Erfreulich gut besucht war der Jugendneujahrsempfang am Freitagnachmittag in der Szene 64: Etwa 60 Kinder und Jugendliche diskutierten mit Oberbürgermeister Thomas Herzog, Vertretern des Gemeinderates und der Stadtverwaltung über Schrambergs positive und negativen Seiten.

Die Jugendbeteiligung sei in zwischen zwar gesetzlich vorgeschrieben, so Oberbürgermeister Herzog. „Sie war in Schramberg aber immer schon Thema.“ In seiner Jugend gab es den Jugendgemeinderat,  vor einigen Jahren das „SiJu“. Nun gehe man den „Schramberger Weg“. Dabei sollen die Schulsozialarbeiter gemeinsam mit den Schulen dafür sorgen, dass die Themen, die die Schüler beschäftigen, Gehör finden. Regelmäßige Treffen mit den Verantwortlichen wie der Jugendneujahrsempfang sind dafür vorgesehen.

Die Jugendstiftung Baden-Württemberg unterstützt mit „Jugend BeWegt“ den Prozess finanziell. Für den Sponsor des Neujahrsempfangs Volksbank betonte Tobias Haas, dieser Empfang zeige „die Wertschätzung der Stadt für ihre jungen Bürger: „Ihr habt maßgeblichen Einfluss auf die Stadt.“ Julia Merz vom JUKS³ erläuterte die Möglichkeiten der Jugendbeteiligung: „Wir wollen Euch die Türen öffnen, aber Ihr müsst durchgehen.“

In den Schulen und bei einem Workshop am Freitagvormittag hatten die Schüler schulübergreifend ihre Themen erarbeitet und auf großen Plakaten zusammen gestellt.  In Rollenspielen, mit einem Film oder als Vortrag präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse  – und bekamen dafür viel Beifall von den anderen Jugendlichen und den Erwachsenen.

Dabei stellten die Jugendlichen auch die positiven Seiten heraus: Viele Vereine, Park der Zeiten, Berneckstrand, gute Sportstätten wie das neue Stadion auf dem Sulgen oder das „badschnass“. Aber auch: „Wir können sagen, was wir wollen, ohne Angst zu haben.“  Sie spürten, dass die Politiker sie ernst nähmen.

Die Schultoiletten sind schrecklich

Kritische Punkte waren fehlende größere Jugendtreffs, das Krankenhaus wird immer noch vermisst, zu wenig Auswahl bei Klamottenläden, es gäbe kein Kino, der Sprungbereich im Freibad werde wegfallen, der Rausteinsportplatz sei in keinem guten Zustand, es fehlten Kita-Plätze, die Stadt brauche mehr verkehrsberuhigte Zonen. In Schramberg gebe es zu wenig Parkplätze, äußerte eine Gruppe.

Eine andere forderte eine Eislaufbahn und Jugenddiscos. Immer wieder kritisierten die Schülerinnen und Schüler den Zustand der Schultoiletten, die seien „teilweise schrecklich“. Eine Schülergruppe aus Tennenbronn lobte das Freibad und den Ferienpark, auch der neue Adventure-Mini-Golf-Platz gefällt. Die alte Festhalle und der Zustand des Dorfweihers dagegen seien verbesserungsbedürftig.

- Anzeige -

Lösungsortientiert

Nach den Präsentationen gingen die Jugendlichen zu ihren Plakaten, und die Erwachsenen kamen mit ihnen ins Gespräch. Da konnte Fachbereichsleiter Rudolf Mager beispielsweise den Schülerinnen nur bestätigen, dass die Schultoiletten im Gymnasium teils schaurig sind. Er sagte aber auch, dass die Sanierung in diesem Jahr angegangen  werde. Da eine eigene Eisbahn für Schramberg wohl utopisch sei, kam der Vorschlag, das JUKS könnte doch Fahrten zum Schlittschuhlaufen organisieren.

Die Jugendlichen, die eine Jugenddisco gefordert haben, kamen gleich mit Stadtrat  Uli Bauknecht, einem der Szene- 64-Macher, ins Gespräch. Der Raum wäre doch genau dafür geeignet: „Es braucht nur jemand, der es organisiert.“ Wenige Schritte weiter stand der Leiter des JUKS Marcel Dreyer – und so steckten die Jugendlichen, Bauknecht und Dreyer die Köpfe zusammen und überlegten, wie eine Jugenddisco zu organisieren wäre.

In einer Schlussrunde lobte Stadtrat Ralf Rückert die engagierten Jugendlichen und freute sich über die Kontakte, die an diesem Nachmittag entstanden sind. Ein Mädchen erklärte: „Wir fühlen uns ernstgenommen.“  

Udo Wenzel, der den Tag moderiert hatte, sprach von einem tollen Tag, den er mit den Jugendlichen in Schramberg erlebt habe. OB Herzog, freute sich, dass die Jugendlichen auch die positiven Dinge in der Stadt sähen und versprach, bei einem zweiten Treffen in diesem Jahr darüber zu berichten, was inzwischen gegangen sei.

 

 

 

-->