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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Schram­berg Inte­gra­ti­ons­ma­na­ger: Stadt hofft auf wei­te­re För­de­rung vom Land

Integrationsmanager: Stadt hofft auf weitere Förderung vom Land

Sozia­le Bera­tung für Geflüch­te­te bleibt wich­tig

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SCHRAMBERG – Kei­nen Zwei­fel haben die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­aus­schus­ses dar­an gelas­sen, dass die sozia­le Bera­tung für Geflüch­te­te unbe­dingt wei­ter gehen muss. Dis­kus­si­ons­be­darf gibt es ledig­lich dar­um, ob eine Stel­le über das Jahr 2020 schon jetzt beschlos­sen wer­den kann. Der Gemein­de­rat soll sich in zwei Wochen damit befas­sen.

Mar­cel Drey­er, der die Abtei­lung Jugend, Fami­lie und bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment lei­tet, hat­te im Aus­schuss über die bis­he­ri­ge Arbeit der Inte­gra­ti­ons­ma­na­ger Sara Haag, Agnes Sal­men und Pie­tro Fisi­ca­ro berich­tet. Schram­berg, Aich­hal­den, Hardt und Lau­ter­bach hat­ten gemein­sam seit Janu­ar 2018 die Stel­len ein­ge­rich­tet, die das Land zu 100 Pro­zent finan­ziert. Zunächst soll­te die För­de­rung Ende 2019 aus­lau­fen, wur­de aber vom Land ein wei­te­res Jahr ver­län­gert.


Mar­cel Drey­er stell­te die Arbeit der Inte­gra­ti­ons­ma­na­ger im Ver­wal­tungs­aus­schuss vor. Foto: him

Laut Drey­er ist die wohn­ort­na­he Bera­tung „bedarfs­ge­recht und wird wei­ter stark nach­ge­fragt“. Alle Geflüch­te­ten kön­nen sich bera­ten las­sen, unab­hän­gig von ihrem Auf­ent­halts­sta­tus. Dabei gehe es um Arbeits­su­che, die Aus­bil­dung, Sprach­kur­se und Woh­nungs­su­che. Aber auch Pro­ble­me in der Fami­lie und büro­kra­ti­sche Hür­den müss­ten die Geflüch­te­ten über­win­den und erhiel­ten dabei Unter­stüt­zung durch die Inte­gra­ti­ons­ma­na­ger. Bedau­er­li­cher­wei­se häu­fe sich auch Gewalt in der Fami­lie, und die Mit­ar­bei­ter müss­ten Schutz­woh­nun­gen für betrof­fe­ne Frau­en fin­den. Drey­er: „Das ist besorg­nis­er­re­gend.“

Beratung dauerhaft sicherstellen

Da die Stadt für die Unter­brin­gung von 175 Geflüch­te­ten zustän­dig blei­ben wird, wer­de die sozia­le Betreu­ung auf Jah­re hin­aus bedeut­sam blei­ben. Die Men­schen brauch­ten Unter­stüt­zung, sei es beim Job­cen­ter, beim Umzug oder beim Erler­nen der Müll­tren­nung. Damit die Stadt die Bera­tung auch über 2020 hin­aus sicher­stel­len kann, hat Drey­er bean­tragt, dass eine Voll­zeit­stel­le bis 2021 geschaf­fen wird – unab­hän­gig von einer mög­li­chen Wei­ter­för­de­rung durch das Land.

Spre­cher aller Frak­tio­nen beton­ten, dass die Arbeit „auf jeden Fall so wei­ter­ge­führt wer­den“ sol­le (Tho­mas Brant­ner, CDU), „unbe­strit­ten wich­tig“ sei (Udo Neu­deck, Freie Lis­te) und „von unschätz­ba­rem Wert“ sei (Tan­ja Wit­kow­ski, (SPD-Bun­t­­specht).

Entscheidung vertagt

Strit­tig war im Aus­schuss ledig­lich, ob vor den Haus­halts­plan­be­ra­tun­gen eine Stel­le für das Jahr 2021 fest­ge­schrie­ben wer­den soll. Brant­ner und Neu­deck spra­chen sich aus grund­sätz­li­chen Erwä­gun­gen dage­gen aus. Die Haus­halts­be­ra­tun­gen begän­nen in einem Monat. Dann wis­se man mehr, auch was eine mög­li­che Wei­ter­för­de­rung durch das Land betref­fe.

Wit­kow­ski und Ralf Rück­ert (Freie Lis­te) woll­ten mit der zu beschlie­ßen­den Stel­le den Mit­ar­bei­tern eine gewis­se Sicher­heit geben. Auch weil es wich­tig sei, gute Leu­te zu hal­ten. Bei einer Gegen­stim­me beschloss der Aus­schuss auf Vor­schlag von Brant­ner, den Gemein­de­rat in zwei Wochen über die Stel­le beschlie­ßen zu las­sen.

Info: Etwa 5300 Bera­tungs­ge­sprä­che haben die Inte­gra­ti­ons­ma­na­ger doku­men­tiert, davon ein knap­pes Drit­tel bei den Geflüch­te­ten in ihrer Woh­nung. Dafür ste­hen der­zeit zwei­ein­halb Stel­len zur Ver­fü­gung. Am Stich­tag Mit­te August haben sie in Schram­berg etwa 470 Per­so­nen betreut, in Lau­ter­bach etwa 100, in Aich­hal­den und Hardt jeweils 50. Die Stadt Schram­berg muss zum Stich­tag 1. Sep­tem­ber 175 Per­so­nen unter­brin­gen. Für die kom­mu­na­le Pflicht­auf­ga­be der Anschluss­un­ter­brin­gung hat die Stadt bis­her zwölf Woh­nun­gen ange­mie­tet, wei­te­re acht kom­men im Janu­ar hin­zu und sind bis ins Jahr 2022 ange­mie­tet.

 

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