Schon wieder Warnstreik bei Schweizer +++ aktualisiert

Geschäftsleitung: Geringe Auswirkungen

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Warnstreik bei Schweizer: Am Donnerstagfrüh ist laut IG Metall die Frühschicht ausgefallen. Foto: him

Erneut zu einem Warnstreik aufgerufen hat die IG Metall die Beschäftigten beim Leiterplattenhersteller Schweizer Electronic in Sulgen. Anlass sind die Tarifverhandlungen in der Metall und Elektro-Industrie.

„Wir wollen aber auch unsere eigenen Forderungen, etwa nach einem Haustarifvertrag dabei einbringen“, so Betriebsrat Markus Kretschmann. Der Behindertenbeauftragte im Betriebsrat Bernhard Weinmann ist überzeugt, dass die Produktion am Morgen ausgefallen ist: „Die komplette Frühschicht hat sich beteiligt. Entweder sind die Leute rausgegangen oder gleich daheim geblieben.“

Das sei nicht richtig, versichert dagegen die Firmensprecherin Christina Blake: „Es gibt wenig Streikende, die Auswirkungen auf den Betriebslauf sind gering.“

Die Delegation von Schweizer fährt mit einem Bus der IG Metall nach Ludwigsburg, um bei den Tarifverhandlungen dort Druck auf die Arbeitgeber zu machen, so Alexandra Ulbrich von der IG Metall. Neben höheren Löhnen verlangt die Gewerkschaft eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Dabei sollen Arbeitnehmer ohne Lohnausgleich auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Für drei Gruppen soll es aber einen Zuschuss geben: für Beschäftigte mit Kindern unter 14 Jahre, für Leute, die Angehörige betreuen, und im Schichtbetrieb Tätige.

Zur laufenden Auseinandersetzung mit der IG Metall erklärt Firmensprecherin Blake, die Schweizer Electronic AG setze nach wie vor auf interne Lösungen, die gemeinsam mit dem Betriebsrat zum Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter “sowie zum Wohl unseres Unternehmens” erarbeitet würden. „Konkret bedeutet dies, dass mit Beginn des kommenden Jahres die gesamten Vergütungsstrukturen im Rahmen eines Projektes überarbeitet werden.“