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Der Kran­ken­stand in den Unter­neh­men in Schram­berg lag laut Pres­se­mit­tei­lung der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg im ver­gan­ge­nen Jahr bei 4,6 Pro­zent. Damit ist der Kran­ken­stand in Schram­ber­ger Betrie­ben etwas nied­ri­ger als im Land­kreis Rott­weil (4,9 Pro­zent) und deut­lich nied­ri­ger als im Bun­des­schnitt (5,3 Pro­zent).

Die Aus­wer­tung beruht auf ärzt­li­chen Dia­gno­sen der AOK-Mit­glie­der, die weit über 60 Pro­zent der etwa 11.700 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten in der Stadt Schram­berg aus­ma­chen.

Erkran­kun­gen des Mus­kel-/Ske­lett­sys­tems waren mit 22,3 Pro­zent für die meis­ten Fehl­ta­ge in den hie­si­gen Unter­neh­men ver­ant­wort­lich. Auf Platz zwei fol­gen mit 13,8 Pro­zent psy­chi­sche Erkran­kun­gen, noch vor Atem­wegs­er­kran­kun­gen (12,9 Pro­zent) und Ver­let­zun­gen (9,9 Pro­zent).

Der Anstieg bei psy­chi­schen Erkran­kun­gen ist ein Trend der ver­gan­ge­nen Jah­re“, erklärt Myri­am Gar­ten. Die AOK-Exper­tin berät mit ihren Kol­le­gen jähr­lich rund 200 Betrie­be in der Regi­on und ist schwer­punkt­mä­ßig in Fir­men im Land­kreis Rott­weil und in angren­zen­den Gebie­ten des Schwarz­wald-Baar-Krei­ses in Sachen Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment tätig.

Ein Grund für den Anstieg sind Anpas­sungs­stö­run­gen, die durch die raschen Ver­än­de­run­gen im Berufs­le­ben, aber auch im Pri­vat­le­ben aus­ge­löst wer­den. Außer­dem zei­gen die Ärz­te eine höhe­re Sen­si­bi­li­sie­rung für die psy­chi­schen Beschwer­den der Pati­en­ten und die Men­schen suchen bei psy­chi­schen Belas­tun­gen heu­te eher ärzt­li­che Hil­fe.“ Was bei­spiels­wei­se frü­her als rein kör­per­li­cher Rücken­schmerz dia­gnos­ti­ziert wäre, wer­de heu­te auch als Fol­ge einer psy­chi­schen Belas­tungs­si­tua­ti­on erkannt.

Vorbeugen auch  für die Psyche

Gesund­heit­li­che Prä­ven­ti­on im Betrieb müs­se eben­falls den gan­zen Men­schen in den Blick neh­men, so die AOK-Exper­tin, also nicht nur den Kör­per, son­dern auch die Psy­che. Unter ande­rem kom­me Füh­rungs­kräf­ten eine wesent­li­che Rol­le in der Prä­ven­ti­on von psy­chi­schen Erkran­kun­gen zu. Sie soll­ten Belas­tun­gen bei Beschäf­tig­ten erken­nen und dar­auf ange­mes­sen reagie­ren.

Aber auch jeder ein­zel­ne kön­ne für sei­ne psy­chi­sche Gesund­heit aktiv wer­den. Gar­ten: „Psy­chi­sche Erkran­kun­gen ent­ste­hen unter ande­rem, wenn Stress­be­las­tun­gen dau­er­haft anhal­ten und man nicht damit umzu­ge­hen weiß. Dabei kann man sei­ne Stress­re­sis­tenz trai­nie­ren wie einen Mus­kel. Wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Acht­sam­keits­trai­nings sind hier sehr erfolgs­ver­spre­chend.“

Info: Der Kran­ken­stand gilt als wich­tigs­ter Indi­ka­tor für Fehl­ta­ge auf­grund Krank­schrei­bun­gen im Betrieb. Er gibt den Anteil der Krank­heits­ta­ge am Kalen­der­jahr pro Beschäf­tig­tem wie­der. Die Aus­wer­tun­gen beru­hen auf den Daten aus dem Jahr 2017 zu 7420 bei­trags­pflich­ti­gen Mit­glie­dern der AOK in Unter­neh­men in der Stadt Schram­berg.