Nun also doch: Steige wird 2019 saniert. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Nach­dem sich die Gemein­de­rats­frak­tio­nen intern schon dar­auf geei­nigt hat­ten, die Markt­stra­ßen­sa­nie­rung trotz erheb­li­cher Mehr­kos­ten in die­sem Früh­jahr zu star­ten, war der ent­spre­chen­de Rats­be­schluss eigent­lich nur Form­sa­che. 

Eigent­lich, denn zuvor hat­ten Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und Tief­bau­lei­ter Klaus Dezem­ber ordent­lich Asche auf ihre Häup­ter gestreut: „Es war nicht in Ord­nung“, so Her­zog, dass die Ver­wal­tung bei der Vor­la­ge des Haus­hal­tes nicht die aktu­el­len Zah­len für die Sanie­rung vor­ge­legt hät­te. „Mea cul­pa – mei­ne Schuld“, mein­te Dezem­ber und beton­te,  in sei­ner Abtei­lung gäbe es eigent­lich einen Mecha­nis­mus, um sol­che Fehl­leis­tun­gen zu ver­hin­dern. Das hät­te nicht pas­sie­ren dür­fen.“

Wie berich­tet hat­te ein Pla­nungs­bü­ro ver­al­te­te Zah­len vor­ge­legt, dar­auf­hin hat­te der Rat 930.000 Euro für die Sanie­rung der Stei­ge im Haus­halts­plan ein­ge­baut. Zu dem Zeit­punkt aber waren die Kos­ten bereits auf 1,2 Mil­lio­nen Euro geklet­tert.  Die Aus­schrei­bung ergab nun einen noch etwas höhe­ren Betrag.

Den­noch waren sich alle einig, die Sanie­rung nicht noch­mals zu ver­schie­ben. Dank höhe­rer gewer­be­steu­er­ein­nah­men sei das auch zu finan­zie­ren. OB Her­zog bestä­tig­te auch, dass die Fir­ma, die das güns­tigs­te Gebot ein­ge­reicht hat­te, den Auf­trag auch wei­ter über­neh­men wer­de. Die Aus­schrei­bung sei auch nicht auf­ge­ho­ben wor­den, wie es in der Vor­la­ge hieß. „Wir kön­nen noch ver­ge­ben.“

Verschiebung macht’s nicht billiger

CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Cle­mens Mau­rer beton­te, sei­ne Frak­ti­on wol­le „die Sanie­rung abge­schlos­sen bekom­men“, zumal eine erneu­te Aus­schrei­bung nichts brin­ge, son­dern eher teu­rer wer­de. Tan­ja Wit­kow­ski (SPD-Bunt­specht) sah es genau­so, bat aber um  Aus­kunft, ob auch  die weit höhe­ren Kos­ten für den Abwas­ser­ka­nal im Haus­halt des Eigen­be­triebs Abwas­ser abge­deckt wer­den kön­nen. Fach­be­reichs­lei­ter Uwe Weis­ser ver­si­cher­te: „Bei­de Haus­hal­te las­sen es zu, die Maß­nah­me zu ver­wirk­li­chen.“

Udo Neu­deck für die freie Lis­te warb eben­falls dafür „unse­re gute Stu­be“, die in einem „erbärm­li­chen Zustand“ sei,  so bald als mög­lich zu sanie­ren.  Der frak­ti­ons­lo­se Rat Jür­gen Reu­ter kri­ti­sier­te das Pla­nungs­bü­ro.  Emil Rode  mein­te selbst­kri­tisch, auch ihm als Mit­glied der Arbeits­grup­pe Markt­stra­ße hät­ten die  zu nied­rig ange­setz­ten Kos­ten auf­fal­len müs­sen.

CDU-Rat Johan­nes Grimm führ­te die­sen Zustand auf  „man­gel­haf­ten Stra­ßen­un­ter­halt“ zurück. ÖDP-Rat Bernd Rich­ter stell­te klar, die­sen Schuh müs­se sich die Ver­wal­tung nicht anzie­hen. Die Pflas­ter­stei­ne sei­en von Anfang an schad­haft gewe­sen. Mir­ko Wit­kow­ski (SPD-Bunt­specht) bean­trag­te Ende der Debat­te, um das „Schau­lau­fen“ zu been­den.  Bei der anschlie­ßen­den Abstim­mung bewil­lig­ten die Rätin­nen und Räte dann ein­stim­mig die erfor­der­li­chen Mit­tel und die Ver­ga­be an die Bau­fir­ma.