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Schuler Präzisionstechnik – Tag der Ausbildung am Freitag, 10. Juli 2020 und am Samstag, 11. Juli 2020

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Samstag, 4. Juli 2020
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    Hinten im Webertal vorn mit dabei

    Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr besuchte die Firma KMS in Waldmösssingen

    „Im Webertal 20“, klingt wenig spektakulär, und doch verbirgt sich hinter dieser Adresse ein sehr erfolgreiches Unternehmen: KMS Automation. 1997 von drei Leuten gegründet beschäftigt der Mittelständler heute 85 Mitarbeiter. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr hat vergangenen Dienstag in Begleitung des Waldmössinger Ortsvorstehers Markus Falk und Schrambergs Wirtschaftsförderers Manfred Jungbeck die Firma besucht.

    Geschäftsführer Peter Schneider berichtete von der Ansiedlung im Webertal in Waldmössingen im Jahr 2000, als die Firma die erste Halle gebaut hatte. Vor fünf Jahren war ein benachbarter Betrieb umgezogen – und KMS konnte dessen Werkhalle übernehmen und ein eigenes Neubauprojekt zunächst streichen. Dennoch erwarb die Firma weitere 22.000 Quadratmeter Fläche und baute ab September 2018 eine sehr große Halle für das Schwesterunternehmen BTC. „In etwa einem Jahr stand der Neubau“, freut sich Geschäftsführer Jochen Merz.

    Spezialisten für Automatisierung und Spannvorrichtungen

    Zwei große Themen sind es, mit denen sich die KMS beschäftigt: Automatisierung und Spannvorrichtungen. „Wir bauen Sondermaschinen im Automotive-Bereich“, erläutert Geschäftsführer Peter Schneider seinen Gästen. Die Kunden kämen mit einer Aufgabe auf sie zu „und wir entwickeln dann gemeinsam eine Lösung“, so Schneider.

    Das Besondere: KMS hat keine eigene Fertigung: Alle Teile lassen sich die Waldmössinger von anderen Herstellern zuliefern: Von der einfachen Schraube bis zum hochkomplexen Frässystem oder Laser. „Wir arbeiten da auch mit unseren Nachbarn in der direkten Umgebung zusammen.“ KMS-Mitarbeiter montieren aus diesen Einzelteilen einbaufertige Sondermaschinen für die Hersteller.

    Auch bei der E-Mobilität vorne dran

    Vorn mit dabei ist das Unternehmen etwa beim Umstieg der Automobilindustrie auf die E-Mobilität. Stolz zeigen die drei Geschäftsführer ihren Gästen aus der Stadtverwaltung zwei fertige Bearbeitungszentren: „Die sind zur Bearbeitung von Stratorengehäusen von Elektromotoren für ein amerikanisches Unternehmen“, erläutert Schneider.

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    Bisher macht KMS etwa 60 Prozent des Umsatzes im Automobilbereich, möchte das aber ändern, um weniger abhängig von der Konjunktur zu werden. „Wir müssen uns auch um andere Dinge kümmern“, so Schneider.

    Die Firma KMS im Webertal in Waldmösssingen.

    Wenn man von dem superfeinen Arbeiten im Werkzeugbau zu eher robusten Arbeiten bei den Landmaschinen wechsle, das weite den Blick, ist er überzeugt. Nun kehren KMS und Schneider wieder in die Mikrowelt  zurück. Mit Wissenschaftlern der TU Dresden hatte man schon 2003 ein Technologiezentrum in Dresden gegründet. Dort forschen und entwickeln Spezialisten unter anderem im Bereich der LithiumIonenbatterie- und Brennstoffzellen-Technik.

    Flache Hierarchie als Erfolgsrezept

    Um schnell auf Änderungswünsche reagieren zu können, brauche es eine sehr flache Hierarchie im Betrieb, ist Schneider überzeugt. „Wenn Du viele Stufen hast, gibt es Chaos.“ Die frühere Wirtschaftsförderin Eisenlohr beginnt zu fachsimpeln: „Dann arbeiten sie mit selbststeuernden Teams?“ So sei es, das hätten sie schon früher so gemacht, bevor es dafür einen Fachbegriff gegeben habe, meint Schneider schmunzelnd. Man braucht verantwortungsvolle Leute, die agil in wechselnden Teams miteinander arbeiten.“

    Und die findet KMS, obwohl im ländlichen Raum angesiedelt. „Das Spannende bei uns ist die Abwechslung“, ergänzt Schneider, „ wenn Sie in einem Monat wieder kommen, sieht es hier ganz anders aus.“ Das sei nicht jedermanns Sache, aber dafür müsse man eben die richtigen Leute finden.

    Erprobungscenter für Mexiko

    Die kleine Delegation wechselt die Halle und damit die Firma. Riesige Druckgussmaschinen stehen da. Robotergreifarme packen frisch gegossene Aluminiumteile und stecken sie in eine Bearbeitungsmaschine. In der Ecke steht ein großer Schmelzofen. Aluminiumbarren türmen sich auf Paletten.

    Geschäftsführer Jochen Merz verantwortet den jüngsten Bereich in der Firmenfamilie: BTC, das Erprobungscenter des mexikanischen Automobilzulieferers Bocar. In die riesige Fabrikhalle habe das Unternehmen viel Geld investiert: „Wir brauchen eine eigene Wasser- und Luftaufbereitung beispielsweise“, erklärt Merz.

    Durch eine Glasscheibe von der Empore: Blick ins Druckguss-Testzentrum.

    Hier testen eine Handvoll Spezialisten Aluminium-Druckgussmaschinen auf ihre Serienreife. „Hier können wir Prozesse erproben, bevor sie in die Welt geschickt werden“, beschreibt Merz sein Aufgabenfeld.  BTC steht für Bocar Technology Center. Hier gehe es um die Qualität von Prozessen, die Ausbildung von Mitarbeitern an den neuen Maschinen und schließlich um die Entwicklung von Technologien von morgen.

    Ganz hinten im Webertal möchte man eben vorne dran bleiben.

     

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