Medzentrum Schramberg: Na endlich – Spatenstich

Fertig bis Herbst 2018 / Gut elf Millionen Euro Investition / Allgemeinmediziner und Facharztpraxen

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Vertreter des Gemeinderats, der Stadtverwaltung, der Baufirmen, des Architekturbüros und der künftigen Mieter beim ersten Spatenstich für das Medzentrum auf dem Carl-Haas-Gelände Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Mit etwa einem Jahr Ver­spä­tung haben am Mon­tag die Bau­ar­bei­ten für das Med­zen­trum Schram­berg mit dem ers­ten Spa­ten­stich begon­nen. Eine Anwoh­ner­kla­ge hat­te den Bau­be­ginn verzögert.

Len­ny hat schon mal vor­ge­schafft. Foto: him

„Auf die­sen Tag haben wir lan­ge gewar­tet“, so Alex­an­der Becht­ler von der Kanz­lei HFBP Rechts­an­wäl­te, die die Bau­her­rin, die Med­zen­trum Schram­berg juris­tisch berät. “Wir sind nach­hal­tig und beharr­lich der Sache treu geblie­ben, was die ärzt­li­che Ver­sor­gung in Schram­berg angeht.“ Er dank­te in dem Zusam­men­hang den künf­ti­gen Mie­tern und den Finan­ziers der Spar­kas­se und Volks­bank für ihre Geduld. „Es war ja ein Mara­thon­lauf bis zum Spatenstich.“

Rechtsstaat ist wichtiger

Die Ver­zö­ge­rung sei zwar uner­freu­lich, aber es sei in einem Rechts­staat in Ord­nung, dass es Ver­zö­ge­run­gen gibt, wenn jemand eine Ent­schei­dung über­prü­fen las­sen wol­le. Es sei­en dann aber doch alle erleich­tert gewe­sen über die Ent­schei­dung des Mann­hei­mer Ver­wal­tungs­ge­richts­ho­fes. Die Mann­hei­mer Rich­ter hat­ten bekannt­lich den Beschluss der  Vor­in­stanz in Frei­burg gekippt, die die Bau­ge­neh­mi­gung der Stadt nicht gel­ten las­sen wollte.

Das Med­zen­trum sei für Schram­berg wich­tig, denn “die Medi­zin ver­än­dert sich rasend“, so Becht­ler Vie­ler­orts gebe es ein Kran­ken­haus­ster­ben und in man­chen Regio­nen „gibt es nicht ein­mal mehr den Haus­arzt vor Ort“. Vie­le Arzt­pra­xen befän­den sich in Räu­men, die heu­te nicht mehr geneh­mi­gungs­fä­hig wären.

Medzentrum Schramberg: Neue Medizin braucht neue Räume

Mit dem Med­zen­trum ent­stün­den Struk­tu­ren „für die Medi­zin der Zukunft“, war Becht­ler über­zeugt. Ärz­te ver­schie­de­ner Fach­rich­tun­gen und Kom­ple­men­tär­me­di­zin, also Phy­sio­the­ra­peu­ten und Apo­the­ker bei­spiels­wei­se könn­ten direkt kom­mu­ni­zie­ren und zusammenarbeiten.

Auch das Grund­stück „im Her­zen Schram­bergs“ sei ide­al, Für Schram­berg sei der Bau­be­ginn „ein his­to­ri­scher Tag“. Den Nach­barn bot Becht­ler an, gemein­sam nach vor­ne zu bli­cken. Wenn alles rea­li­siert ist, hof­fe er „auf ein har­mo­ni­sches Mit­ein­an­der.“ Auch wäh­rend der Bau­pha­se wür­den die Bau­fir­men dar­auf ach­ten, die Belas­tung der Anwoh­ner mög­lichst gering zu halten.

Für die Stadt  erin­ner­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog an die Zeit nach der Kran­ken­haus­schlie­ßung. Damals 2011 habe „Mehl­tau über Schram­berg“ gele­gen, alles sei wie gelähmt gewe­sen. Die ambu­lan­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung sei das gro­ße The­ma in der Stadt gewe­sen. Ein ers­ter Ver­such unter städ­ti­scher Regie ein Ärz­te­haus zu Wege zu brin­gen sei geschei­tert. Erst durch glück­li­che Umstän­de sei der Kon­takt zum Med­zen­trum-Netz  zustan­de gekommen.

