Lebensgefährlich: Wandern und Radeln im Bernecktal

Sogar Lastzugfahrer missachten die Verbotsschilder

Eigentlich eindeutig: Hier geht's nicht weiter: Absperrung beim ehemaligen Junghans-E-Werk.Foto: him

Seit Anfang der Som­mer­fe­ri­en ist das Ber­neck­tal kom­plett gesperrt. Auch für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer. Und das aus gutem Grund: Wald­ar­bei­ter besei­ti­gen auf der Ost­sei­te Sturm­holz, das beim Orkan­tief Burg­lind am 3. Janu­ar ange­fal­len war. Bei die­sen Arbei­ten im Steil­hang kön­nen immer wie­der grö­ße­re und klei­ne­re Fels­bro­cken auf die Stra­ße pol­tern und Pas­san­ten gefähr­den.

Aber auch der Stark­re­gen am Diens­tag hat die Stein­schlag­ge­fahr im Tal erhöht. Doris Phil­ipp hat die rei­ßen­de Schiltach beim Jung­hans-Was­ser­kraft­werk am Diens­tag­nach­mit­tag auf Video auf­ge­zeich­net: https://youtu.be/vY4UERQP3tI

In der Nacht zu Mitt­woch hat ein ordent­li­cher Bro­cken auf der gegen­über­lie­gen­den Tal­sei­te den Weg ins Tal gefun­den. Aus­ge­rech­net bei Doris Phil­ipp, die mit ihrem Mann im Jung­hans-Was­ser­kraft­werk wohnt. „Wir haben heu­te Mor­gen einen ordent­li­chen Schreck bekom­men, als wir den Bro­cken auf unse­rem Sitz­platz gefun­den haben“, erzählt sie. Der zent­ner­schwe­re Stein hat­te eine Bier­bank und einen Holz­tisch umge­wor­fen und teil­wei­se zer­bro­chen. „Ges­tern hat mein Mann noch da geses­sen…“

Doris Phil­ipp staunt über den Bro­cken, der in der Nacht auf ihrem Sitz­platz gelan­det war. Foto: him

Auf der ande­ren Tal­sei­te lässt die Graf-von-Bis­sin­gen-Forst­ver­wal­tung Sturm­holz aus den stei­len Hän­gen holen, das beim Orkan­tief teil­wei­se auch in die Siche­rungs­net­ze gestürzt war. Weil der Sturm die meis­ten Bäu­me ent­wur­zelt hat­te, lie­ge „sehr viel loses Geröll im Hang, in den ver­keil­ten Sturm­höl­zern und in den beschä­dig­ten Fang­zäu­nen“, so die Forst­leu­te. Weni­ge hun­dert Meter von der Absper­rung des E-Werks ent­fernt, sind auch gro­ße und klei­ne­re Fels­bro­cken auf der Stra­ße zu erken­nen. Die Forst­leu­te haben des­halb unmiss­ver­ständ­lich erklärt, es bestehe „Lebens­ge­fahr durch her­ab­stür­zen­de Stei­ne“.

Auch aus der Ent­fer­nung gut zu erken­nen: gro­ße und klei­ne Fels­bro­cken auf der Land­stra­ße im Ber­neck­tal. Foto: him Foto: him

Sie haben die Stre­cke mit quer­lie­gen­den Stäm­men und einem Absperr­git­ter ver­sperrt. Den­noch beob­ach­tet Doris Phil­ipp immer wie­der Fahr­rad­fah­rer, die sich irgend­wie durch die Absper­rung durch­drü­cken. „Am ers­ten Tag waren es min­des­tens 30.“ Aber auch man­che Last­wa­gen­fah­rer miss­ach­te­ten sämt­li­che Ver­bots­schil­der und Umleitungshinweise.“Heute Mor­gen war wie­der einer da, sogar mit Anhän­ger“, erzählt sie kopf­schüt­telnd. „Der muss­te die gan­ze Stre­cke zurück.“ Meh­re­re hun­dert Meter rück­wärts, erst am „Kal­ten Gra­ben“ gibt es eine Wen­de­mög­lich­keit.

Info: Die von der Stadt Schram­berg geneh­mig­te Voll­sper­rung wird vor­aus­sicht­lich bis Sams­tag, 25. August dau­ern. Die Umlei­tungs­stre­cke ist aus­ge­schil­dert und erfolgt über das Kirn­bach­tal, Hardt und die Alten­bur­ger Stei­ge nach Ten­nen­bronn.