Er brennt schon für die Landesgartenschau: Rudolf Mager beim zweiten Stadtspaziergang. Fotos: him

SCHRAMBERG  (him) –  Eine Lan­des­gar­ten­schau sei „das Bes­te, was einer Stadt pas­sie­ren kann“, zitier­te Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager den Hei­den­hei­mer Bür­ger­meis­ter Bern­hard Ilg. Beim zwei­ten Spa­zier­gang zur Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung mach­ten Mager und sei­ne Gäs­te deut­lich, wie Recht Ilg auch mit Blick auf Schram­berg hät­te.

In der Aula des Gym­na­si­ums hat­ten sich etwa 50 Besu­cher ver­sam­melt, dar­un­ter Ver­tre­ter aus allen Gemein­de­rats­frak­tio­nen und Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung. Mager fass­te zunächst die Erkennt­nis­se des ers­ten Spa­zier­gangs zum Blau­en Band zusam­men. Sie­he https://www.nrwz.de/topnews/landesgartenschau-das-blaue-band-als-chance/185093

Er ging auch auf Ein­wän­de  ein, was Schram­berg denn zu bie­ten habe und ob die Stadt nichts Wich­ti­ge­res zu tun habe. Gera­de wenn man nicht so viel zu bie­ten habe, müs­se man eine Lan­des­gar­ten­schau (Laga) holen, argu­men­tier­te er. Bei einem Zuschuss von fünf Mil­lio­nen Euro für Inves­ti­tio­nen kön­ne man, wenn man es cle­ver macht, ein Viel­fa­ches her­aus­ho­len. „Vie­le Din­ge lie­ßen sich schnel­ler und kos­ten­güns­ti­ger umset­zen“, sei auch die  Laga-Erfah­rung von Vil­lin­gen-Schwen­nin­gens Ober­bür­ger­meis­ter Rupert Kubon gewe­sen.

Seit 1980 sei­en die Lagas Erfolgs­ge­schich­ten gewe­sen, die auch für den Tou­ris­mus bedeut­sam sei­en. Schram­berg set­ze dabei nicht nur auf den Tages­tou­ris­mus, son­dern wol­le die Besu­cher zum Über­nach­ten ani­mie­ren.

Landesgartenschau ein Plus für die Stadt

Ein wei­te­rer Vor­teil der Bewer­bung sei, dass sich die Stadt damit bis zur Eröff­nung beschäf­ti­ge. Wie aus STEP 2020 nach wei­te­ren Über­le­gun­gen STEP 2020+ wur­de, müs­se auch „die Lan­des­gar­ten­schau ein Plus für die Stadt brin­gen“. Dazu zählt Mager die Chan­ce Aus­gleichs­maß­nah­men, die für den Bau der Tal­um­fah­rung bei­spiels­wei­se nötig wer­den, im Rah­men der Laga zu schaf­fen. Dazu gehört die Rena­tu­rie­rung der Schiltach, aber auch das Offen­hal­ten der Land­schaft rings um die Tal­stadt.

Neben dem „Blau­en Band als Basis“ sei das Grü­ne Band als Ver­bin­dung vom Tal auf den Sul­gen und wei­ter nach Wald­mös­sin­gen und Ten­nen­bronn  das wich­tigs­te Ele­ment der Bewer­bung. Schram­berg mit mehr als 11.000 Arbeits­plät­zen habe auch gegen­über der Regi­on die Ver­pflich­tung, den Stand­ort zu sichern. Und das gelin­ge nur, wenn man die Stadt lebens­wert erhält.

Wittumgelände mit See

Für die eigent­li­che Gar­ten­schau sei das Witt­um­ge­län­de auf dem Sul­gen her­vor­ra­gend geeig­net, fin­det Mager. Dort einen gro­ßen See anzu­le­gen und das künf­ti­ge, unmit­tel­bar angren­zen­de Indus­trie­ge­biet Schieß­acker als Park­mög­lich­keit zu nut­zen, sei ide­al: „Ein­fa­cher kann man die Logis­tik nicht her­stel­len.“ Die Ver­bin­dung Tal-Höhe sei die gro­ße Her­aus­for­de­rung.  Mit auto­no­men Shut­tle-Bus­sen, die über die alte Stei­ge ver­keh­ren, lie­ße sich das aber auch bis 2026 oder spä­ter lösen.

Stadt muss dafür brennen

Mager erwähn­te noch­mals den Zeit­plan: Bis zum 22. Dezem­ber muss die Stadt eine Mach­bar­keits­stu­die ein­rei­chen. Im März wird eine Exper­ten­kom­mis­si­on die  etwa 25 Bewer­ber­städ­te besuch­ten. Zwei­ein­halb Stun­den pro Stadt hät­ten die zehn Exper­ten nur. Des­halb sei es ganz wich­tig, die­se Zeit zu nut­zen, um sich von der bes­ten Sei­te zu zei­gen. „Alle müs­sen dahin­ter ste­hen, die Kom­mis­si­on muss spü­ren, dass die Stadt dafür brennt.“

Im Som­mer 2018 wird die Kom­mis­si­on dann bekannt geben, wer die Lan­des­gar­ten­schau im Jahr 2026, 2028 und 2030 orga­ni­sie­ren darf.  Soll­te Schram­berg den Zuschlag bekom­men, wer­de die Ver­wal­tung ab 2020 einen Wett­be­werb aus­schrei­ben und die eigent­li­che Pla­nung begin­nen. Kom­me die Stadt nicht zum Zuge, hät­ten aber die Bevöl­ke­rung, der Rat und die Ver­wal­tung ein Gesamt­bild vor Augen, wie die Tal­stadt sich gestal­ten lässt. Aber jetzt sei „Mut zum Han­deln“ ange­sagt, so Mager.

In zwei Vor­trä­gen erläu­ter­ten die Land­schafts­ar­chi­tek­tin  Son­ja Bla­ser und der Städ­te­bau­er Rolf Mes­ser­schmidt, wel­che Mög­lich­kei­ten „grü­ne Städ­te“ heu­te bie­ten. Auch über den Rund­gang hin­auf zum Fünf Täler-Blick wer­den wir noch berich­ten.