OB Thomas Herzog und Rudolf Mager in der Aula des Gymnasiums. Fotos: him

SCHRAMBERG  (him) – Es geht für man­chen ein wenig hopp­la hopp bei der mög­li­chen Bewer­bung für eine Lan­des­gar­ten­schau (Laga). Vor einer guten Woche im Gemein­de­rat zunächst Nicht­öf­fent­lich, dann eine Pres­se­mit­tei­lung der Stadt und am Sams­tag die ers­te öffent­li­che Info-Mög­lich­keit.

In der Aula des Gym­na­si­ums hat Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog am Sams­tag­mit­tag einer recht über­schau­ba­ren Anzahl an Inter­es­sier­ten den engen Zeit­plan erläu­tert: Nach der Aus­schrei­bung im Juli müs­sen inter­es­sier­te Kom­mu­nen schon im Dezem­ber Mach­bar­keits­stu­di­en vor­le­gen.

Über­schau­bar: Besu­cher beim ers­ten Info­mit­tag zur Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung

Step 2020+ als Steilvorlage für Landesgartenschau

Schram­bergs Vor­teil: Im Stadt­ent­wick­lungs­plan STEP 2020+ lie­gen schon vie­le Vor­schlä­ge bereit. Die auf aktu­el­le Ent­wick­lun­gen ange­passt, könn­te schon viel  geschafft sein. Die Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung sei ein Instru­ment, um Ent­wick­lun­gen zu bün­deln und  fort­zu­schrei­ben, so Her­zog.

Er ist über­zeugt, dass Schram­berg „kon­kur­renz­fä­hig“ sei.  Die Ver­wal­tung wer­de ein Gesamt­kon­zept für eine Lan­des­gar­ten­schau 2026, 28 oder 30 selbst ent­wi­ckeln. „Die eigent­li­che Pla­nung erfolgt dann spä­ter nach einem Zuschlag“, erläu­ter­te er.

Mager: „Landesgartenschau ist Triebfeder für den Städtebau”

Der neu­en Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager – noch kei­ne vier Wochen im Amt – prä­sen­tier­te die Ide­en zur Laga: Das „Blaue Band“ ent­lang der Schiltach, das „Grü­ne Band“ als Ver­bin­dung Tal­stadt- Sul­gen, und die Ver­knüp­fung von Wald­mös­sin­gen und Ten­nen­bronn. Bei sei­nem Amts­an­tritt habe er „vie­le gefüll­te Schul­la­den“ vor­ge­fun­den. Die­se Ide­en gel­te es nun in ein Paket zusam­men­zu­pa­cken.

Eine Lan­des­gar­ten­schau  sei „Trieb­fe­der für den Städ­te­bau und die Stadt­ent­wick­lung“.   Sie sei „ein Genera­tio­nen­ver­trag, der spä­te­ren Genera­tio­nen nüt­zen wer­de, so Mager.

Für die Bewer­bung wer­de das geplan­te Indus­trie­ge­biet Schieß­ä­cker auf dem Sul­gen ent­schei­dend sein. Dort soll­ten die Park­plät­ze für die vie­len Besu­cher geschaf­fen wer­den. Auf den ins­ge­samt 60 Hekt­ar Flä­che wer­de in einem Jahr­zehnt auf jeden Fall noch genü­gend Platz für Autos und Bus­se sein. Von dort aus könn­ten dann ganz neue Mobi­li­täts­kon­zep­te wie auto­no­me E-Bus­se die Besu­cher zu den Lan­des­gar­ten­schau-Plät­zen brin­gen.

Der zwei­te wich­ti­ge Platz sei das Witt­um­ge­län­de. Hier soll­te die eigent­li­che Gar­ten­schau ange­sie­delt wer­den. Mager möch­te dort einen gro­ßen See mit 5000 Qua­drat­me­ter Flä­che schaf­fen. Der wäre  auch für das Regen­was­ser­ma­nage­ment im Indus­trie­ge­biet Schieß­ä­cker wich­tig. So kön­ne ein Land­schafts­park als Nah­erho­lungs­ge­biet beim Indus­trie­park ent­ste­hen.

Über­haupt das Was­ser: Das sei das „Gewin­ner­the­ma“. Es wer­de auch beim Hoch­was­ser­ma­nage­ment und der Rena­tu­rie­rung der Flüs­se und Bäche in  Schram­berg ganz wich­tig sein. Schram­berg ver­fü­ge über an die 80 Brü­cken – auch das ein The­ma: „Brü­cken schla­gen“.

Ein blaues Band längs durch die Stadt

Mager skiz­zier­te sei­ne Ide­en für die Tal­stadt: Vom Sei­ler­weg­le über den Schwei­zer-Park­platz – einem idea­len Stand­ort für eine Stadt­hal­le – über einen Schiltach­park beim heu­ti­gen Bus­bahn­hof bis hin zu einem neu­en Schloss­park, der sich zur Schiltach hin öff­nen wür­de.

Ent­schei­dend für die Bewer­bung, die die Stadt bis kurz vor Weih­nach­ten abge­ben muss, sei, dass sie von den Men­schen, der Indus­trie, den Ver­ei­nen und Ver­bän­den in der Stadt getra­gen wer­de. „Wir müs­sen die Stadt­tei­le mit­neh­men, aber auch den Kreis und die Regi­on.“

Gute Chancen als Laga-Zuschlag

Mager ist sicher, dass eine Bewer­bung Schram­bergs gute Chan­cen hat. Mit Blick auf Rott­weil und Tutt­lin­gen, die sich auch bewer­ben wol­len, meint er, Schram­berg kon­kur­rie­re nicht mit Städ­ten in der Regi­on son­dern etwa 25 ande­ren Kom­mu­nen im gan­zen Land. Im Früh­jahr wer­de eine Kom­mis­si­on die Stadt besu­chen und im Som­mer 2018  fal­le die Ent­schei­dung. Die Kos­ten für die Bewer­bung sei­en über­schau­bar – zumal die Ver­wal­tung sie selbst erar­bei­te und kei­ne exter­nen Büros beauf­tra­ge.

Im Anschluss berich­te­ten Was­ser­bau­spe­zia­list Ste­fan Brück­mann und  Land­schafts­ar­chi­tekt Peter Geitz über Regen­was­ser­ma­nage­ment und Fluss­re­na­tu­rie­rung. Dar­über wer­den wir noch geson­dert berich­ten, auch über einen Spa­zier­gang ent­lang der Schiltach.

Info: Am Sams­tag 4. Novem­ber, 4. Novem­ber, ab 13 Uhr fin­det der zwei­te Spa­zier­gang statt. Treff­punkt wie­der Aula des Gym­na­si­ums Schram­berg. Dann geht es um „Lan­des­gar­ten­schau Schram­berg: Grü­nes Band – Lebens­wer­te Stadt”.  Stadt­pla­ner Rolf Mes­ser­schmiedt aus Tübin­gen und Land­schafts­ar­chi­tekt Mar­kus Roet­zer aus Frei­burg wer­den kur­ze Vor­trä­ge hal­ten.