Schlüsselübergabe: Von Sternen und kastrierten Katzen

Zwei, die sich verstehen: OB Thomas Herzog und Zunftmeister Michael Melvin. Fotos: him

Schlag 11 Uhr öff­ne­te sich die vor­de­re Rat­haus­tür und die Elfer und OB Tho­mas Her­zog vor­aus schrit­ten die Rätin­nen und Räte zur Schlüs­sel­über­ga­be auf den Elfer­wa­gen.

OB: „Es steht in den Sternen”

Nach dem Nar­ren­marsch durch di Stadt­mu­sik  hielt OB Her­zog sei­ne Abschieds­re­de, durch­drun­gen von der im „Schwarz­wäl­der Boten an Sil­ves­ter auf­ge­brach­ten Idee eines Stadt­ho­ro­skops.  „Ab sofort wer­den die Sit­zungs­ter­mi­ne nicht mehr nach dem Datum son­dern nach dem Stand der Ster­ne fest­ge­legt“, dekre­tier­te er.

Außer­dem habe die Stadt einen eige­nen Haus­as­tro­lo­gen enga­giert – und der schau­te mit Rie­sen­fern­rohr denn auch vom Rat­haustürm­le in den Him­mel. Die Ster­ne, so Her­zog, besag­ten auch, dass die Nar­ren­zünf­te von Schram­berg und Sul­gen in100 Jah­ren fusio­nier­ten – was mit sehr ungläu­bi­gem Gemur­re des när­ri­schen Volks auf­ge­nom­men wur­de.

Dem Elfer-Team riet er in den kom­men­den Tagen sich im Rat­haus als LGS Pro­jekt­grup­pe zurück­zu­zie­hen: „Nix esse und nix trin­ke für die Lan­des­gar­ten­schau!“

Nach­dem Zunft­meis­ter Micha­el Mel­vin den Schlüs­sel umge­hängt bekom­men hat­te, gab es einen ham­mer­har­ten Auf­tritt der „Brauch­tums­mu­sik­grup­pe der Bach-na-Fah­rer“, als die  Zunft­meis­ter Mel­vin die vier  Hard-Rock-Jungs vom LKW neben dem Platz vor­stell­te.

Zunftmeister: „Wir brauchen keine Wadenbeißer”

Danach sprach er zum när­ri­schen Volk. Er dank­te höf­lichst allen betei­lig­ten, Ver­wal­tung, Gemein­de­rat, Hilfs­diens­ten Bau­hof, Stadt­mu­sik…

Die Lan­des­gar­ten­schau sei „eine gute Idee“, aller­dings sei die Nar­ren­zunft die Erfin­de­rin des „Blau­en Ban­des”. Mit Tutt­lin­gen und Rott­weil habe Schram­berg zwar erns­te Kon­kur­ren­ten. „Aber in Sachen Fas­net haben wir den Rott­wei­lern schon lan­ge den Rang abge­lau­fen.“  Tat­ä­ää, tat­ä­ää. Er kün­dig­te an, die Nar­ren­zunft wer­de die Bach-na-Fahrt wäh­rend der Lan­des­gar­ten­schau ganz­jäh­rig lau­fen las­sen. Das dann immer noch leer ste­hen­de Med­zen­trum wer­de zum „Sig­ger-Haf­ner-Bach-na-Fah­rer-Schu­lungs­zen­trum“.

Lokal­po­li­tisch wur­de Mel­vin über­deut­lich: Mit Blick auf die Gemein­de­rats-Wah­len im kom­men­den Jahr riet er, „nicht jeden daher­ge­lau­fe­nen Dackel in Uni­form“ zu wäh­len. „Wir brau­chen kei­ne Waden­bei­ßer, die stän­dig dem OB ins Bein zwi­cken.“  Dem när­ri­schen Volk stell­te er dann die rhe­to­ri­sche Fra­ge: „Ob ich da den Jür­gen Reu­ter mei­ne?“

Auch die neue Redak­ti­ons­lei­te­rin  des Schwarz­wäl­der Boten bekam ihr Fett weg: „Stadt­po­li­tik lässt sich nur noch von den Ster­nen her deu­ten.“

Dass die Hard­ter Kat­zen nicht mehr nach Schram­berg kämen, dar­an sei die CDU Schuld. Die habe bean­tragt, dass alle rum­streu­nen­den Kat­zen kas­triert wer­den sol­len. Für längst über­fäl­li­ge Umge­stal­tung des Schlos­ses schlug Mel­vin vor, mit Ehren­zunft­meis­ter Hubert Dold einen sach­kun­di­gen Muse­ums­lei­ter ein­zu­stel­len. Und als sei­nen Stell­ver­tre­ter Peter Renz einen „Schram­ber­ger Patrio­ten“. Das sei ein gutes Gespann, die unter­schrifts­rei­fen Ver­trä­ge habe er dabei.

OB Her­zog und sei­ner Frau Anne wünsch­te  er „erhol­sa­me Tage und ein erfolg­rei­ches Gelin­gen bei der LGS-Bewer­bung“.