Musikschule feiert bei Matinee „200 Jahre Burgschule“

SCHRAMBERG (him) – Eindrücklich stellten die  Lehrkräfte der Musikschule Schramberg am Sonntag unter Beweis, dass sie nicht nur gute Pädagogen sondern auch herausragende Musikerinnen und  Musiker sind. Weil in diesem Jahr die frühere Burgschule, in der seit  1979 die Musikschule untergebracht ist, 200 Jahre alt wird, hat Stadtarchivar Carsten Kohlmann die Geschichte der Schule Revue passieren lassen.

Im Schubertsaal im Tunnelbetriebsgebäude neben der Musikschule hat Schulleiter Meinrad Löffler auch den neuen Konzertflügel vorgestellt, der eine „große Bereicherung“ darstelle. Die Mitwirkenden seien nicht nur hervorragende Pädagogen“, so Löffler, sondern seien auf ihren Instrumenten dank Studiums „wahre Könner“.

Das zeigten sie beim  anschließenden Programm mit schwerpunktmäßig Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert, „die auch epochal gesehen in die Bestehenszeit der Burgschule passen“, so Löffler. Verschiedene Ensembles von Duo- bis Quintettbesetzung und auch solistische Beiträge waren zu hören und zeigten dem sachkundigen Publikum, dass Löffler mit seinem Urteil über seine Kolleginnen und Kollegen Recht hatte. Beeindruckend die Vielfalt der musikalischen Stile und das virtuose Zusammenspiel der Lehrkräfte. (Eine Besprechung im Einzelnen versage ich mir, da ich mit meinem laienhaften Musikverständnis den musikalischen Leistungen der Musikerinnen und Musiker nicht gerecht werden würde.)

Bewegte Schulgeschichte

Carsten Kohlmann hat gemeinsam mit seiner Praktikantin Ines Preisig vier Mosaiksteine zur Geschichte der Burgschule präsentiert.  Zunächst schilderte Kohlmann die Schulgeschichte Schrambergs. Schon vor der 1817 erbauten vorderen Burgschule gab es an derselben Stelle eine 1784 errichtete Schule. Diese war 1812 abgebrannt und erst 1817  leistete sich Schramberg den Neubau.

Mit dem Bissingschen Schloss, dem Schlössle und der St. Mariakirche bildete die Burgschule zusammen  die „Alte Mitte Schrambergs“ so Kohlmann. Er erinnerte an den Lehrer, Organisten und Musiker Johan Baptist Braun. Dieser habe maßgeblich dazu beigetragen, dass für die St. Maria-Kirche die Walcker-Orgel angeschafft wurde. Er würde sich doch gut als Namensgeber für die Musikschule  eignen, fand Kohlmann.

Ines Preisig

Aus den Lebenserinnerungen von Josefine Teufel zitierte  Ines Breisig Passagen, die den Unterricht an der Burgschule im 19. Jahrhundert betrafen. Da unterrichten die Lehrer zwei Klassen mit je 100 Schülern.

Im nächsten Mosaikstein hatte Kohlmann an Gerold Grupp erinnert, der die Zeit im ersten Weltkrieg schildert. Dier Hungerzeit, die Fliegerangriffe, die kärglichen Lebensmittelreserven im Keller. Margot Facon, die heute in Zürich lebt, hat erst kürzlich ihre Erinnerungen für das Stadtarchiv aufgeschrieben. Im vierten Mosaikstein schildert sie die Zeit während des zweiten Weltkriegs. Im Herbst 44 endete der Unterricht in der Burgschule: „Sie wurde zum Lazarett für deutsche Soldaten.“

Oberbürgermeister Thomas Herzog, der nach einer Veranstaltung in Tennenbronn erst später zum Konzert hatte kommen können, dankte allen Beteiligten mit einem Blumengruß. Das Konzert zeige die „tolle Arbeit der Musiklehrerinnen und Lehrer

Im Anschluss hatte die Musikschule in der Burgschule noch zum Sektempfang geladen.

 

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