SCHRAMBERG (him) – Schramberg wird sich um eine Landesgartenschau bewerben. Laut Pressesprecherin Susanne Gorgs-Mager hat der Gemeinderat am Donnerstagabend die Verwaltung beauftragt, sich „um eine Landesgartenschau im Zeitraum 2026 bis 2030“ zu bewerben. Damit bekommt Rottweil Konkurrenz und das in unmittelbarer Nachbarschaft.  Aber auch Tuttlingen denkt über eine Bewerbung nach.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die Bewerbung im Rahmen des Landesprogramms „Natur in Stadt und Land“ vorzubereiten. Eine Entscheidung soll in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 16. November getroffen werden. Schramberg werde im Falle der Aufnahme in das Landesprogramm, das Ende Juli 2017 für den Zeitraum 2026 bis 2030 ausgelobt wurde, „noch attraktiver und lebenswerter“.

Herausfordernde Topografie

Gerade wegen der herausfordernden Topographie Schrambergs müsse die Vernetzung, Entwicklung und Einbindung aller städtischen und landschaftlichen Freiräume nachhaltig umgesetzt werden. Von der Gartenschau verspricht sich die Verwaltung dass sie die Triebfeder werde für eine innovative Stadtentwicklung. Dabei sollten infrastrukturelle und städtebauliche Maßnahmen gebündelt werden. Die Verwaltung erinnert an das Stadtentwicklungsprogramm Step 2020+: Die noch nicht umgesetzten Projektideen aus diesem Programm könnten „darin ebenso einfließen wie aktuelle Entwicklungen und Überlegungen, so beispielsweise der Schulcampus“.

Die Stadtverwaltung  zitiert das Wissenschaftsministerium des Landes: „Städte sind die Zukunftslabore der modernen Gesellschaft.“.  Schramberg sehe sich als einer der stärksten Industriestandorte im Landkreis Rottweil mit hohen Einpendlerzahlen auch in der Verantwortung für den Mittelbereich.

Erste konkrete Ideen – sie stammen aus STEP 2020+  – sind schon da: Das „blaue Band der Schiltach“  könnte im Rahmen einer Landesgartenschau durchgängig renaturiert werden. Wenn das Umfeld dieses Bandes durch die Talstadt revitalisiert würde, könnte es „das gestalterische Rückgrat“ einer Landesgartenschau bilden. Das „grüne Band“ vom „Park der Zeiten“ in der Talstadt über das Steighäusle nach Sulgen werde „die zentrale Freiraumspange in Schramberg“.

Den Planern schwebt aber auch vor, die Stadtteile in eine Landesgartenschau mit einzubeziehen: „Von Waldmössingen, mit Freizeitgelände und Erlebnisbauernhof, sowie Heiligenbronn, soll über das Gartenschaugelände im Bereich Wittum eine Verbindung in die Schwarzwaldlandschaft bis nach Tennenbronn mit dem neuem Höhenfreibad erfolgen.“ Dabei werde  entscheidend sein, mit diesen Freiraumthemen bestehende stadtstrukturelle Defizite dauerhaft zu beheben und moderne  Mobilitätskomponenten einzubinden. Und als Fazit heißt es: „Es geht um die lebenswerte Stadt als Gesamtbild und um eine Gartenschau für alle Bürgerinnen und Bürger.“

Bürgerinformation

An den drei Samstagen, 28. Oktober, 11. und 18. November werden Workshops mit Stadtspaziergängen und Impulsvorträgen von externen Fachleuten, sowie anschließenden Diskussionsrunden angeboten. Interessierte Einwohnerinnen und Einwohner sind hierzu schon heute herzlich eingeladen.“ Soweit die Pressemitterilung der Stadt.

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Vor wenigen Wochen hatte Rottweil angekündigt, sich ebenfalls um eine Landesgartenschau bewerben zu wollen. In Tuttlingen ist eine Bewerbung zwar angedacht, aber im Gemeinderat recht umstritten. Am Montag, 23. Oktober wird der Tuttlinger Gemeinderat darüber entscheiden, ob weiter an einer Bewerbung gearbeitet werden soll. Dass drei Städte in so unmittelbarer Nachbarschaft berücksichtigt werden könnten, scheint  unwahrscheinlich. Die drei Städte – wenn sie sich denn bewerben – werden mit ihren Konzepten eine Jury zu überzeugen versuchen.