„Der Gürtel zum Hosenträger”

Auch Her­zog sprach von einem gro­ßen Tag für Schram­berg. Die Ver­zö­ge­rung sei ärger­lich, „aber wir sind froh, dass wir einen Rechts­staat haben.“  In dem Zusam­men­hang hob Her­zog her­vor, dass der Mann­hei­mer Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus­drück­lich erklärt habe, dass auch schon die ers­te Bau­ge­neh­mi­gung rechts­si­cher war. „Der Bebau­ungs­plan war der Gür­tel zum Hosenträger.“

Die ers­te Teil-Bau­frei­ga­be. Fotos: him

Um auch for­mal alles glatt zu machen, über­reich­te er den Ver­tre­tern der Bau­her­ren den ers­ten Teil­bau­frei­ga­be­schein. Dann schrit­ten Ver­tre­ter der Kom­mu­nal­po­li­tik, der Bau­her­rin, der künf­ti­gen Mie­ter, des Archi­tek­tur­bü­ros und der Bau­fir­ma zur Tat und mit Spa­ten und Helm zum ers­ten Spatenstich.

Zahlreiche Praxen kommen ins Medzentrum Schramberg

Wie die Med­zen­trum Schram­berg mit­teilt, wer­den meh­re­re Haus­arzt­pra­xen und Fach­ärz­te sich im neu­en Ärz­te­haus ein­mie­ten. So zie­hen die Regi­odocs mit einem Pra­xis­stand­ort ein. Dr. Cor­ne­lia und Micha­el Kerckel sind inzwi­schen Teil des Regi­odocs-Teams und wer­den im Med­zen­trum prak­ti­zie­ren. Die Inter­nis­ti­sche Pra­xis von Dr. Hei­ko Gertsch, Dr. Jut­ta Dürr und Dr. Eva-Maria Wacker wer­de neben der All­ge­mein­me­di­zin Kar­dio­lo­gie, Dia­be­to­lo­gie und Lun­gen­heil­kun­de anbieten.

Zu den Fach­ärz­ten wer­den die Haut­ärz­te Dr. Jür­gen Lie­f­eith und Jan Lie­f­eith gehö­ren. Sie behan­deln neben den klas­si­schen Haut­er­kran­kun­gen und All­er­gi­en schwer­punkt­mä­ßig Haut­krebs­er­kran­kun­gen sowie berufs­be­ding­te Haut­er­kran­kun­gen in Zusam­men­ar­beit mit den Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten. Der Fach­arzt für Uro­lo­gie Dr. Arpad Dani kommt ab Herbst kom­men­den Jah­res ins Medzentrum.

Der Fach­arzt für Hals-Nasen-Ohren­heil­kun­de Dr. Peter Hein­rich wech­selt vom Sul­gen ins neue Ärz­te­haus. Neben dem übli­chen HNO-ärzt­li­chen Behand­lungs­spek­trum betä­tigt er sich auch als Flie­ger­arzt und Tauch­me­di­zi­ner. Eben­falls ein­zie­hen will der Kin­der- und Jugend­me­di­zi­ner Dr. Johan­nes Schel­ling. Er sieht in der Mög­lich­keit der fach­über­grei­fen­den Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Ärz­ten ein star­kes Argu­ment für den Orts­wech­sel. „Davon pro­fi­tie­ren die Pati­en­ten“, ist Schel­ling überzeugt.

Apotheke und Physio

Mit Apo­the­ke­rin Bir­gitt Män­te­le, die bereits die Römer-Apo­the­ke in Wald­mös­sin­gen betreibt, hat das Med­zen­trum auch für die geplan­te Apo­the­ke eine Betrei­be­rin gefun­den. Schließ­lich wer­den Joa­chim und Maxi­mi­li­an Feh­ren­ba­cher im neu­en Ärz­te­haus ihre Pra­xis für Phy­sio­the­ra­pie und Schmerz­the­ra­pie „Papilio“ sowie den damit ver­bun­de­ne Gesund­heits­club „Life“ ansiedeln.

So wird das neue Ärz­te­haus auf dem Carl-Haas-Gelän­de ein­mal aus­se­hen. Gra­fik: pm

Info: Das Med­zen­trum Schram­berg wird über etwa 2800 Qua­drat­me­ter Pra­xis- und Gewer­be­flä­che ver­fü­gen. Es erhält eine Tief­ga­ra­ge sowie zusätz­lich mehr als 70 ober­ir­di­sche Stell­plät­ze. Bis Ende des Jah­res 2017 soll der Roh­bau ste­hen und die Gebäu­de­hül­le geschlos­sen sein, die Fer­tig­stel­lung ist dann für Herbst 2018 geplant.