Vorbild: Plakataufsteller des Vereins der Freunde der Orgelmusik vor dem Schramberger Rathaus. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Die vie­len Pla­ka­te, die auch über­wie­gend für aus­wär­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen wer­ben, sei­en dem Rat und der Ver­wal­tung „schon lan­ge ein Dorn im Auge“, so Wirt­schafts­för­de­rer Man­fred Jung­beck im Ver­wal­tungs­aus­schuss des Schram­ber­ger Gemein­de­ra­tes.

Jung­beck erläu­ter­te die Vor­la­ge der Ver­wal­tung, wie das Pla­ka­tie­ren in Zukunft ein­ge­schränkt und so das Stadt­bild attrak­ti­ver wer­den soll (wir haben berich­tet). Die Ver­wal­tung schla­ge ein stu­fen­wei­ses Vor­ge­hen vor, der Über­gang zu digi­ta­len Anzei­ge­ta­feln sol­le nicht „von jetzt auf nach­her“ erfol­gen.

Fach­be­reichs­lei­ter Rudolf Mager mein­te im Rah­men des Stadt­um­baus 2030+ wer­de eini­ges sofort umge­setzt, ande­re Din­ge kämen noch und müss­ten noch prä­zi­siert wer­den.

Neue Regeln kommen bald

Schnell umset­zen möch­te die Ver­wal­tung ein Ver­bot, an Later­nen­mas­ten Pla­ka­te auf­zu­hän­gen. Aus­nah­men sol­le es nur geben, wenn es sich um Ver­an­stal­tun­gen in Schram­berg zu gro­ßen Jubi­lä­en mit über­re­gio­na­ler Bedeu­tung hand­le. Für die orts­an­säs­si­gen Ver­ei­ne möch­te die Stadt etwa 15 Pla­kat­auf­stel­ler beschaf­fen, die die Ver­ei­ne bei­spiels­wei­se beim Bau­hof aus­lei­hen und in von Fuß­gän­gern gut fre­quen­tier­ten Plät­zen auf­stel­len kön­nen. Als Vor­bild dien­ten dafür die Pla­kat­stän­der des Ver­eins der Freun­de der Orgel­mu­sik, so Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog.

Wenn sich das neue Sys­tem ein­ge­spielt habe, kön­ne man bei klei­ne­ren Ver­an­stal­tun­gen wie den Fes­ten der Stadt­teil­ver­ei­ni­gun­gen auch „eher fle­xi­bel“ reagie­ren, so Mager. „Wenn da ein paar Pla­ka­te an Brü­cken­ge­län­dern hän­gen, wäre das nicht tra­gisch.“

Die Ban­ner über den Durch­fahrts­stra­ßen soll­ten nur noch für städ­ti­sche Ver­ei­ne und Ver­an­stal­tun­gen auf­ge­hängt wer­den.

In einer zwei­ten Stu­fe möch­te die Stadt ein Gesamt­kon­zept mit elek­tro­ni­schen Medi­en, aber auch klas­si­schen Lit­faß-Säu­len aus­ar­bei­ten. Die­se kön­nen bei Park­plät­zen oder im Park­haus die Besu­cher infor­mie­ren. „Das wol­len wir aber nicht übers Knie bre­chen“, das brau­che Zeit.

Lob gab es von allen Sei­ten im Aus­schuss. Tho­mas Brant­ner (CDU) ist sicher, die Stadt wer­de nach außen „ein deut­lich posi­ti­ve­res Bild abge­ben“, wenn die Pla­ka­te an den Later­nen­mas­ten ver­schwin­den.

Problem: Wahlplakate

Er frag­te, wie es bei den anste­hen­den Wahl­kämp­fen aus­se­hen wer­de. Mit gemein­sa­men Pla­kat­wän­den könn­te deren Pla­ka­tier­be­dürf­nis erfüllt wer­den. Mir­ko Wit­kow­ski (SPD/Buntspecht sekun­dier­te. Es wäre wider­sin­nig, wenn man die Ver­ei­ne ein­schrän­ken wür­de „und die Par­tei­en hau­en die Stadt mit Pla­ka­ten voll.“ Die Par­tei­en und Ver­ei­ni­gun­gen am Rats­tisch wür­den sich sicher schnell eini­gen, es gehe ihm um die hier nicht ver­tre­te­nen Par­tei­en.

Ober­bür­ger­meis­ter Her­zog ist über­zeugt, dass es der Stadt leich­ter fal­le, das Pla­ka­tie­ren im Wahl­kampf ein­zu­schrän­ken, wenn die Stadt dafür Räu­me und Flä­chen zur Ver­fü­gung stel­le. Die Groß­pla­ka­te stün­den eh meist auf Pri­vat­grund­stü­cken und sei­en nicht zu ver­hin­dern.

Bernd Rich­ter (ÖDP) schien die Zahl der Pla­kat­stän­der für die Ver­ei­ne zu restrik­tiv, Mager sprach von ins­ge­samt 15 oder 20. OB Her­zog mein­te das neue Sys­tem müs­se sich ein­spie­len. Mit den Auf­stel­lern wer­de es auf­wän­di­ger zu pla­ka­tie­ren. In Zei­ten von Inter­net, Face­book und Zei­tun­gen fra­ge er sich sowie­so, wie wirk­sam Pla­ka­te eigent­lich sei­en. Den­noch sei es ihm lie­ber, es wer­be ein hie­si­ger Ver­ein für sei­ne Ver­an­stal­tung als eine Mes­se in Offen­burg.

Abschlie­ßend lob­te Udo Neu­deck für die freie Lis­te das zwei­stu­fi­ge Kon­zept, das den Wild­wuchs an der Obern­dor­fer Stra­ße besei­ti­ge, man müs­se aber auch „nicht päpst­li­cher als der Papst“ sein, wenn es um klei­ne­re Fes­te der Ver­ei­ne gehe.

Bei einer Ent­hal­tung (Bernd Rich­ter) bil­lig­te der Aus­schuss das neue Pla­ka­tie­rungs­kon­zept, des­sen ers­te Stu­fe die Ver­wal­tung nun umset­zen soll.