IG Metall: Teilzeitforderung bekräftigt

Schweizer-Belegschaft fordert weiter Haustarifvertrag /Etwa 270 Kundgebungsteilnehmer

Etwa 270 Metal­ler aus Schram­ber­ger Betrie­ben aber auch aus Obern­dorf, See­dorf und Glat­ten betei­lig­ten sich am Mitt­woch­mit­tag an einer Warn­streik­kund­ge­bung auf dem Sul­gen. Sie unter­stütz­ten dabei  einer­seits die IG-Metall-Tarif­kom­mis­si­on, die wei­ter für sechs Pro­zent mehr Lohn und die Mög­lich­keit die Arbeits­zeit auf 28 Stun­den zu redu­zie­ren. Zum ande­ren sind an die 120 Beschäf­tig­te von Schwei­zer Elec­tro­nic auf die Stra­ße gegan­gen, um für ihre For­de­rung nach einem Haus­ta­rif­ver­trag zu demons­trie­ren.

Schwei­zer-Beschäf­tig­te for­dern einen Haus­ta­rif­ver­trag. Video und Fotos: him

Dass Schwei­zer schon sehr früh ange­kün­digt habe, die Ergeb­nis­se der Flä­chen­ta­rif­ver­trags­ver­hand­lun­gen zu über­neh­men, sei ein Erfolg der Beleg­schaft, so IG-Metall­se­kre­tär Ste­fan Kirsch­baum: “Dar­auf könnt Ihr stolz sein.“ Nun  müs­se man wei­ter­ma­chen auf dem Weg zu einem Haus­ta­rif­ver­trag. In Anspie­lung auf Sepp Ber­ger, der mit sei­ner Dreh­or­gel gekom­men war, mein­te Kirsch­baum, der Schwei­zer- Vor­stand sol­le „auf­hö­ren, immer die glei­che Lei­er zu spie­len“ und an den Ver­hand­lungs­tisch kom­men.

Bei der Kund­ge­bung vor dem Haupt­ge­bäu­de von Kern-Lie­bers fand Gewerk­schafts­se­kre­tär Ste­fan Prut­scher, die For­de­rung nach sechs Pro­zent mehr Lohn sei nicht kom­pli­ziert.

Kund­ge­bung vor Kern- Lie­bers.

Die Teil­zeit­for­de­rung – also die Mög­lich­keit auf 28 Stun­den run­ter zu gehen, wenn Ange­hö­ri­ge ver­sorgt wer­den müs­sen oder für Schicht­ar­bei­ter –  ver­tei­dig­ten nicht nur er son­dern auch Ros­wi­tha Arm­brus­ter von Rhein­me­tall in Obern­dorf. Sie  ver­si­cher­te, sie sei stolz auf ihre Gewerk­schaft, dass sie die Teil­zeit­for­de­rung auf­ge­stellt habe.  Bern­hard Wein­mann, Betriebs­rat und Schwer­be­hin­der­ten­be­auf­trag­ter von Schwei­zer Elec­tro­nic warb um Soli­da­ri­tät der Kol­le­gen für den Kampf um einen Haus­ta­rif­ver­trag.

Nach­denk­li­che Töne zur Mobi­li­sie­rung kamen von Fred Zehn­der, dem Betriebs­rats­vor­sit­zen­den von Kern-Lie­bers. Er mut­maß­te, die nicht strei­ken­den Kol­le­gen sei­en noch von Weih­nach­ten her trä­ge. „Wir müs­sen unse­re Stra­te­gie über­den­ken.“ Die Teil­zeit mit Rück­kehr­ga­ran­tie in Voll­zeit sei wich­tig. Er schät­ze, dass ent­ge­gen der Befürch­tun­gen der Arbeit­ge­ber maxi­mal zwei Pro­zent der Beschäf­tig­ten  die­ses Ange­bot bräuch­ten.

Fred Zehn­der

Der Betriebs­rats­vor­sit­zen­de von Jung­hans Micro­tec in See­dorf, Uwe Kess, ver­kün­de­te unter dem Tril­ler­ge­pfei­fe der anwe­sen­den Metal­ler: „In See­dorf ste­hen die Bän­der still.“ Fle­xi­bi­li­tät sei wich­tig für den Arbeit­ge­ber. „Die­se Fle­xi­bi­li­tät brau­chen die Arbeit­neh­mer aber genau­so.“