Etwa 60 Jugend­li­che und 40 Erwach­se­ne tra­fen sich am Frei­tag­nach­mit­tag in der Sze­ne 64 zum dies­jäh­ri­gen Jugend­neu­jahrs­emp­fang im Rah­men des „Schram­ber­ger Wegs der Jugend­be­tei­li­gung”. An  sechs run­den Tischen erör­ter­ten die Jugend­li­chen mit Ver­tre­tern des Gemein­de­ra­tes, der Stadt­ver­wal­tung und Exper­ten Wün­sche und Ide­en, die Jugend­li­che in Schram­berg haben. Hier eini­ge Moment­auf­nah­men aus den Dis­kus­sio­nen:

Beim „Schram­ber­ger Weg“ sind beson­ders die Schu­len, die Leh­re­rin­nen und Leh­rer und die Schul­so­zi­al­ar­bei­ter gefragt. Jeweils in den ach­ten Klas­sen aller all­ge­mein­bil­den­den Schu­len führt Julia Merz vom JUKS³ in die Jugend­be­tei­li­gung ein, erzählt wel­che Mög­lich­kei­ten es gibt, sich ein­zu­brin­gen. Am Frei­tag hat­te sie auch ein Bei­spiel parat.

Exit wieder auf

Weil der Jugend­raum Exit in Sul­gen  über län­ge­re Zeit geschlos­sen war, hat­ten sich eini­ge Mäd­chen bei der Stadt beschwert. „Wir haben an den OB geschrie­ben“, erzäh­len Sven­ja und  Vale­ria. „Jetzt ist es wie­der auf.“ Nun, ganz so ein­fach war es sicher nicht, die akti­ven Mäd­chen haben sich mit dem JUKS zusam­men gesetzt, Bedin­gun­gen aus­ge­han­delt und öff­nen nun eigen­ver­ant­wort­lich immer frei­tags von 18 bis 24 Uhr das Exit. Aller­dings erst für Jugend­li­che ab 16, denn es gibt auch Alko­hol zu trin­ken.

In fünf Arbeitsgruppen diskutierten die Jugendlichen nach der Einführung über ihre Anliegen.

An Tisch 1 ging es ums Ein­kau­fen und Frei­zeit­mög­lich­kei­ten. Mit dabei Max Wal­ter vom Sport­ge­schäft Wal­ter und Franz Nie­bel vom Sub­ia­co-Kino. Ein Ergeb­nis, das Sub­ia­co bie­tet eine online Platt­form für die Film­aus­wahl. „Unse­re Kino­büh­ne ist aber auch pri­ma geeig­net für einen Band­abend“, so Nie­bel. Bei den Geschäf­ten wün­schen sich die Jugend­li­chen einen Laden im „modi­schen Preis­ein­stiegs­be­reich“.

Zum Schul­cam­pus infor­mier­te Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager, und nahm auch gleich Wün­sche zur Gestal­tung mit: „Moder­ne, hel­le Möbel“ sowie ein Dach über dem Schul­hof, sowie Spiel und Treff­punk­te soll­ten ein­ge­plant wer­den.

Über Wah­len ab 16 infor­mier­te ein wei­te­rer Tisch. Jugend­li­che infor­mier­ten sich am liebs­ten über das Inter­net, das soll­ten die Par­tei­en beden­ken.

Beim Tisch zum öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr ging es um kon­kre­te Fahr­plan­pro­ble­me: Ob nicht auch nach 16 Uhr bald ein Bus Rich­tung Foh­ren­bühl fah­ren könn­te, frag­te eine Schü­le­rin. SBG-Ver­tre­ter Bern­hard Schir­ling besprach sich gleich mit Schul­lei­ter Jörg Hezel und ver­sprach nach einer Lösung zu suchen.

Die Ver­tre­ter der Schram­ber­ger Jugend­be­tei­li­gungs­in­itia­ti­ve (Jubi) berich­te­ten von ihren Aus­flü­gen und Aktio­nen und nah­men wei­te­re Wün­sche ent­ge­gen.

Am sechs­ten Tisch „Was ich mir immer schon gewünscht habe“ baten zwei Mäd­chen um mehr Poli­zei­strei­fen beim zen­tra­len Bus­bahn­hof. „Da wer­den wir abends manch­mal blöd ange­macht und füh­len uns nicht mehr wohl.“ Ver­tre­ter der Stadt ver­spra­chen sich dar­um zu küm­mern. Viel­leicht sei auch eine bes­se­re Beleuch­tung eine Mög­lich­keit, das Sicher­heits­ge­fühl dort zu erhö­hen.

Nun kommt die Umsetzung

Nach etwa zwei Stun­den dis­ku­tie­ren und bera­ten, zog Julia Merz eine posi­ti­ve Bilanz. Im JUKS wer­de man die vie­len Ide­en und Anre­gun­gen zusam­men­fas­sen „und schau­en, was kön­nen wir umset­zen“. Außer­dem wüss­ten die Jugend­li­chen nun, bei wem sie sich beschwe­ren kön­nen. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog lob­te die „gute Betei­li­gung“ der Jugend­li­chen. Er dank­te allen für die Vor­be­rei­tung: „Hut ab, was beim Schram­ber­ger Weg geleis­tet wird.“ Da alle mit­ein­an­der eng ver­zahnt sei­en, lie­ßen sich vie­le ange­spro­che­ne Punk­te auch ein­fa­cher umset­zen.

Wie schon zu Beginn sorg­te auch am Schluss die Band „Could be wor­se“ für gute Stim­mung bei den Jugend­li­chen, aber auch bei den Erwach­se­nen.