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Montag, 24. Februar 2020

Landesgartenschau: Mager fordert „Mut zum Handeln“

Zweiter Stadtspaziergang mit etwa 50 Teilnehmern

SCHRAMBERG  (him) –  Eine Landesgartenschau sei „das Beste, was einer Stadt passieren kann“, zitierte Fachbereichsleiter Rudolf Mager den Heidenheimer Bürgermeister Bernhard Ilg. Beim zweiten Spaziergang zur Landesgartenschaubewerbung machten Mager und seine Gäste deutlich, wie Recht Ilg auch mit Blick auf Schramberg hätte.

In der Aula des Gymnasiums hatten sich etwa 50 Besucher versammelt, darunter Vertreter aus allen Gemeinderatsfraktionen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Mager fasste zunächst die Erkenntnisse des ersten Spaziergangs zum Blauen Band zusammen. Siehe https://www.nrwz.de/topnews/landesgartenschau-das-blaue-band-als-chance/185093

Er ging auch auf Einwände  ein, was Schramberg denn zu bieten habe und ob die Stadt nichts Wichtigeres zu tun habe. Gerade wenn man nicht so viel zu bieten habe, müsse man eine Landesgartenschau (Laga) holen, argumentierte er. Bei einem Zuschuss von fünf Millionen Euro für Investitionen könne man, wenn man es clever macht, ein Vielfaches herausholen. „Viele Dinge ließen sich schneller und kostengünstiger umsetzen“, sei auch die  Laga-Erfahrung von Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Rupert Kubon gewesen.

Seit 1980 seien die Lagas Erfolgsgeschichten gewesen, die auch für den Tourismus bedeutsam seien. Schramberg setze dabei nicht nur auf den Tagestourismus, sondern wolle die Besucher zum Übernachten animieren.

Landesgartenschau ein Plus für die Stadt

Ein weiterer Vorteil der Bewerbung sei, dass sich die Stadt damit bis zur Eröffnung beschäftige. Wie aus STEP 2020 nach weiteren Überlegungen STEP 2020+ wurde, müsse auch „die Landesgartenschau ein Plus für die Stadt bringen“. Dazu zählt Mager die Chance Ausgleichsmaßnahmen, die für den Bau der Talumfahrung beispielsweise nötig werden, im Rahmen der Laga zu schaffen. Dazu gehört die Renaturierung der Schiltach, aber auch das Offenhalten der Landschaft rings um die Talstadt.

Neben dem „Blauen Band als Basis“ sei das Grüne Band als Verbindung vom Tal auf den Sulgen und weiter nach Waldmössingen und Tennenbronn  das wichtigste Element der Bewerbung. Schramberg mit mehr als 11.000 Arbeitsplätzen habe auch gegenüber der Region die Verpflichtung, den Standort zu sichern. Und das gelinge nur, wenn man die Stadt lebenswert erhält.

Wittumgelände mit See

Für die eigentliche Gartenschau sei das Wittumgelände auf dem Sulgen hervorragend geeignet, findet Mager. Dort einen großen See anzulegen und das künftige, unmittelbar angrenzende Industriegebiet Schießacker als Parkmöglichkeit zu nutzen, sei ideal: „Einfacher kann man die Logistik nicht herstellen.“ Die Verbindung Tal-Höhe sei die große Herausforderung.  Mit autonomen Shuttle-Bussen, die über die alte Steige verkehren, ließe sich das aber auch bis 2026 oder später lösen.

Stadt muss dafür brennen

Mager erwähnte nochmals den Zeitplan: Bis zum 22. Dezember muss die Stadt eine Machbarkeitsstudie einreichen. Im März wird eine Expertenkommission die  etwa 25 Bewerberstädte besuchten. Zweieinhalb Stunden pro Stadt hätten die zehn Experten nur. Deshalb sei es ganz wichtig, diese Zeit zu nutzen, um sich von der besten Seite zu zeigen. „Alle müssen dahinter stehen, die Kommission muss spüren, dass die Stadt dafür brennt.“

Im Sommer 2018 wird die Kommission dann bekannt geben, wer die Landesgartenschau im Jahr 2026, 2028 und 2030 organisieren darf.  Sollte Schramberg den Zuschlag bekommen, werde die Verwaltung ab 2020 einen Wettbewerb ausschreiben und die eigentliche Planung beginnen. Komme die Stadt nicht zum Zuge, hätten aber die Bevölkerung, der Rat und die Verwaltung ein Gesamtbild vor Augen, wie die Talstadt sich gestalten lässt. Aber jetzt sei „Mut zum Handeln“ angesagt, so Mager.

In zwei Vorträgen erläuterten die Landschaftsarchitektin  Sonja Blaser und der Städtebauer Rolf Messerschmidt, welche Möglichkeiten „grüne Städte“ heute bieten. Auch über den Rundgang hinauf zum Fünf Täler-Blick werden wir noch berichten.

 

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