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Montag, 17. Februar 2020

Lichtspielhaus: Hollywood in Schramberg

Was passiert mit dem denkmalgeschützten Gebäude

SCHRAMBERG (him) – Die Stadt Schramberg hat – wie aktuell gemeldet – das Lichtspielhaus am Paradiesplatz gekauft. Was nun mit dem Gebäude geschehen soll, ist allerdings noch völlig offen. Auch mit Blick auf einen möglichen Schulcampus an der Graf-von-Bissingen-Straße.

Im Vorfeld hatte sich eine Gruppe von geschichtsinteressierten Schrambergern für den Erhalt des kunsthistorisch bedeutsamen, im Bauhausstil errichteten Kinos engagiert. Dieser „Freundeskreis Lichtspielhaus“ möchte im kommenden Jahr  die Eröffnung des Kinos am 25. Oktober 1928 zum Anlass nehmen und „90 Jahre Hollywood in Schramberg“  feiern.  Einer der Initiatoren ist der Historiker Carsten Kohlmann, der sich schon intensiv mit der Geschichte des Gebäudes beschäftigt hat.

90 Jahre Hollywood in Schramberg

Er könnte sich vorstellen, „die goldenen 20er Jahre revueartig“ wieder auf leben zu lassen. Eine effektvolle Anstrahlung des Gebäudes wäre eine weitere Idee. Die Idee 90 Jahre Hollywood könnte sich Kohlmann „als  ein schönes Bürgerfest und Kulturereignis, als eine Art ‚Startschuss‘ für die Neu- und Umnutzung vorstellen“.

Auch werde 2019 deutschlandweit an 100 Jahre Bauhaus erinnert. „Wir bemühen uns um Vernetzung mit diesem Jubiläum“, so Kohlmann. Weiter in die Zukunft gedacht, denkt Kohlmann an eine „multifunktionale Nutzung“. Möglicherweise könnte das Subiaco-Kino im Lichtspielhaus unterkommen. Eine Dokumentation und Ausstellung zu Kinos in Schramberg wäre möglich. Der in Karlsruhe lehrende Kunstprofessor Daniel Roth will sich mit einem Projekt in seiner Heimatstadt einbringen, kündigt Kohlmann an.

OB zum Lichtspielhaus: Andere Projekte dringlicher

Wie rasch sich diese Ideen umsetzen lassen, hänge von vielen Dingen ab, mahnt Oberbürgermeister Thomas Herzog zur Geduld. Der Gemeinderat habe die Verwaltung beauftragt, den Bereich entlang der Graf-von-Bissingen-Straße einschließlich des Lichtspielhauses für einen möglichen Schulcampus zu überprüfen. „Wir müssen erst die Schulcampusfrage klären, und können dann über eine weitere Nutzung entscheiden“, so Herzog.

Zudem stünde eine Reihe weiterer Großprojekte auf der Agenda der Stadt, die zuerst angegangen werden müssten. Es könne also sein, dass die Stadt das Gebäude zunächst gegen Verfall sichert und erst in einigen Jahren beim Lichtspielhaus anpackt. Das sieht auch der Kulturwissenschaftler Kohlmann ähnlich. Stadtrat Udo Neudeck habe ja auch schon empfohlen, erst mal „einen Deckel drauf“ zu machen.

Info: Das Lichtspielhaus bauten Schramberger Baufirmen nach einem Entwurf des (Kino-)Architekten Paul Darius im Stil der „neuen Sachlichkeit“. Es hatte etwa 550 Plätze. Darius hat weitere Kinos unter anderem in Mannheim, Heidelberg und Stuttgart gebaut und dabei Anregungen der Bauhaus-Architekten übernommen.

 

 

 

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