„Reh“-tungseinsatz in der Schiltach

Feuerwehr zieht verunglücktes Reh aus der Kanalisation / Reh ist wohlauf

SCHRAMBERG  (him) – Nach dem Gewitter am Sonntagnachmittag ist ein Reh in den Göttelbach gerutscht. In einem aufwändigen „Reh“-tungseinsatz haben Feuerwehrleute gemeinsam mit Förster Holger Wöhrle das Tier schließlich in der Kanalisation beim Schloss gefunden und retten können.

Gegen 16 Uhr hatten Zeugen das Tier im Bach gesehen und die Polizei informiert.  Die Feuerwehr ist zunächst zum Göttelbach ausgerückt und hat dort versucht, das stark verängstigte Tier aus dem angeschwollenen Göttelbach zu ziehen. „Das  Reh ist dann am Paradiesplatz in die Unterführung geschwemmt worden“, berichtet Abteilungskommandant Patrick Wöhrle.

Daraufhin ist der Großteil der Einsatzkräfte an den Zufluss des Göttelbachs in die Schiltach beim Schloss umgezogen.  Am oberen Eingang blieben zunächst die große Drehleiter und einige Feuerwehrleute postiert. An der Schiltach kletterten gegen 17 Uhr zwei Feuerwehrleute in den stark strömenden Göttelbach und versuchten das Tier in der Kanalisation zu orten. Nach etwa

70 Metern fanden sie das Reh und warteten ab.

Förster Wöhrle beruhigt das Tier

Unterdessen kam als Fachmann Förster Holger Wöhrle aus Schiltach. Er stieg mit einem Sicherheitsgurt ausgestattet, einer Decke und in Wathose in den langsam schwächer werdenden Bach im Kanal.  Als er es gefunden hatte, warf er die Decke über den Kopf des Rehs: „Die Augen abdecken, das beruhigt sofort“, erklärte er später. Danach sei es nicht so schwer gewesen, das Reh in ein Transporttuch einzupacken. „Das Reh war fertig“. Der Kampf gegen den Bach hatte das Tier erschöpft.

Unterdessen hatten sich etliche Schaulustige eingefunden, die das Geschehen an der Schiltach beobachtet hatten. Im Städtle hatte sich die „Rehtungsaktion“ schnell herumgesprochen.

Mit den beiden Feuerwehrleuten brachte Förster Wöhrle das abgekämpfte Reh, wahrscheinlich eine Geis, fest verpackt zum Kanalausgang. Dort hatten unterdessen die Feuerwehrleute mit Hilfe der herbei beorderten großen Drehleiter noch einen Flaschenzug  konstruiert, an den das eingepackte Reh gehängt und nach oben befördert wurde.

„Reh“-tungseinsatz endet im Lehengericht

Auf Anweisung von Förster Wöhrle räumten die Feuerwehrleute eines ihrer Fahrzeuge leer. Dort hinein legten sie das regungslos in seiner Decke eingewickelte Tier und fuhren es auf eine Wiese bei Hinterlehengericht. „Ich will schauen, ob es sich nichts gebrochen hat“, erläutert Wöhrle. Es brauche aber erst eine Weile, bis es sich beruhigt hat.

Wenn es verletzt sei, werde er es erlösen müssen.“Sonst geht es im Wald elend zu Grunde.“  Aber eigentlich sei er optimistisch: „Die Rehe müssen ganz schön was aushalten können in der Natur, es müsste das eigentlich überstanden haben.“

Nach Abfahrt des Rehs im Feuerwehrtaxi räumten die Feuerwehrleute ihre Gerätschaften wieder zusammen – und beendeten einen wahrscheinlich für alle einmaligen „Reh“-tungseinsatz.

++++ Letzte Meldung: Reh wohlauf ++++

Wie Förster Wöhrle gegen 19.10 Uhr der NRWZ mitteilt,  sei das Reh wohlauf gewesen. Kaum hätten die Feuerwehrleute und er das Tier ausgepackt und auf die Wiese gelegt, sei es aufgestanden und über die Wiese in den Wald davon gesprungen. Es werde zwar nicht in sein altes Revier zurückfinden und ein mögliches Kitz werde der Fuchs sich holen. Auch werde es sich ein neues Territorium suchen müssen – „Aber eines ist klar: Die Schramberger Feuerwehr hat ihm das Leben gerettet.“

 

 

 

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1 Kommentar

  1. Was soll den der Quatsch? Warum bringt man das Tier nicht dorthin zurück wo es herkam – Göttelbach?
    Da hat das Tier schon den Schock fürs Leben und dann setzt man es auch noch in ner fremden Umgebung aus…unglaublich!

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