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Montag, 24. Februar 2020

Mager: „Die Landesgartenschau bringt uns voran“

SCHRAMBERG  (him) –  Das Grüne Band beschäftigte Stadtplaner und Verwaltungsleute beim zweiten Spaziergang zur Landesgartenschaubewerbung. In der Aula des Gymnasiums hatte Fachbereichsleiter Rudolf  Mager noch einmal betont, eine Landesgartenschau habe „das Potenzial, eine Stadt voranzubringen“.

Das pulsierende Herz der Stadt

Die Freiburger Landschaftsarchitektin Sonja Blaser machte die Gleichung auf: „Lebenswerte Stadt = Grüne Stadt“. Im Rahmen einer Gartenschau lasse sich da viel umsetzen. Im Begriff grün stecke auch Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Gesundheit.

Sonja Blaser

Die Talstadt sieht Blaser als das pulsierende Herz der Stadt. Es gelte Mobilitätskonzepte zu entwickeln, wie dieses Herz mit den Höhenorten verknüpft werde. Mit Beispielen von früheren Landesgartenschauen und eigenen Plänen zeigte sie, welche Möglichkeiten sich bei einer „Grünen Stadt“ ergeben.

„Die Schiltach wieder zu uns bringen“

Im zweiten Impulsvortrag hat Stadtplaner Rolf Messerschmidt aus Tübingen Beispiele für integrierte Stadtquartierentwicklungen gezeigt. Bönningheim, Freiburg, Tübingen und die ehemalige Brauerei in Riegel dienten ihm als Vorbilder. Dabei spiele das Wasser oft eine wichtige Rolle.

Rolf Messerschmidt

Mager griff das auf und erinnerte daran, dass die Schiltach wie anderer Flüsse aus Angst vor dem Hochwasser weggepackt wurde. Heute denke man anders im Hochwasserschutz: „Wir können die Schiltach wieder zu uns bringen.“

Das „Grüne Band“

Beim Spaziergang wanderten die etwa 50 Teilnehmer vom Gymnasium zum Seilerwegle und dann zum Rathausplatz. Auf der Strecke machte Mager deutlich wie hier statt Asphalt und Beton die Schiltach zugänglich gemacht und gleichzeitig Raum für den Hochwasserschutz  und Ausgleichsmaßnahme für die Talumfahrung gewonnen werden könnte. Am Rathausplatz zeigte Karl Pröbstle vom Tiefbau, wie die Sichtachsen  in den Park und zur Villa reichen. Von hier aus soll sich das „Grüne Band“ durch den Park, über den Sonnenberg die Charlottenhöhe hinauf auf den Sulgen ziehen.

Karl Pröbstle beschreibt die Sichtachsen im Park der Zeiten.

Als drei Mountainbiker auf einem Trail den Wald herunter kamen, fand Mager: „Die Biker zeigen uns, dass ein Druck da ist.“ Die Stadt sollte die Bedürfnisse aufgreifen und Ideen entwickeln, wie die Biker auf die Höhe kommen: „Die fahren heutzutage auch lieber runter als rauf…“

Drei Mountainbiker auf dem Weg ins Tal.

An der Planie votierte Mager für die vorgesehene Wohnbebauung: „Hier braucht es neben dem Park keine zusätzliche Grünfläche.“ Wenn mehr Leute in der Talstadt wohnen sollen, dann brauche es Wohnungen in einer so hervorragenden Lage.  Gesucht werde hier eine „harmonische Form der Verdichtung“.

Trend zu kleinen Städten

Zurück in der Aula diskutierten die Teilnehmer etwa über die Frage, ob Konzepte aus Tübingen oder Freiburg mit großer Wohnungsnot für Schramberg  und den vielen leer stehenden Wohnungen beispielgebend sein können. Gerade das Problem der leer stehenden Wohnungen sei ein Grund für eine Landesgartenschau oder neue Stadtentwicklungskonzepte, findet Mager.

Verschenkter Platz: Parkplatz beim Tunnelausgang.

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten der Trend in die Großstädte ging, habe ich das inzwischen wieder umgekehrt. Die Menschen kämen zurück. „Das ist aber kein Selbstläufer“, mahnte Mager, „wir müssen uns bemühen, eine attraktive Kleinstadt zu sein.“ Die Landesgartenschau sei dafür eine große Chance.

Info: Der  letzte von drei Spaziergängen wird am Samstag, 18. November, ab 13 Uhr, in Sulgen  stattfinden. Nach Einführungsvorträgen im Atelier in der Grund- und Werkrealschule Sulgen, Sulgauer Straße 7 zu „Landesgartenschau Schramberg – Wittumpark, das Gartenschaugelände“ und „Aktive Stadt“ führt der Spaziergang über das Wittumgelände.

 

 

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