Kretschmann auf dem Weg zum Eselbach: Endlich kein Mikrofon mehr vor der Nase ...und Hans Wössner aus Rötenberg kann mit Kretschmann über die Zukunft des Dieselmotors diskutieren. Fotos: him

SCHRAMBERG (him) –  Über­pünkt­lich ist er, Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann kommt schon ein paar Minu­ten vor der Zeit  in einem Elek­tro­mo­bil beim Schram­ber­ger Rat­haus vor­ge­fah­ren. Dort hat­ten sich seit halb elf mehr und mehr Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in zünf­ti­gen Wan­der­kla­mot­ten ein­ge­fun­den, um mit dem grü­nen Poli­ti­ker von Schram­berg nach Schiltach zu wan­dern.

Natür­lich war der Schram­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog da, gekom­men waren der grü­ne Bun­des­tags­kan­di­dat Hubert Nowack, aber auch der FDP-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ger­hard Aden und die Grü­ne Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Kers­tin And­reae, die Spit­zen­kan­di­da­tin in Baden-Würt­tem­berg. Die Bür­ger­meis­ter Micha­el Leh­rer und Tho­mas Haas aus Aich­hal­den und Schiltach wan­dern mit.

Nur kurz stand Kret­sch­mann auf dem Platz Rat­haus, ver­schwand dann im Rat­haus, um sich wan­der­fer­tig zu machen. In ziem­lich lang getra­ge­nen Wan­der­stie­feln und Cord-Kni­cker­bo­cker erscheint er wenig spä­ter wie­der. Foto mit dem, ein Foto mit jener. Bea­te Mei­er aus Eich­stet­ten hat eine Papp­map­pe für den Minis­ter­prä­si­den­ten, sie beklagt die Abschie­bung eines Mit­ar­bei­ters aus ihrer Bau­fir­ma. Kret­sch­mann hört zu, gibt die Map­pe einer Mit­ar­bei­te­rin wei­ter.

Abstecher in die St. Maria-Kirche

Dann geht es  um 11 Uhr los. „Sie wol­len noch in die St. Maria-Kir­che? Dann müs­sen wir da rum.“ In der Kir­che lässt sich Kret­sch­mann von Klaus And­reae, dem Vater der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten, kurz die Neu­ge­stal­tung durch Erich Hau­ser und die Bedeu­tung der Walcker-Orgel erklä­ren. Nach der Kir­che wan­dern die etwa 60 Leu­te am Fried­hof vor­bei, den Tier­stein hoch in den Wald Rich­tung Esel­bach.

Schram­berg als Wan­der­ort, das hät­ten sei­ne Mit­ar­bei­ter aus­ge­sucht. Aber er sei auch schon zwei Mal bei der Bach-na-Fahrt gewe­sen, ver­si­chert Kret­sch­mann. „Und Uhren aus Schram­berg gehö­ren zum Port­fo­lio von Geschen­ken für Staats­gäs­te”, ver­rät er. Die Mar­ke nennt er nicht. Mit dem ehe­ma­li­gen Schram­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Her­bert Zinell habe das Land einen her­vor­ra­gen­den Amts­chef im Innen­mi­nis­te­ri­um gehabt, „dem wir viel zu ver­dan­ken haben.“

Alltag statt Mainstream-Debatten

Die Fra­gen der Jour­na­lis­ten und die der nor­ma­len Mit­wan­de­rer unter­schie­den sich gewal­tig, hat Kret­sch­mann auf sei­nen Wan­der­tou­ren fest­ge­stellt. “Sie erzäh­len Din­ge aus ihrem All­tag, ihrem Beruf, von den Kin­dern, von Pro­ble­men mit Behör­den.” Es sei für ihn ganz wich­tig, so zu erfah­ren, wel­che Stim­mun­gen und Sor­gen die Men­schen haben, „und das ist ganz weit weg von den Main­stream-Debat­ten.“

Im Hin­ter­grund dro­hen ein paar dunk­le Wol­ken. Son­der­lich regen­si­cher hat sich Kret­sch­mann nicht geklei­det. „Ich glaub‘ nicht an was­ser­dich­te Klei­der“, dar­über strei­te er immer wie­der mit sei­ner Frau. „Ich ver­traue auf den Regen­schirm.“