Leibbrandplatz: Was tatsächlich auf den Folien zu sehen war

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Aus der Präsentation um Stadtspaziergang im November 2018. Hervorhebungen durch Ovale : him

SCHRAMBERG – Im Kom­mu­nal­wahl­kampf hat eine Grup­pie­rung vor eini­gen Wochen für Furo­re gesorgt mit der Behaup­tung, die Stadt pla­ne, den Leib­brand­platz abzu­hol­zen und dort Wohn­be­bau­ung anzu­le­gen. In einem Inter­view mit der NRWZ hat Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog dies als falsch zurück­ge­wie­sen.

Die Aus­sa­gen bezie­hen sich auf Gedan­ken und Pla­nungs­ide­en, wie ein seit vie­len Jah­ren gefor­der­ter Zwei-Rich­tungs-Ver­kehr im Schloss­berg­tun­nel umge­setzt wer­den könn­te.

Nach Her­zogs Rich­tig­stel­lung hat sich Her­mann Rei­chert, “Schult­heiß“ des Frei­am­tes Tös Schram­berg in einem Leser­brief zunächst im „Schwarz­wäl­der Boten”, dann auch bei uns zu Wort gemel­det und Her­zogs Aus­sa­ge ange­zwei­felt. Wie die Grup­pie­rung bezieht sich Rei­chert  auf eine „Ver­öf­fent­li­chung vom 10.11.2018 unter dem Titel Stadt­um­bau 2030+“, die Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager aus Anlass eines Stadt­spa­zier­gangs zusam­men gestellt hat­te.

Auf Folie 10, so Rei­chert, fin­de sich der Ver­merk „Ver­lust des Leib­brand­plat­zes zuguns­ten des Schiltach­par­kes“. Dort sei auch ein halb­run­der Gebäu­de­kör­per bezie­hungs­wei­se eine Flä­che über fast die gesam­te Platz­brei­te ein­ge­zeich­net. Rei­chert fragt: „Wie lan­ge läuft die Halt­bar­keits­dau­er Ihrer kürz­li­chen über­ra­schen­den Aus­sa­ge? Bis zur OB-Wahl oder län­ger?“ 

Die NRWZ hat die Prä­sen­ta­ti­on vor­lie­gen und stellt fest: Rei­chert hat Recht: Es gibt die­se Folie 10. Aller­dings gibt es direkt danach auch die Folie 11. Und dort steht: „Ziel: weit­ge­hen­der Erhalt der Grün­an­la­ge am Leib­brand­platz“.

Aus der Prä­sen­ta­ti­on zum Stadt­spa­zier­gang im Novem­ber 2018. Her­vor­he­bun­gen durch Ova­le : him

Der Folie 10 geht noch eine ande­re Folie vor­aus, die den bis­he­ri­gen Bebau­ungs­plan im Blick hat. Dabei wird als Nach­teil neben ande­ren her­aus­ge­ho­ben, wür­den die­se Plä­ne umge­setzt, wür­de dies einen „Flä­chen­be­darf Leib­brand­platz“ bedeu­ten.

Folie 11 erklärt, genau dies will die Stadt­ver­wal­tung nicht. Auf den fol­gen­den Foli­en in der Prä­sen­ta­ti­on wird gezeigt, wie der Leib­brand­platz bei einem Zwei-Rich­tungs­ver­kehr weit­ge­hend erhal­ten wer­den könn­te. Auf Folie 22 bei­spiels­wei­se wird ein Kreis­ver­kehr dar­ge­stellt als „Vor­zugs­va­ri­an­te“. Ihr Vor­zug gegen­über einer Ampel­va­ri­an­te, bei der die “Zer­schnei­dung“ des Leib­brand­plat­zes erfor­der­lich wäre: „Inte­gra­ti­on Leib­brand­platz“.

 

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