Streitbar: Stadtrat Josef Günter will mehr Leistungen für die Gäste erreichen. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Die Stadt Schram­berg wird die Kur­ta­xe im neu­en Jahr von 1,20 auf 1,80 Euro pro Nacht erhö­hen. Auch Kin­der ab zehn Jah­ren und Geschäfts­rei­sen­de müs­sen zah­len, aller­dings nur die Hälf­te.

Bevor der Rat die­sen Beschluss fass­te, hat­te der Ten­nen­bron­ner Stadt­rat Josef Gün­ter (SPD-Bunt­specht) erheb­li­che Kri­tik am Ver­wal­tungs­vor­schlag geäu­ßert. Die vor­ge­leg­te Kal­ku­la­ti­on zum anrech­nungs­fä­hi­gen Auf­wand sei weit über­zo­gen. „Ich kom­me auf höchs­tens 1,50 Euro.“ Auch die Sat­zung ins­ge­samt müss­te drin­gend über­ar­bei­tet wer­den, for­dert der Land­wirt, der selbst „Feri­en auf dem Moos­hof“ anbie­tet.

Zu wenig Gegenleistung?

Gün­ter kri­ti­siert, dass die Erhö­hung um 50 Pro­zent ohne ech­te Gegen­leis­tung für den Gast erfol­ge. Im benach­bar­ten Lau­ter­bach erhiel­ten die Gäs­te star­ke Ermä­ßi­gun­gen etwa bei den Vogts­bau­ern­hö­fen. „Ein Schram­ber­ger Gast zahlt den vol­len Preis“, monier­te Gün­ter. Er for­der­te, im Tou­ris­mus­bei­rat sol­le dar­über dis­ku­tiert wer­den, wel­che Leis­tun­gen Schram­berg den Gäs­ten künf­tig bie­te.  Im „Feri­en­land“ erhiel­ten die Gäs­te kos­ten­lo­se Ski­lift­kar­ten und frei­en Ein­tritt in die Frei­bä­der und das St. Geor­ge­ner Hal­len­bad, wur­de aus dem Gre­mi­um ergänzt.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog wies dar­auf hin, dass es sich bei der Kur­ta­xe­sat­zung um eine Mus­ter­sat­zung des Gemein­de­tags hand­le. Man kön­ne aber gern im nächs­ten Jahr dar­über dis­ku­tie­ren, was man den Gäs­ten zusätz­lich anbie­ten kön­ne.

Tou­ris­mus­fach­frau Ingrid Reb­mann ver­tei­dig­te die Kal­ku­la­ti­on: „Wir rech­nen da nicht aus dem blau­en Him­mel.“  Auch bie­te die Schram­ber­ger Gäs­te­kar­te neben der kos­ten­lo­sen Nut­zung des Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs (Konus) Ermä­ßi­gun­gen etwa im Frei­bad, in der Media­thek, in den Muse­en.

CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Cle­mens Mau­rer nann­te den Tou­ris­mus „eine Bau­stel­le, um die wir uns im kom­men­den Jahr ver­stärkt küm­mern müs­sen“.  Außer Gün­ter stimm­ten die Räte schließ­lich der Erhö­hung zu – in der Erwar­tung, dass 2018 der Ver­wal­tungs­aus­schuss sich erneut mit der Kur­ta­xe und ihrem Gegen­wert für den Gast beschäf­ti­gen wird.