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Rottweil
Mittwoch, 19. Februar 2020

Schnelles Internet ab Ende Juni in Tennenbronn

OB Herzog: Dank für Kreissolidarität

SCHRAMBERG  (him) – Der Netzausbau im Kreis Rottweil „hat die Halbzeit schon hinter sich“, versichert Bernhard Ginter, Regionalmanager der Deutschen Telekom bei einem Ortstermin im Affentäle. Derzeit sind die Spezialisten der Firma Kabel X in Tennenbronn am Werk.

Die Telekom sorgt im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Landkreises für die Glasfaserverkabelung im Kreis Rottweil insgesamt acht Ausbau-Bezirke hatten die Fachleute festgelegt. Tennenbronn gehört bereits zum fünften Bereich. Wegen der schwierigen Topografie seien die Arbeiten hier besonders anspruchsvoll, so Ginter: „Insgesamt werden hier etwa 16 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 19 Multifunktionsgehäuse neu aufgestellt oder mit moderner Technik ausgestattet.“

Bis spätestens Ende Juni sollen dann 1445 Haushalte die Möglichkeit haben, sich ans schnelle Internet anschließen zu lassen, so Ginter. „Vielleicht schaffen wir es auch schon vier Wochen früher.“

Für den Landkreis hat sich der erste Landesbeamte Hermann Kopp sehr zufrieden gezeigt: „Wir sind voll im Zeitplan, das ist keine Selbstverständlichkeit.“  Bis Ende des Jahres, spätestens Anfang 2018 werden 95 Prozent aller Haushalte schnelles Internet bekommen können. Er hoffe, dass die EU auch grünes Licht für die Landes- und Bundeshilfe gebe. Dann würden etwa 70 Prozent der Gesamtkosten von etwa zwölf Millionen Euro erstattet und der Kreis  müsse lediglich etwa vier Millionen Euro beisteuern.

Dankbar für Solidarität

Die 16 Kilometer Tiefbauarbeiten in Tennenbronn seien etwa zehn Prozent aller Tiefbauarbeiten im Kreis. Das liege an der „komplexen Siedlungsstruktur“ des Schramberger Stadtteils. Der Kreistag habe einmütig beschlossen, das Projekt über die Kreisumlage zu finanzieren und nicht die Kosten je Gemeinde im Detail auszurechnen. „Das ist ein großer Akt der Solidarität“, lobte Kopp.

Dafür sei die Stadt Schramberg  sehr dankbar, entgegnete denn auch Oberbürgermeister Thomas Herzog. Es wäre für Schramberg allein finanziell nie möglich gewesen, die 16 Kilometer Glasfaserkabel allein zu verlegen. Er hob auch hervor, dass es keinen Streit darum gab, wer als erstes oder später dran kommt. So müsse Waldmössingen, das eigentlich am schlechtesten versorgt sei, noch bis Ende des Jahres warten.

Weil die Kabelverleger auf vielen privaten Grundstücken die Glasfaserkabel verlegen müssten, seien die Arbeiten in Tennenbronn nicht ganz einfach, so Andreas Blamauer von Kabel X. Mit etwa 35  Leuten arbeite seine Firma  in Tennenbronn: „Wir müssen das Projekt in sehr kurzer Zeit umsetzen.“

Freude über gelungenes Projekt ( von links): Bernhard Ginter (Telekom), Hans Klaiber und Hermann Kopp vom Landratsamt, Oberbürgermeister Thomas Herzog, Telekom-Projektleiter Jörg Schuler und Andreas Blamauer von Kabel X. Foto: him

Weil die Anschlüsse umgesteckt werden müssen, müssen die Internet-Nutzer der Telekom dazu einen Auftrag erteilen, betont der Telekom-Manager Ginter. Bei einer Bürgerinformation Ende Mai will die Telekom die Tennenbronner informieren. Man könne aber auch schon jetzt sich im Telekomshop beraten lassen.

 

1 Kommentar

  1. Die Kooperation des Landkreises mit der Telekom wird auf Dauer für einige Gemeinden in eine Sackgasse führen.
    Der Ausbau der Telekom wird vom Landkreis Rottweil mit einer Summe von 11,8 Mio Euro gefördert. Dafür verpflichtet sich die Telekom, auch diejenigen Gebiete im Landkreis auszubauen, bei denen ein Ausbau für die Telekom nicht wirtschaftlich wäre.

    Bei genauerer Betrachtung des Ausbaufortschritts zeigt sich, dass die Telekom dort, wo sie in Konkurrenz zu Unitymedia, oder einem anderen Breitbandanbieter steht, ihr Netz fast immer eigenverantwortlich, also ohne Förderung durch den Landkreis ausbauen kann. Dort besteht die Gefahr, dass die Kunden zur Konkurrenz abwandern könnten.

    In Gebieten, wo die Telekom keiner Konkurrenz gegenübersteht, greift die Telekom für den Ausbau zumeist auf die Förderung durch den Landkreis zurück. Ohne Konkurrenz, würde die Telekom in den betreffenden Gemeinden vermutlich keine eigene Investitionen tätigen.

    Wie wird dann der weitere Ausbau in ein paar Jahren aussehen?

    Werden die Gemeinden, in denen die Telekom einer Konkurrenz gegenübersteht, immer moderner und immer schneller ausgebaut. Und zwar ohne, dass die Gemeinden sich finanziell daran beteiligen müssen?

    Müssen Gemeinden, wo die Telekom keine Konkurrenz hat, dann mit sehr viel Geld den weiteren Ausbau selbst bezahlen?

    Wenn dem so wäre, stellt sich nun die Frage, ob die Gemeinden die Telekom weiterhin subventionieren sollten und dafür eine Leistung bekommen, die weit unter den Leistungen der Telekomkonkurrenz liegt, oder ob sie das Geld gleich in ein kommunales Glasfasernetz stecken und damit, wie unsere Nachbarlandkreise, eine Konkurrenz zur Telekom aufbauen.

    Denn es hat sich schon öfters gezeigt, sobald sich für die Telekom eine Konkurrenz ankündigt, kann diese ihr Netz plötzlich auf eigene Kosten modernisieren.

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