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Dienstag, 22. September 2020

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Plakatierung: Weniger ist mehr

Verwaltungsausschuss beschließt neue Regeln

SCHRAMBERG  (him) – Die vielen Plakate, die auch überwiegend für auswärtige Veranstaltungen werben, seien dem Rat und der Verwaltung „schon lange ein Dorn im Auge“, so Wirtschaftsförderer Manfred Jungbeck im Verwaltungsausschuss des Schramberger Gemeinderates.

Jungbeck erläuterte die Vorlage der Verwaltung, wie das Plakatieren in Zukunft eingeschränkt und so das Stadtbild attraktiver werden soll (wir haben berichtet). Die Verwaltung schlage ein stufenweises Vorgehen vor, der Übergang zu digitalen Anzeigetafeln solle nicht „von jetzt auf nachher“ erfolgen.

Fachbereichsleiter Rudolf Mager meinte im Rahmen des Stadtumbaus 2030+ werde einiges sofort umgesetzt, andere Dinge kämen noch und müssten noch präzisiert werden.

Neue Regeln kommen bald

Schnell umsetzen möchte die Verwaltung ein Verbot, an Laternenmasten Plakate aufzuhängen. Ausnahmen solle es nur geben, wenn es sich um Veranstaltungen in Schramberg zu großen Jubiläen mit überregionaler Bedeutung handle. Für die ortsansässigen Vereine möchte die Stadt etwa 15 Plakataufsteller beschaffen, die die Vereine beispielsweise beim Bauhof ausleihen und in von Fußgängern gut frequentierten Plätzen aufstellen können. Als Vorbild dienten dafür die Plakatständer des Vereins der Freunde der Orgelmusik, so Oberbürgermeister Thomas Herzog.

Wenn sich das neue System eingespielt habe, könne man bei kleineren Veranstaltungen wie den Festen der Stadtteilvereinigungen auch „eher flexibel“ reagieren, so Mager. „Wenn da ein paar Plakate an Brückengeländern hängen, wäre das nicht tragisch.“

Die Banner über den Durchfahrtsstraßen sollten nur noch für städtische Vereine und Veranstaltungen aufgehängt werden.

In einer zweiten Stufe möchte die Stadt ein Gesamtkonzept mit elektronischen Medien, aber auch klassischen Litfaß-Säulen ausarbeiten. Diese können bei Parkplätzen oder im Parkhaus die Besucher informieren. „Das wollen wir aber nicht übers Knie brechen“, das brauche Zeit.

Lob gab es von allen Seiten im Ausschuss. Thomas Brantner (CDU) ist sicher, die Stadt werde nach außen „ein deutlich positiveres Bild abgeben“, wenn die Plakate an den Laternenmasten verschwinden.

Problem: Wahlplakate

Er fragte, wie es bei den anstehenden Wahlkämpfen aussehen werde. Mit gemeinsamen Plakatwänden könnte deren Plakatierbedürfnis erfüllt werden. Mirko Witkowski (SPD/Buntspecht sekundierte. Es wäre widersinnig, wenn man die Vereine einschränken würde „und die Parteien hauen die Stadt mit Plakaten voll.“ Die Parteien und Vereinigungen am Ratstisch würden sich sicher schnell einigen, es gehe ihm um die hier nicht vertretenen Parteien.

Oberbürgermeister Herzog ist überzeugt, dass es der Stadt leichter falle, das Plakatieren im Wahlkampf einzuschränken, wenn die Stadt dafür Räume und Flächen zur Verfügung stelle. Die Großplakate stünden eh meist auf Privatgrundstücken und seien nicht zu verhindern.

Bernd Richter (ÖDP) schien die Zahl der Plakatständer für die Vereine zu restriktiv, Mager sprach von insgesamt 15 oder 20. OB Herzog meinte das neue System müsse sich einspielen. Mit den Aufstellern werde es aufwändiger zu plakatieren. In Zeiten von Internet, Facebook und Zeitungen frage er sich sowieso, wie wirksam Plakate eigentlich seien. Dennoch sei es ihm lieber, es werbe ein hiesiger Verein für seine Veranstaltung als eine Messe in Offenburg.

Abschließend lobte Udo Neudeck für die freie Liste das zweistufige Konzept, das den Wildwuchs an der Oberndorfer Straße beseitige, man müsse aber auch „nicht päpstlicher als der Papst“ sein, wenn es um kleinere Feste der Vereine gehe.

Bei einer Enthaltung (Bernd Richter) billigte der Ausschuss das neue Plakatierungskonzept, dessen erste Stufe die Verwaltung nun umsetzen soll.

 

 

 

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