Rechenzentrum und Serverraum in Kirchplatzschule

Gemeinderat stimmt zu / Ärger über Nicht-Information

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Ziemlichen Ärger hat sich die Stadtverwaltung beim, Gemeinderat eingefangen, weil sie für einen Serverraum in der früheren Kirchplatzschule geworben hat – und in einer vorangegangenen Sitzung zum Thema Umbau der Kirchplatzschule dieses Thema ausgeklammert hatte. Und das, obwohl ausdrücklich danach gefragt worden war. Aber der Reihe nach.

Schramberg. Die IT-Sicherheit wird auch für Städte und Gemeinden immer wichtiger. Seit 2015 kümmert sich die Stadt intensiv darum. 2019 richtete sie ein Rechenzentrum im früheren Fahrradkeller des Gymnasiums ein.

Im Gemeinderat berichtete Fachbereichsleiter Uwe Weisser, um bei einer Krise oder dem Komplettausfall des Rechenzentrums nicht sämtliche Daten zu verlieren, werde ein zweiter Standort benötigt. In der IT-Sprache gehe es um Redundanz.

Die Server in einem Raum des Gymnasiums. Archiv-Foto: him

Serveerraum  zu Rechenzentrum ausbauen

Bei der Planung der Kita in der früheren Kirchplatzschule sei klar gewesen, auch diese brauche einen Serverraum, der mit 217.000 Euro allerdings recht teuer käme. Die IT-Abteilung habe den Raum angeschaut und festgestellt, er habe „für das zweite Rechenzentrum die ideale Größe“, so Weisser. Die Suche nach anderen Standorten sei zwei Jahre vergebens gewesen.

Der zusätzliche Aufwand an der Kirchplatzschule sei „überschaubar“. Insgesamt komme man auf knapp 260.000 Euro für den Serverraum der Kita und das zweite Rechenzentrum.
IT-Leiter Ulrich Greilinger berichtete, auf der Suche nach Redundanzmöglichkeiten habe man aus Kostengründen Clouddienste verworfen.

Datensicherung durch Redundanz. Foto: him

Rat trotz Nachfrage nicht informiert

Am Sinn eines solchen zweiten Rechenzentrums habe sie keinen Zweifel, so Tanja Witkowski (SPD/Buntspecht). Sie störte, dass sie bei der Sitzung, als es um den Umbau der Kirchplatzschule ging, “eine andere Antwort erhalten“ habe. Damals habe es geheißen, der Breitbandanschluss werde 144.000 Euro kosten, nun nur noch 70.000 Euro.

Witkowski ärgerte überdies, dass der Rat von einer Standortsuche in Sulgen nichts erfahren habe.

Weisser zeigte Verständnis für Witkowskis Ärger. Damals habe die Verwaltung noch keine Zahlen gehabt. Die unterschiedlichen Zahlen erklärte Greilinger: Im einen Fall gehe es nur um den Anschluss des Gebäudes an Glasfasernetz. bei den 144.000 Euro Zahl war auch die Verteilung im Gebäude dabei.

Uwe Weisser und Ulrich Greilinger informieren über das geplante zweite Rechenzentrum. Foto: him

“Wir merken es”

Udo Neudeck (Freie Liste) versicherte, auch ihm habe es nicht gefallen, dass die Verwaltung jetzt mit dem Thema komme und in der vorhergegangenen Sitzung trotz ausdrücklicher Frage von Tanja Witkowski nichts gesagt habe. „Drei Tage später lagen die kompletten Pläne vor“, staunte er. Und: „Glaubet bloß net, dass ich‘s net merk!“

Thomas Brantner (CDU) fragte sich, weshalb die Stadt das zweite Rechenzentrum braucht und dies nicht extern vergibt. Was geschieht, wenn die eigenen IT-Mitarbeiter ausfallen, wollte er wissen. „Wir haben für alle Bereiche Dienstleistungsverträge mit externen Dienstleistern. Die können mit maximal acht Stunden Verzögerung einsteigen“, versicherte Greilinger.

Bei einer Enthaltung von Jürgen Reuter („Aktive Bürger“) stimmte der Gemeinderat den Serverraumplänen zu.

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