Mager: „Die Landesgartenschau bringt uns voran”

Am Busbahnhof erläutert Fachbereichsleiter Rudolf Mager, wie eine direkte Anbindung vom Busbahnhof in die Stadt gelingen könnte. Fotos: him

SCHRAMBERG  (him) –  Das Grü­ne Band beschäf­tig­te Stadt­pla­ner und Ver­wal­tungs­leu­te beim zwei­ten Spa­zier­gang zur Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung. In der Aula des Gym­na­si­ums hat­te Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf  Mager noch ein­mal betont, eine Lan­des­gar­ten­schau habe „das Poten­zi­al, eine Stadt vor­an­zu­brin­gen”.

Das pulsierende Herz der Stadt

Die Frei­bur­ger Land­schafts­ar­chi­tek­tin Son­ja Bla­ser mach­te die Glei­chung auf: „Lebens­wer­te Stadt = Grü­ne Stadt“. Im Rah­men einer Gar­ten­schau las­se sich da viel umset­zen. Im Begriff grün ste­cke auch Nach­hal­tig­keit, Kli­ma­schutz, Gesund­heit.

Son­ja Bla­ser

Die Tal­stadt sieht Bla­ser als das pul­sie­ren­de Herz der Stadt. Es gel­te Mobi­li­täts­kon­zep­te zu ent­wi­ckeln, wie die­ses Herz mit den Höhen­or­ten ver­knüpft wer­de. Mit Bei­spie­len von frü­he­ren Lan­des­gar­ten­schau­en und eige­nen Plä­nen zeig­te sie, wel­che Mög­lich­kei­ten sich bei einer „Grü­nen Stadt“ erge­ben.

Die Schiltach wieder zu uns bringen”

Im zwei­ten Impuls­vor­trag hat Stadt­pla­ner Rolf Mes­ser­schmidt aus Tübin­gen Bei­spie­le für inte­grier­te Stadt­quar­tier­ent­wick­lun­gen gezeigt. Bön­ning­heim, Frei­burg, Tübin­gen und die ehe­ma­li­ge Braue­rei in Rie­gel dien­ten ihm als Vor­bil­der. Dabei spie­le das Was­ser oft eine wich­ti­ge Rol­le.

Rolf Mes­ser­schmidt

Mager griff das auf und erin­ner­te dar­an, dass die Schiltach wie ande­rer Flüs­se aus Angst vor dem Hoch­was­ser weg­ge­packt wur­de. Heu­te den­ke man anders im Hoch­was­ser­schutz: „Wir kön­nen die Schiltach wie­der zu uns brin­gen.“

Das „Grüne Band”

Beim Spa­zier­gang wan­der­ten die etwa 50 Teil­neh­mer vom Gym­na­si­um zum Sei­ler­weg­le und dann zum Rat­haus­platz. Auf der Stre­cke mach­te Mager deut­lich wie hier statt Asphalt und Beton die Schiltach zugäng­lich gemacht und gleich­zei­tig Raum für den Hoch­was­ser­schutz  und Aus­gleichs­maß­nah­me für die Tal­um­fah­rung gewon­nen wer­den könn­te. Am Rat­haus­platz zeig­te Karl Pröbst­le vom Tief­bau, wie die Sicht­ach­sen  in den Park und zur Vil­la rei­chen. Von hier aus soll sich das „Grü­ne Band“ durch den Park, über den Son­nen­berg die Char­lot­ten­hö­he hin­auf auf den Sul­gen zie­hen.

Karl Pröbst­le beschreibt die Sicht­ach­sen im Park der Zei­ten.

Als drei Moun­tain­bi­ker auf einem Trail den Wald her­un­ter kamen, fand Mager: „Die Biker zei­gen uns, dass ein Druck da ist.“ Die Stadt soll­te die Bedürf­nis­se auf­grei­fen und Ide­en ent­wi­ckeln, wie die Biker auf die Höhe kom­men: „Die fah­ren heut­zu­ta­ge auch lie­ber run­ter als rauf…“

Drei Moun­tain­bi­ker auf dem Weg ins Tal.

An der Pla­nie votier­te Mager für die vor­ge­se­he­ne Wohn­be­bau­ung: „Hier braucht es neben dem Park kei­ne zusätz­li­che Grün­flä­che.“ Wenn mehr Leu­te in der Tal­stadt woh­nen sol­len, dann brau­che es Woh­nun­gen in einer so her­vor­ra­gen­den Lage.  Gesucht wer­de hier eine „har­mo­ni­sche Form der Ver­dich­tung“.

Trend zu kleinen Städten

Zurück in der Aula dis­ku­tier­ten die Teil­neh­mer etwa über die Fra­ge, ob Kon­zep­te aus Tübin­gen oder Frei­burg mit gro­ßer Woh­nungs­not für Schram­berg  und den vie­len leer ste­hen­den Woh­nun­gen bei­spiel­ge­bend sein kön­nen. Gera­de das Pro­blem der leer ste­hen­den Woh­nun­gen sei ein Grund für eine Lan­des­gar­ten­schau oder neue Stadt­ent­wick­lungs­kon­zep­te, fin­det Mager.

Ver­schenk­ter Platz: Park­platz beim Tun­nel­aus­gang.

Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten der Trend in die Groß­städ­te ging, habe ich das inzwi­schen wie­der umge­kehrt. Die Men­schen kämen zurück. „Das ist aber kein Selbst­läu­fer“, mahn­te Mager, „wir müs­sen uns bemü­hen, eine attrak­ti­ve Klein­stadt zu sein.“ Die Lan­des­gar­ten­schau sei dafür eine gro­ße Chan­ce.

Info: Der  letz­te von drei Spa­zier­gän­gen wird am Sams­tag, 18. Novem­ber, ab 13 Uhr, in Sul­gen  statt­fin­den. Nach Ein­füh­rungs­vor­trä­gen im Ate­lier in der Grund- und Werk­re­al­schu­le Sul­gen, Sul­gau­er Stra­ße 7 zu „Lan­des­gar­ten­schau Schram­berg – Wit­tum­park, das Gar­ten­schau­ge­län­de” und „Akti­ve Stadt” führt der Spa­zier­gang über das Witt­um­ge­län­de.