt.

In seiner Ansprache betonte Herzog, wie wichtig die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Diktatur auch heute noch ist: Erschreckend vielen Schülern sage der Begriff  Auschwitz nichts: „Es liegt in unserer Verantwortung als Eltern, als Lehrerinnen und Lehrer, Politikerinnen und Politiker, als Mitbürgerinnen und Mitbürger hier dranzubleiben und die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachzuhalten.“

Oberbürgermeister Thomas Herzog und sein Stellvertreter Udo Neudeck nach der Kranzniederlegung.
Fotos: him

Es gelte die Lehren aus dieser Zeit an die nächste Generation weiterzugeben.  „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie sich die Geschichte wiederholt. Unsere Demokratie wird heute in Deutschland, in Europa, ja weltweit auf die Probe gestellt. Populisten und Diktatoren, Radikalisierung und Hetze, Ausgrenzung und Rassismus greifen wie ein Lauffeuer um sich und gefährden einen Frieden, dessen wir uns manchmal scheinbar zu sicher sind.“

Herzog erklärte, er freue sich, dass die Gedenkveranstaltungen seit einigen Jahren mit Vorträgen über Personen und Geschehnissen bereichert werden, die einen lokalen Bezug zu unserer Stadt haben. „Auch hier wurden Schrambergerinnen und Schramberger von den Nazis drangsaliert, ins Exil getrieben oder ermordet.“ In diesem Jahr berichtete Günter Buchholz über Moritz Meyer, ein Leben zum Wohl der Stadt Schramberg – wir berichten noch ausführlich.

Oberbürgermeister Thomas Herzog bei seiner Ansprache beschirmt von Abteilungsleiterin Susanne Gorgs-Mager.

Der Gedenktag diene auch dazu Inne zu halten, „denn die Rückkehr rechten Gedankenguts und völkischer Phrasen mitten in den deutschen Bundestag darf hier natürlich nicht unkommentiert bleiben, darf nicht mit einem bloßen Kopfschütteln und einem ‚Naja, die werden sich schon von selbst erledigen‘ abgetan werden“.  

Das Blechbläserquintett der Stadtmusik.

Herzog dankte den  etwa 25 Teilnehmern an der Kundgebung, die trotz ungemütlicher Witterung zum Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus und zum Mahnmal „Des Bruders Tod“ gekommen waren, „um der Menschen zu gedenken, die dem Rassenwahn, dem Verfolgungs- und Vernichtungswahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen“.  Er dankte auch den Musikern des Bläserquintetts der Stadtmusik Schramberg, die alljährlich bei Wind und Wetter dazu beitrügen, der Gedenkstunde einen würdigen Rahmen zu verleihen.

 

 

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