„Klima schützen, Kohle stoppen!“

Eine-Welt-Forum ruft auf zur Demo am 4. November in Bonn

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Elisabeth Wahl, Ulla Lange und Sonja Rajsp (von links), die Sprecherinnen der Fachschaft „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Eine-Welt-Forums Schramberg. Foto: him

SCHRAMBERG (him) –  Aus Anlass der Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Bonn ist eine gro­ße, fried­li­che, bun­te Demons­tra­ti­on unter dem Mot­to „ Kli­ma schüt­zen, Koh­le stop­pen!“ geplant. Das Schram­ber­ger Eine-Welt-Forum ruft dazu auf, an der von einem brei­ten Bünd­nis aus öko­lo­gi­schen und christ­li­chen Grup­pen orga­ni­sier­ten Demo am 4. Novem­ber teilzunehmen.

Ulla Lan­ge, Eli­sa­beth Wahl und Son­ja Rajsp als Spre­che­rin­nen der Fach­schaft „Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ des Eine-Welt-Forums Schram­berg, möch­ten des­halb gern eine Fahrt „Schram­berg zur Demo“ orga­ni­sie­ren. Je nach Anzahl der Anmel­dun­gen wol­len sie ein kos­ten­güns­ti­ges und mög­lichst Kli­ma-scho­nen­des Ver­kehrs­mit­tel heraussuchen.

UN-Klimakonferenz in Bonn

Vom 6. bis 17. Novem­ber tagt unter der Prä­si­dent­schaft der Fidschi-Inseln in Bonn die 23. UN-Kli­ma­kon­fe­renz, nicht weit von den Hal­den des rhei­ni­schen Braun­koh­le­ta­ge­bau. „Wir wol­len und müs­sen dazu bei­tra­gen, unse­ren ein­zig­ar­ti­gen Pla­ne­ten auch noch für zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen lebens­wert zu erhal­ten“, schrei­ben die drei Sprecherinnen.

Und wei­ter:  „Wir alle wis­sen, wie bedroh­lich der Kli­ma­wan­del ist. Uns ist es ein ech­tes Anlie­gen und wir füh­len uns mit-ver­ant­wort­lich dafür, dass unse­re schö­ne Erde auch noch für unse­re Kin­der und Enkel ein Ort für ‚Gutes Leben‘ sein wird.“  Selt­sa­mer­wei­se sei die Kli­ma­si­tua­ti­on im Wahl­kampf kaum – im „Duell“ über­haupt nicht – The­ma gewe­sen, dabei sei sie doch eines unse­rer drän­gends­ten Probleme.

Deutsch­land habe sich ehr­gei­zi­ge Kli­ma­zie­le gesetzt und ver­ste­he sich als Vor­rei­ter auf die­sem Feld. Das Aus­land beob­ach­te auf­merk­sam, ob die­se gro­ße Indus­trie­na­ti­on wirk­lich eine wahr­haf­te Ener­gie­wen­de schafft.

Tat­sa­che sei: Das Eis an den Polen schmilzt wesent­lich schnel­ler als erwar­tet. Die Mee­res­spie­gel stei­gen, und in man­chen Inseln und Län­dern wird den Men­schen schon jetzt ihre Lebens­grund­la­ge ent­zo­gen. Unwet­ter­ka­ta­stro­phen häuf­ten sich und wür­den dra­ma­ti­scher. Die hohe CO2-Anrei­che­rung der Ozea­ne füh­re zur Über­säue­rung, die wie­der­um die gan­ze Nah­rungs­ket­te in den Mee­ren gefährdet.

Klimaziel wird verfehlt

Um das wesent­li­che Kli­ma­ziel „maxi­mal zwei Grad Erd­er­wär­mung bis 2050“ ein­zu­hal­ten, müss­ten die Men­schen den CO2-Aus­stoss dras­tisch ver­rin­gern. Die aktu­el­len Zah­len zeig­ten aber, dass Deutsch­land die­ses Ziel auf jeden Fall ver­feh­len wer­de, wie Pro­fes­sor Uwe Leprich vom Umwelt­bun­des­amt bei einer Ver­an­stal­tung in Rott­weil berich­tet habe. Nach einer vor­über­ge­hen­den Sen­kung der CO2-Emis­sio­nen stei­ge der Aus­stoß die­ses Treib­haus­ga­ses in Deutsch­land näm­lich wie­der deut­lich an.

Schuld dar­an sei wesent­lich der Anstieg der Pro­duk­ti­on von Strom aus Koh­le. Allein die Koh­le­ver­stro­mung sei für ein Drit­tel der gesam­ten CO2-Emis­sio­nen Deutsch­lands ver­ant­wort­lich. „Dar­über hin­aus -und das wis­sen vie­le Men­schen gar nicht – wer­den dabei gro­ße Men­gen gif­tigs­ter Stof­fe wie Queck­sil­ber, Arsen, Blei und Cad­mi­um sowie Stick­oxid, Fein­staub und radio­ak­ti­ve Stof­fe frei­ge­setzt“, heißt es in dem Aufruf.

Die­se ver­schmutz­ten Luft und Was­ser und könn­ten chro­ni­sche und sogar töd­li­che Krank­hei­ten aus­lö­sen. Selbst die USA hät­ten stren­ge­re Grenz­wer­te für Queck­sil­ber als Deutsch­land. Gleich­zei­tig wer­de der Aus­bau umwelt­freund­li­cher erneu­er­ba­rer Ener­gi­en ausgebremst.„Die Ener­gie­wen­de muss wie­der in Schwung kom­men und die Koh­le­ver­stro­mung muss ein Ende haben – dafür möch­ten wir uns ein­set­zen“, heißt es abschließend.

Info:  Anmel­dun­gen neh­men bis zum 24. Okto­ber per E-Mail bei Eli­sa­beth Wahl wahlelisabeth@web.de oder tele­fo­nisch Son­ja Rajsp unter 07422–2005268 ent­ge­gen. Bit­te Name, Adres­se, Tele­fon­num­mer nenen und und ob eine Bahn­card vor­han­den ist.