Dienstag, 28. November 2023
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Rottweil

 Maskenpflicht in Schramberger Fußgängerzone

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Die Sonne lockt der Menschen in Scharen ins Freie. So auch in die Fußgängerzone in Schramberg. Man trifft sich, hält ein Schwätzchen. In Zeiten von COVID 19 ist das allerdings nicht so ganz einfach. Eine Leserin hat sich an uns gewandt, weil sie die Polizei angesprochen habe. Der Beamte habe gefragt, „warum ich keinen Mundschutz trage, hier in Schramberg muss man draußen mit Mundschutz laufen.“

Davon habe sie aber noch nie etwas gehört oder gelesen. Es sei nicht nur ihr so gegangen, sondern auch viele andere seien überrascht gewesen.

Wir haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt. Sprecherin Sabine Felker-Henn berichtet, dass die Maskenpflicht „im Bereich der Hauptstraße und der Fußgängerzone zwischen dem Geschäft ‘Schuh Langenbach’ und dem Busbahnhof“ gelte. „Auch auf den Plätzen vor und hinter dem Rathaus muss eine Maske getragen werden.“

Felker-Henn weist außerdem darauf hin, dass die Regel weiter gelte, dass sich ein Haushalt mit nur einer weiteren Person treffen darf. „Weil sich die Menschen bei den frühlingshaften Temperaturen natürlich im Freien aufhalten und dabei leider manchmal die Abstandsregeln und die Maskenpflicht vergessen, werden wir wieder verstärkt darauf hinweisen und außerdem ab morgen Hinweisschilder aufhängen“, kündigt sie an.

Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.

Kommentare zu diesem Beitrag

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  1. 100% d’accord! AH – Abstand und Hirn, das sind die wichtigsten Schlüssel zur Pandemiebekämpfung.

    Eine Maskenpflicht im Freien ist in der Regel Unsinn. Das bestätigt jeder ernsthafte Wissenschaftler. Falls sich jemand die Mühe macht und ihn fragt. Wie bei allen Regeln gibt es selbstverständlich Ausnahmen. Keiner würde derzeit an ein Stadtfest denken. Aber die Ausnahme zur Regel zu erheben und in Provinzfußgängerzonen wie Schramberg oder Rottweil diese Maßnahme durchzuziehen, weil “man halt was machen muss” und das Land es angeblich alternativlos vorschreibt, zeugt bestenfalls von Hilflosigkeit.

    Bestenfalls. Denn tatsächlich ist das einer der vielen, steten Tropfen, welche die Bereitschaft der Leute, Maßnahmen umzusetzen aushöhlt. Auch den sinnvollen Teil davon. Die Bekämpfung der Pandemie funktioniert nur mit der Bevölkerung, nicht gegen sie.

    Um also den Spieß mal umzudrehen: Ihr macht Euch mit diesen Unsinnsverordnungen mitschuldig an den Inzidenzen und daraus resultierenden gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen.

  2. Frau Felker-Henn vermengt hier zwei Dinge:

    1. Es gibt landesweite Corona-Verordnungen, die durch die Landesregierung erlassen wurden. Die kann man als Bürger noch kennen, soviel kann man verlangen, die gelten überall. Denn es gibt dazu auch Erläuterungen in einer Sprache, die auch solche Bürger verstehen, die kein Jura-Studium oder keine Verwaltungsschule absolviert haben, noch sind diese in der Mehrheit.

    2. Dann gibt es mittlerweile lokal, d.h. je nach Landkreis und teilweise je nach Kommune noch zusätzliche Regelungen, die irgendwo verkündet wurden und die die jeweiligen Bewohner des Sprengels möglicherweise kennen, wobei auch hier bereits nicht alle Bürger jeden Straßennamen kennen.

    Daher bewusst persönlich meine Frage an Frau Felker-Henn:

    Wie stellen Sie sich eigentlich das Leben so eines 08/15-Bürgers vor, so vom grünen Tisch aus?

    Dass wir, bevor wir uns auf den Weg in eine andere Gemeinde machen, erst mal im Internet mühsam nach lokalen Regelungen suchen, dann auf Google-Maps vielleicht noch ermitteln, wo die Straßen sind, in denen Masken getragen werden müssen, das Ganze ausdrucken lassen und mit uns herumtragen wie eine Wanderkarte im Gebirge? Man könnte ja wenigstens eine App anbieten, mit GPS verbunden, dann kommt ein Warnton “Achtung Maske aufsetzen”, nach Verlassen ebenfalls “Maske ab”.

    Zuerst Schilder aufstellen, und zwar zeitnah zum Erlass der Regelung, und nicht hinterher wie die alt’ Fasnet. Dann erst Polizei loslassen!

    Die Oberbürgermeisterin hat in einem Schreiben an das WiMi (ist schon eine Antwort da?) die Situation der kleinen Geschäfte beklagt. Ist das, was mit diesen feinziselierten Regelungen ja nach Straße gerade geschieht als “Förderung der noch wenigen geöffneten Geschäfte” zu verstehen?

    Wissen Sie was?

    Ich meide solche Gemeinden, bevor ich mir noch was einhandle. Sicher ist sicher! Schließlich geht man hier nicht so großzügig vor wie bei Ladendieben!

    Und noch eine Frage:

    Was glauben Sie eigentlich, wie viele Infektionen auf diesem Weg vermieden werden? Ich zitiere mal Herrn Prof. Drosten, der im vergangenen Frühsommer erklärte, “beim Spazierengehen unter freiem Himmel kann man sich nicht anstecken”. Und mehr als Spazierengehen kann man ja mittlerweile nicht mehr in unseren fast gespenstisch leer wirkenden Fußgängerzonen, die meisten Geschäfte sind zu.

    Und selbst wenn sich vor einem Geschäft – etwa einer Eisdiele – mal ein paar Menschen mehr befinden: Es muss der Abstand eingehalten werden, das ist viel wichtiger und effektiver als eine Maske, und diese Abstandsregel gilt überall. Und Maske kann Abstand oder gar Kontaktvermeidung nicht ersetzen, das haben wir jetzt in Sulz gesehen!