Heuwiesler in Aufruhr

Ostumfahrung Sulgen: Die Sorgen der Anlieger in der Bürgerfragestunde

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Großer Besucherandrang beim Thema Ostumfahrung Sulgen im schramberger Gemeinderat. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Erstmals hat sich der Schramberger Gemeinderat mit drei mögliche Varianten für eine Ostumfahrung Sulgen befasst. Doch zuvor hatten sich etwa ein Dutzend Bewohner an der Rottweiler Straße und der Heuwies in der Bürgerfragestunde zu Wort gemeldet.

Bevor Oberbürgermeister Thomas Herzog die Sitzung eröffnen konnte, mussten Rathausmitarbeiter jede Menge Stühle herbeischaffen, denn das Bürger-Interesse war ungewöhnlich groß. Nachdem die lokalen Medien über die Diskussion im Ausschuss für Umwelt und Technik zur Machbarkeitsstudie für eine mögliche Ostumfahrung berichtet hatten, waren etliche Anwohner offenbar alarmiert und kamen mit etlichen Fragen präpariert in die Sitzung.

Oberbürgermeister Thomas Herzog freute sich zunächst über „ein volles Haus“ und das „Interesse an Kommunalpolitik“. Den Fragestellern konnte er aber wenig Konkretes antworten. Gerd Ehrmann wollte wissen, wie der Lärmschutz bei seinem Haus Heuwies 5/1 gewährleistet werden soll. Herzog erwiderte, dass es sich um eine Machbarkeitsstudie handle. Es sei „noch gar nicht klar, wie die Trasse verläuft“. Solche Fragen würden im Bebauungsplanverfahren  geregelt, wenn die Linienführung feststehe. Dann würden selbstverständlich auch die Anlieger einbezogen.

Angela Pfaff fragte, ob Erschließungsbeiträge fällig würden. Nur wenn die Anwohner einen  Vorteil habe, erläuterte Linda Niebel aus der Verwaltung. Wie das mit Rotmilan und Waldkauz sei, fragte Stefan Pfaff. Herzog antwortete, dass alle Umweltthemen erst im weiteren Verfahren behandelt werden. „Die können eine Trasse dann zu Fall bringen.“

Denise Heilen erkundigte sich nach dem geplanten Busbahnhof. Der sei eingeplant, an welchem Platz genau, müsse der Rat noch beschließen, lautete Herzogs Antwort. Markus Heilen fragte nach der Anbindung des Freizeitgeländes Wittum an die mögliche Umfahrung. Bisher sei das noch nicht angedacht, so Herzog, die Verwaltung werde die Anregung aufnehmen. So ging es weiter mit einem gefährdeten Wasserschutzgebiet, den landwirtschaftlichen Wegen, einer stationären Tempokontrolle, den Eigentumsverhältnissen.

Susanne Heilen wollte wissen: “Wie kommen Sie an die Wiesen?“ und fragte, weshalb die Stadt das nicht zuerst geklärt habe. Die Kommune, so Herzog, habe die Planungshoheit und könne „planen, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen“. Der Gemeinderat habe das Recht als Hauptorgan zuerst informiert zu werden. Von den drei Varianten müsse der Rat erst eine festlegen. „Wir wollen da die Pferde nicht unnötig scheu machen.“ Erst dann werde die Stadt versuchen, die Grundstücke zu erwerben.

Wenn das nicht gelinge, komme ein Umlegungsverfahren in Betracht. Im Ausschuss für Umwelt und Technik hatte Herzog  versichert, dass es „seit den 80er Jahren keine Enteignungen mehr“ gegeben habe, und das solle auch so bleiben. Das könne in der Konsequenz „aber auch bedeuten, dass etwas nicht kommt.“

Wie die Zufahrt zu Haus 36 geregelt werden solle, konnte Herzog genauso wenig beantworten wie die Frage, ob die Bewohner künftig ihre Mülltonnen weiterhin zum Feuerwehrgerätehaus bringen müssen: Zurzeit stehe noch gar nichts fest, betonte Herzog ein ums andere Mal. Erst müsse eine Trassenentscheidung fallen, dann können die Planer an solche Detailfragen gehen.

Die Fragesteller von der Heuwies waren gut vorbereitet, sagten jeweils Namen und Wohnort und überreichten aus einer Klarsichtfolie je eine Kopie ihrer Frage an die Verwaltung und die Vertreterin der örtlichen Tageszeitung.