Kläranlage Schramberg: Faulturm wird teurer

Ausschuss empfielt dennoch Auftragsvergabe

: So ungefähr wird der Faulturm aussehen, wenn er an der Kläranlage aufgebaut ist. Fotomontage: Stadt Schramberg

Seit meh­re­ren Jah­ren lässt die Stadt Schram­berg die Klär­an­la­ge im Schiltach­tal erneu­ern. Im Vor­der­grund dabei die soge­nann­te Schlamm­schie­ne. Neue Schlamm­spei­cher­be­häl­ter wur­den gebaut, der Faul­gas­spei­cher erneu­ert, die Faul­turm­be­hei­zung auf den Stand der Tech­nik gebracht. Zuletzt hat­te die Stadt ein neu­es Block­heiz­kraft­werk ange­schafft, um das Faul­gas zur Strom- und Wär­me­ge­win­nung nut­zen zu kön­nen. Letz­te und größ­te Inves­ti­ti­on wird der Bau eines neu­en Faul­turms.

Ob der inzwi­schen 40 Jah­re alte Faul­turm erneu­ert wer­den kann oder ob ein neu­er Turm her muss, wo der güns­tigs­te Stand­ort ist und wie der Turm aus­se­hen soll, dar­über hat­te der Gemein­de­rat in den ver­gan­ge­nen andert­halb Jah­ren aus­gie­big dis­ku­tiert. Vor knapp einem Jahr hat­te der Rat fest­ge­legt, wie der neue Faul­turm gestal­tet wer­den soll.

Auf der Suche nach dem rich­ti­gen Stand­ort: Gemein­de­rä­te, Fach­leu­te und Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter im Sep­tem­ber 2017 auf der Klär­an­la­ge. Im Hin­ter­grund der alte Faul­turm. Foto: him

Das Büro Epp­ler hat sich an die Aus­füh­rungs­pla­nung gemacht und die Stadt die Arbei­ten für den Faul­turm aus­ge­schrie­ben. Ende letz­ten Jah­res lagen die Ergeb­nis­se eines öffent­li­chen Teil­neh­mer­wett­be­werbs mit anschlie­ßen­der beschränk­ter Aus­schrei­bung vor, wie Georg Schrempp von der Abtei­lung Tief­bau dem Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik berich­tet hat. Von ursprüng­lich acht Inter­es­sen­ten, hat­te die Ver­wal­tung vier Unter­neh­men auf­ge­for­dert Ange­bo­te ein­zu­rei­chen, nur zwei kamen schließ­lich voll­stän­dig an.

Die Fir­ma ELIQUO STULZ GmbH aus Gra­fen­hau­sen hat schließ­lich das Ren­nen gemacht. Nach Bewer­tung aller Zusatz- und Neben­kos­ten lag die „maß­geb­li­che Ver­ga­be­sum­me von  ELIQUO STULZ bei 1.491.029,05 Euro. Bei Bie­ter 2 wür­de der Faul­turm 1.510.647,43 Euro kos­ten.

Die Kosten steigen

Ursprüng­lich hat­te das Büro Epp­ler für das Gesamt­pro­jekt 1,8 Mil­lio­nen Euro Kos­ten geschätzt, für die Lie­fe­rung und Mon­ta­ge des Faul­turms waren in der Kos­ten­be­rech­nung des Inge­nieur­bü­ros von 2016 etwa 1,1 Mil­lio­nen Euro ver­an­schlagt. „Nimmt man die Kos­ten­stei­ge­run­gen der letz­ten zwei Jah­re käme man auf 1,35 Mil­lio­nen Euro“, so Schrempp. Das vor­lie­gen­de Ange­bot lie­ge also noch­mal gut zehn Pro­zent dar­über.

Laut Gün­ter See­ger vom Inge­nieur­bü­ro Epp­ler sei die gro­ße Zahl von tech­ni­schen Neben­an­ge­bo­ten bei sol­chen Vor­ha­ben „durch­aus nor­mal“. Bei der Aus­schrei­bung las­se man bewusst man­ches offen, um die bes­te wirt­schaft­li­che Lösung zu bekom­men. Der Turm wer­de aber genau­so aus­se­hen, wie er geplant wor­den sei, ver­si­cher­te See­ger.

Jür­gen Kaupp, CDU, woll­te wis­sen, ob davon aus­zu­ge­hen sei, dass der gesam­te Turm am Ende 2,2 Mil­lio­nen Euro und nicht die geplan­ten 1,8 Mil­lio­nen Euro kos­ten wer­de. Das sei wohl lei­der so, mein­te Schrempp. In die­sem Jahr sei­en genü­gend Haus­halt­mit­tel im Haus­halt bereit­ge­stellt, nächs­tes Jahr aber wür­den wohl wei­te­re 300.00 Euro benö­tigt.

See­ger bestä­tig­te, der Markt sei „der­zeit sehr gesät­tigt. Die Auf­trags­bü­cher sind gera­de sehr voll. Es kommt vor, dass wir bei einem sol­chen Pro­jekt nur ein oder gar kein Ange­bot bekom­men.“ Trotz der Mehr­kos­ten hat der Aus­schuss dem Gemein­de­rat ein­stim­mig emp­foh­len, den Auf­trag wie vor­ge­se­hen zu ver­ge­ben.