Es war nicht November, es war Mai: Die „wetterfesten“ Kinder der Kita Oberreute bei der Saataktion Blumenwiese mit ihrer Erzieherin und Sanja Mutz (links hinten) von der Stadtgärtnerei. Foto: pm

SCHRAMBERG – Die Kin­der der Kin­der­ta­ges­stät­te Ober­reu­te ken­nen sich schon recht gut aus in der hei­mi­schen Fau­na und Flo­ra, denn sie gehen wöchent­lich mit dem Pflan­zen- und Pilz­ken­ner Udo Schä­fer und ihren Erzie­he­rin­nen auf die umlie­gen­den Wie­sen und in die Wäl­der.

Nun hat­ten sie ein wei­te­res Natur­er­leb­nis, dar­über berich­tet die Spre­che­rin der Stadt Schram­berg, Susan­ne Gorgs-Mager, in einer Pres­se­mi­tei­lung:

Die Jah­res­zei­ten im Wan­del zu beob­ach­ten, ist für alle immer sehr span­nend. Wer von den Kin­dern sieht die ers­te Blu­me nach einem lan­gen Win­ter und wie sieht die­se aus? Wer kann sich noch an die Namen der Blu­me erin­nern? Wann blüht end­lich ers­te Löwen­zahn? Wann wird dar­aus die Pus­te­blu­me?

Mit dem Erschei­nen der Blu­men im Früh­ling kom­men auch schon Insek­ten und Bie­nen ans Tages­licht und schwir­ren um die neue Blü­ten­pracht her­um. Aber die Kin­der haben auch schon vom Insek­ten­ster­ben und den dar­aus resul­tie­ren­den Fol­gen gehört und wis­sen, dass wir Men­schen etwas dafür tun müs­sen, damit die­se Tie­re wei­ter­hin zur Arten­viel­falt bei­tra­gen kön­nen.

Daher haben sich die Kin­der und Erzie­he­rin­nen der Kita Ober­reu­te sehr über die Anfra­ge von Karl Pröbst­le, Umwelt­be­auf­trag­ter der Stadt Schram­berg, gefreut, gemein­sam eine Blu­men­wie­se anzu­le­gen. Unter­stützt wur­de das Pro­jekt vom Natur­park Schwarz­wald Mitte/Nord in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt­gärt­ne­rei Schram­berg. Zum Ein­satz kam eine spe­zi­ell auf den Stand­ort abge­stimm­te dau­er­haf­te Kräu­ter- und Blu­men­mi­schung. Die­se schafft über die gesam­te Vege­ta­ti­ons­zeit neue zusätz­li­che Lebens­räu­me für eine Viel­zahl von Insek­ten.

Aktiv gegen das Insektensterben

Auf dem ehe­ma­li­gen Fried­hof Wit­tum durf­ten die Kin­der unter Anlei­tung der Lei­te­rin der Stadt­gärt­ne­rei, San­ja Mutz, zunächst die unter­schied­li­chen Blu­men­sa­men in einen gro­ßen Eimer mit Sand ver­mi­schen, um dies dann in ihre eige­nen mit­ge­brach­ten Eimer­chen zu fül­len. Anschlie­ßend ging es auf das vor­be­rei­te­te Flä­chen­stück im ehe­ma­li­gen Fried­hof.

Die Kin­der säten mit viel Sorg­falt die gesam­ten Wild­blü­ten­sa­men auf der Flä­che von 300 Qua­drat­me­tern aus und trotz mitt­ler­wei­le ein­set­zen­dem star­kem Regen waren die Kin­der mit Feu­er­ei­fer bei der Sache. Das Angie­ßen der Samen­mi­schung auf dem Gelän­de wur­de an die­sem Tag von der Natur selbst über­nom­men.

Nun heißt es bis nach den Som­mer­fe­ri­en zu war­ten, denn erst dann wird die Blü­ten­pracht von den Insek­ten genutzt und von den Kin­dern der Kita Ober­reu­te  bestaunt wer­den kön­nen.

Mit die­ser Akti­on wird der ehe­ma­li­ge Fried­hof Refu­gi­um und blü­hen­de Lebens­stät­te für eine viel­fäl­ti­ge Flo­ra und Fau­na zum Schutz immer sel­te­ner wer­den­der Arten.

Die Stadt Schram­berg setzt damit ihre Aktio­nen zur För­de­rung der bio­lo­gi­schen Viel­falt in den öffent­li­chen Grün­an­la­gen fort. In den letz­ten Jah­ren wur­den durch die Stadt­gärt­ne­rei nahe­zu 5000 Qua­drat­me­ter Flä­chen mit „Mös­sin­ger Blu­men­mi­schung“ her­ge­stellt, um dem fort­schrei­ten­den Insek­ten­ster­ben  ent­ge­gen zu wir­ken.