Die Altstadträte Dr. Volker Ziegler (von links), Horst Heß und Artur Albrecht wurden von OB Thomas Herzog bei einem Empfang im Rathaus geehrt. Foto: Witkowski

Schramberg (wit) – Die Schramberger Altstadträte Artur Albrecht, Horst Heß und Dr. Volker Ziegler standen am Donnerstag im Rathaus im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Thomas Herzog gratulierte den ehemaligen Ratsmitgliedern aus den Reihen von SPD, Freie Liste und CDU zum 90., 85. Und 75. Geburtstag.

Artur Albrecht hatte bereits am 28. Dezember Geburtstag. Er ist in Waldmössingen unter seinem Spitznamen „Der Presse“ bekannt, da er ein halbes Jahrhundert für die örtliche Tageszeitung die Berichterstattung übernommen hat. Schon als kleiner Bursche hatte Artur Albrecht seiner Schwester beim Zeitungaustragen geholfen. „Vom Wunderfitz getrieben“, war er nach den Worten von OB Herzog bei jeder Versammlung, jedem Fest und jedem Ereignis in Waldmössingen.

In Dunningen geboren und aufgewachsen, galt Artur Albrecht in seinen Anfangsjahren in Waldmössingen noch als „Rei’gschmeckter“. Doch nur fünf Jahren brauchte er, um heimisch zu werden, wie er selber einmal sagte. Herzog: „Durch sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement als Stadtrat von Schramberg, Kommandant der Feuerwehr und Mitglied der Alterswehr Waldmössingen, Elferrat bei den „Goarnete“, weitere Mitgliedschaften in Waldmössinger Vereinen und eine ganze Menge Humor hat er viel dazu selbst beigetragen.“ Mittlerweile sei er ein Walmössinger Urgestein.
Albrecht hatte zunächst das Uhrmacherhandwerk erlernt und war auch Nebenerwerbslandwirt, was er aber beizeiten aufgab. Als Uhrmacher war er bei Junghans und schloss sich dort der IG Metall an. Über die Arbeit im Betriebsrat und den Beitritt zur SPD kam er zur Kommunalpolitik und wurde nach der Eingemeindung Waldmössingens nach Schramberg im Jahr 1975 auch direkt in den Gemeinderat gewählt. Dem Gemeinderat gehörte Albrecht neun Jahre, bis 1984, an. In diese Zeit fielen die Übergabe des Krankenhauses an den Landkreis und die Einrichtung des Kulturzentrums im Schloss.
Altstadtrat Horst Heß ist aus Sicht von OB Herzog der „heimliche Burgherr“ Schrambergs. Seit vielen Jahren steckt er sein Herzblut in die Erforschung der Burgengeschichte. Der „kreative Querdenker“ ist laut Herzog aus seiner 16-jährigen aktiven Zeit als Stadtrat namentlich vor allem deshalb bekannt, weil ihm das Heß-Bächle in der Fußgängerzone und die Heß-Variante zur Talstadtumfahrung zu verdanken ist.

Im Jahr 1986 war Horst Heß für Wilhelm Knecht in den Gemeinderat nachgerückt. Dem Gremium gehört er bis 2002 an. Bereits 1971 trat Horst Heß erstmals zur Kommunalwahl für die Liste 4, Freie Bürger, an. Damals schrieb er im Wahlprospekt: „Der Gemeinderat ist überaltert und bewegt sich meistens in eingefahrenen Gleisen.“ Damals war er 38 Jahre alt. Von Oktober 1989 bis Oktober 2001 stand er der Fraktion Freie Liste / FDP und später Freie Liste als Sprecher vor.

Als kreativer Menschen entwickelte Heß mit Durchsetzungsvermögen bei vielen Projekten Gegenentwürfe und Problemlösungen. Als Beispiele nannte Herzog die Sanierung des Gebäudes Oberndorfer Straße 1, den Um- und Ausbau der Oberen Hauptstraße zur Fußgängerzone und die Verwirklichung des Rasenplatz Sulgen. Engagiert war Heß auch für den Sport.

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Die Ehrung für Dr. Volker Ziegler hätte eigentlich bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen, kam aber damals aus terminlichen Gründen nicht zustande. Ziegler wurde 1942 in der Talstadt geboren, ist hier aufgewachsen und machte am Gymnasium sein Abitur. Als Allgemeinarzt hatte er seine Praxis in der Hauptstraße, dies von 1975 bis noch im vergangenen Jahr. Außerdem war er 24 Jahre lang als Lehrbeauftragter an der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg tätig. Neun Jahre lang war er von 1990 bis 1999 Vorsitzender des Ärztlichen Vereins in Schramberg und des Ärztlichen Kreisvereins Rottweil. Auch dem Deutschen Roten Kreuz in Schramberg stand er von 2001 bis 2009 vor.
Dem Gemeinderat gehörte Dr. Volker Ziegler von 1980 bis 1988 als Mitglied der CDU-Fraktion an. Dort mischte er nach Kräften mit Hans-Jochem Steim, Martin Maurer und Karlheinz Maier nach Kräften in der Kommunalpolitik mit, wie es OB Herzog ausdrückte. Aus Anlass seines Ausscheidens aus dem Gemeinderat am 27. Oktober 1989 nannte er als traurigste Entscheidung den Fall des Berneckschultores und als beste Entscheidung den Ausbau des Schlosses zum Kulturzentrum. Herzog erinnerte: „In Ihre Legislaturperiode fiel auch die Entscheidung für den Schlossbergtunnel und das alles entscheidende Patt bei der Abstimmung für oder gegen einen Überleitungsstollen von der kleinen Kinzig zum Neckar.
Ein gewisser Forschergeist steckte laut Herzog schon immer in Volker Ziegler. So gehört er zu den Burgpionieren, die 1956 mit geheimen Ausgrabungen auf dem Schlossberg für Furore sorgten. Gesucht hatte die Gruppe nach unterirdischen Gängen und geheimnisvollen Schätzen. Tatsächlich fand die Gruppe das bis heute einzig erhaltene Gewölbe auf der Burg Hohenschramberg.

Gemeinsam mit den zahlreich erschienen Gästen stießen OB und Altstadträte auf ihre Geburtstag an.