Gehört nun der Stadt: Das Lichtspielhaus am Paradiesplatz.Foto: him

SCHRAMBERG (him) – Die Stadt Schram­berg hat – wie aktu­ell gemel­det – das Licht­spiel­haus am Para­dies­platz gekauft. Was nun mit dem Gebäu­de gesche­hen soll, ist aller­dings noch völ­lig offen. Auch mit Blick auf einen mög­li­chen Schul­cam­pus an der Graf-von-Bis­sin­gen-Stra­ße.

Im Vor­feld hat­te sich eine Grup­pe von geschichts­in­ter­es­sier­ten Schram­ber­gern für den Erhalt des kunst­his­to­risch bedeut­sa­men, im Bau­haus­stil errich­te­ten Kinos enga­giert. Die­ser „Freun­des­kreis Licht­spiel­haus“ möch­te im kom­men­den Jahr  die Eröff­nung des Kinos am 25. Okto­ber 1928 zum Anlass neh­men und „90 Jah­re Hol­ly­wood in Schram­berg“  fei­ern.  Einer der Initia­to­ren ist der His­to­ri­ker Cars­ten Kohl­mann, der sich schon inten­siv mit der Geschich­te des Gebäu­des beschäf­tigt hat.

90 Jahre Hollywood in Schramberg

Er könn­te sich vor­stel­len, „die gol­de­nen 20er Jah­re revue­ar­tig“ wie­der auf leben zu las­sen. Eine effekt­vol­le Anstrah­lung des Gebäu­des wäre eine wei­te­re Idee. Die Idee 90 Jah­re Hol­ly­wood könn­te sich Kohl­mann „als  ein schö­nes Bür­ger­fest und Kul­tur­er­eig­nis, als eine Art ‚Start­schuss‘ für die Neu- und Umnut­zung vor­stel­len“.

Auch wer­de 2019 deutsch­land­weit an 100 Jah­re Bau­haus erin­nert. „Wir bemü­hen uns um Ver­net­zung mit die­sem Jubi­lä­um“, so Kohl­mann. Wei­ter in die Zukunft gedacht, denkt Kohl­mann an eine „mul­ti­funk­tio­na­le Nut­zung“. Mög­li­cher­wei­se könn­te das Sub­ia­co-Kino im Licht­spiel­haus unter­kom­men. Eine Doku­men­ta­ti­on und Aus­stel­lung zu Kinos in Schram­berg wäre mög­lich. Der in Karls­ru­he leh­ren­de Kunst­pro­fes­sor Dani­el Roth will sich mit einem Pro­jekt in sei­ner Hei­mat­stadt ein­brin­gen, kün­digt Kohl­mann an.

OB zum Lichtspielhaus: Andere Projekte dringlicher

Wie rasch sich die­se Ide­en umset­zen las­sen, hän­ge von vie­len Din­gen ab, mahnt Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog zur Geduld. Der Gemein­de­rat habe die Ver­wal­tung beauf­tragt, den Bereich ent­lang der Graf-von-Bis­sin­gen-Stra­ße ein­schließ­lich des Licht­spiel­hau­ses für einen mög­li­chen Schul­cam­pus zu über­prü­fen. „Wir müs­sen erst die Schul­cam­pus­fra­ge klä­ren, und kön­nen dann über eine wei­te­re Nut­zung ent­schei­den“, so Her­zog.

Zudem stün­de eine Rei­he wei­te­rer Groß­pro­jek­te auf der Agen­da der Stadt, die zuerst ange­gan­gen wer­den müss­ten. Es kön­ne also sein, dass die Stadt das Gebäu­de zunächst gegen Ver­fall sichert und erst in eini­gen Jah­ren beim Licht­spiel­haus anpackt. Das sieht auch der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Kohl­mann ähn­lich. Stadt­rat Udo Neu­deck habe ja auch schon emp­foh­len, erst mal „einen Deckel drauf“ zu machen.

Info: Das Licht­spiel­haus bau­ten Schram­ber­ger Bau­fir­men nach einem Ent­wurf des (Kino-)Architekten Paul Dari­us im Stil der „neu­en Sach­lich­keit“. Es hat­te etwa 550 Plät­ze. Dari­us hat wei­te­re Kinos unter ande­rem in Mann­heim, Hei­del­berg und Stutt­gart gebaut und dabei Anre­gun­gen der Bau­haus-Archi­tek­ten über­nom­men.