„Keine Stigmatisierung finanziell schlechter gestellter Menschen“

Fraktionsgemeinschaft SPD/Buntspecht stellt Antrag

Schramberg. Einen Antrag zur „Vermeidung der Stigmatisierung finanziell schlechter gestellter Menschen“ hat Stadtrat Mirko Witkowski für die Fraktionsgemeinschaft SPD/Buntspecht im Schramberger Gemeinderat eingebracht. Hier der Antrag im Wortlaut:

„Nach wie vor werden Menschen, die finanziell schlechter gestellt sind und sich keine andere Wohnung leisten können, von vielen Kommunen in Wohnungen untergebracht, die deutlich am Rande der jeweiligen Kommune liegen. Dies gibt es leider auch in Schramberg.
Die Fraktionsgemeinschaft SPD/Buntspecht stellt deshalb den Antrag: „Die Stadt Schramberg weist ab sofort keine Menschen mehr in Wohnungen ein, deren Adresse bereits zur Stigmatisierung der hier lebenden Menschen führt.“

Zum Hintergrund:

Noch immer werden Menschen, denen die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten fehlen und die sich deshalb anderen Wohnraum nicht leisten können, in Sozialwohnungen eingewiesen. Dies ist eine Hilfe, wenn dies nicht zu einer Stigmatisierung führt.
Leider gibt es aber Wohngebiete, deren Adresse ausreicht, um die dort lebenden Menschen ins Abseits zu stellen. Dies darf nicht länger sein. Die Wohnadresse darf nicht zur Stigmatisierung führen. Deshalb dürfen Menschen nicht mehr in entsprechende Wohnungen eingewiesen werden.

Für die dort lebenden Menschen ist eine professionelle Sozialarbeit bereit zu stellen, die das Ziel verfolgt, in diesen Bereichen lebende Menschen wieder in die Stadt zu integrieren und dabei behilflich ist, sofern dies von den Betroffenen gewünscht wird, eine andere Wohnung zu beziehen, deren Adresse die finanziell eingeschränkten Möglichkeiten nicht für jeden sofort offensichtlich werden lassen.

Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Begriffe finanziell schwach und sozial schwach nicht synonym verwendet werden. Auch finanziell schwache Menschen können sozial sehr stark sein. Finanziell schwach ist, wer wenig Geld hat. Sozial schwach ist, wer sein Geld ins Ausland verschiebt, um so um die deutschen Steuern herumzukommen.“

 

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